Basketball Basketball: Ulm erwartet gallige Bamberger

Thorsten Leibenath weiß um die Schwere der Aufgabe in Bamberg, hat allerdings auch ein probates Rezept zur Hand.
Thorsten Leibenath weiß um die Schwere der Aufgabe in Bamberg, hat allerdings auch ein probates Rezept zur Hand. © Foto: Eibner
Thomas Gotthardt 05.01.2018
Am Sonntag  müssen die Ulmer Bundesliga-Basketballer beim angeschlagenen Meister Bamberg antreten.

Auf den ersten Blick: Es kann kaum einen günstigeren Zeitpunkt geben für die Partie der Ulmer Bundesliga-Basketballer als jenen am kommenden Sonntag in der Brose-Arena (19 Uhr). Der Meister ist zweifelsohne angeschlagen und weit weg von der Dominanz der vergangenen Jahre: Tabellenplatz fünf nach dem 16. Spieltag. Bereits sechs Niederlagen auf dem Konto. Da ist etwas in Unordnung geraten.

Zuletzt musste die Mannschaft von Andrea Trinchieri auch noch in Bayreuth mit 75:85 die Segel streichen.  Für Bayreuth war das der erste Heimsieg im Oberfrankenderby seit Februar 1998 – das alleine zeigt, in welch ungewöhnlicher Situation sich die Bamberger aktuell befinden. Den Kuschelkurs gegenüber der Mannschaft hatte der Coach allerdings schon vorher aufgegeben. Nach der Niederlage in der Euroleague bei Efes Istanbul musste die Mannschaft an Silvester und Neujahr jeweils zwei Stunden am Tag trainieren.

Bamberg unternimmt am Freitag den nächsten Anlauf auf den siebten Sieg im wichtigsten europäischen Klubwettbewerb. Gegner in der Euroleague in eigener Halle ist Khimki Moskau. Kein Wunder also, dass die Partie  gegen  die Ratiopharm-Korbjäger zuletzt noch nicht wirklich von Interesse war im Brose-Umfeld. Am Samstag steht ein kurzes Regenerationstraining auf dem Programm, dazu Videostudium von Ulm. Eine seriöse Vorbereitung auf ein wichtiges Spiel sieht anders aus. Ulms Trainer Thorsten Leibenath wird sich gut in die Lage seines italienischen Kollegen hineinversetzen können.

Aber es gibt einen zweiten Blick auf die Begegnung. „Sie werden gallig sein“, vermutet Trainer Leibenath und denkt dabei durchaus an  eine Trotzreaktion unbekannten Ausmaßes: „Es bleibt eine der schwierigsten Aufgaben in der Bundesliga, gegen die Bamberger antreten zu müssen, auch wenn sie ein bisschen angeschlagen sind.“

Um die personelle Lage macht der Coach wie gewohnt ein Geheimnis. Immerhin gibt er preis: „Wie so oft trainieren wir auch derzeit nicht komplett.“ Wichtiger ist ohnehin, mit welcher Einstellung der aktuelle Tabellenachte beim Dauerrivalen antreten  wird, vor allem mit welchem defensiven Engagement Per Günther & Co. zu Werke gehen werden. „Das erste Viertel nicht verschlafen und über vier Viertel besser rebounden“, ist dabei eine fundamentale Erkenntnis des Trainers aus der zuletzt verlorenen Partie gegen den FC Bayern.

 Dazu gehöre, die „Scheu abzulegen und mit mehr Selbstbewusstsein anzutreten“, meint der Coach, der gegen die Münchner zu viel Zögern bei seinem Team beobachtet und das auch kritisiert hatte. Eine Ausnahme sei Trey Lewis gewesen. Der Amerikaner  hatte vor allem in der Schlussphase, als die Ulmer noch  auf den Anschluss drängten, das Heft in die Hand genommen. „Trey Lewis hat zwar manchmal überdreht, aber er war eben nicht so zögerlich und hatte keine Angst“, sagt der Trainer.

Statistisch gibt es keine großen Unterschiede. Beide Teams erzielen im Durchschnitt annährend die gleiche Punktzahl pro Spiel (Ulm 81, Bamberg 82) und kassieren 77,5 und 73,7 Punkte. Bamberg hat eine etwas bessere Dreier-Quote (41,2 Prozent zu 39,1). Die Einstellung wird den Unterschied ausmachen.

Das ist der Stand der Pokal-Qualifikation

Bisher nehmen der FC Bayern, Ludwigsburg, Berlin und Bamberg an der Qualifikationsrunde für den Pokal teil.  Für die restlichen zwei zu vergebenden Plätze kommen mit Frankfurt, Bayreuth und Bonn drei Teams in Frage. Die Entscheidung fällt nach Abschluss der Hinrunde. Ausgelost werden die drei Paarungen der K.o.-Runde am kommenden Sonntag in der Halbzeitpause der Partie Bamberg gegen Ulm (Spielbeginn 19 Uhr).  Die Lose zieht Armin Andres (DBB-Vizepräsident für das Ressort Leistungssport). Die Gewinner der Qualifikationsrunde (20./21. Januar) spielen beim Top Four am 17./18. Februar In der Ratiopharm-Arena.  Die Ulmer Basketballer sind als Gastgeber gesetzt. tgo