Basketball Ulms Neuzugang Gavin Schilling: „Bin es gewohnt, gegen Größere zu spielen.“

Ratiopharm-Neuzugang Gavin Schilling (l.) hat mit Team-Kapitän Per Günther seinen Spaß im Training.
Ratiopharm-Neuzugang Gavin Schilling (l.) hat mit Team-Kapitän Per Günther seinen Spaß im Training. © Foto: Harry Langer/Eibner
Ulm / Von Sebastian Schmid 23.08.2018

Mit Absolventen der amerikanischen Michigan State University haben die Ulmer Bundesliga-Basketballer zuletzt gute Erfahrungen gemacht. Ex-Liga-MVP Raymar Morgan lief einst für die Spartans auf, in dieser Saison steht nun ein weiterer Michigan-Absolvent im Ratiopharm-Kader: Gavin Schilling, in München geboren und in Straßburg sowie Chicago aufgewachsen, trug für fünf Spielzeiten ebenfalls das grüne Trikot der Spartans. Eine Saison verpasste er wegen einer Knieverletzung komplett, weshalb er ein Jahr länger als üblich am College spielte.

134 Spiele hat der inzwischen 22-Jährige für das renommierte Basketball-Programm von Trainer Tom Izzo absolviert – und dabei keinen einzigen Dreipunktewurf genommen. Das will er in Ulm ändern. Denn einer der Gründe, warum sich das 2,06 Meter große Kraftpaket für das Ratiopharm-Team entschieden hat, ist Thorsten Leibenaths Ruf, aus großen Spielern veritable Distanzschützen zu formen. Davon möchte auch Schilling profitieren: „Ich will mich zu einem Dreierschützen entwickeln.“

Und was kann der Power Forward/Center im Gegenzug dafür anbieten? „Defense, Rebounds – das was im letzten Jahr gefehlt hat, sind meine Stärken.“ Klingt nach einem guten Deal für beide Seiten. Deshalb haben die Ulmer auch die Chance genutzt, das Talent mit dem deutschen Pass zu verpflichten – und sich dafür von Tim Ohlbrecht getrennt, bei dem nach der langen Verletzungspause nicht klar war, ob er wieder komplett fit wird. Leibenaths erste Eindrücke vom Neuzugang nach etwas mehr als einer Woche Vorbereitung klingen vielversprechend. Von „viel Kraft und Athletik“ berichtet der Ulmer Trainer und beschreibt den ehemaligen Urspringschüler als „einen sehr physischen und kompromisslosen Spieler“.

Gegenseitig gepusht

Was bei den Fans ein großes Thema ist, nämlich dass es dem Ulmer Team kommende Saison auf der Center-Position an Größe mangelt, sieht Schilling gelassen. „Ich bin es gewohnt, gegen Größere zu spielen“, stellt er klar. Und das nicht nur in den Spielen. Vergangene Saison gehörte Jaren Jackson Jr. zum Spartans-Kader, der nach nur einer Saison diesen Sommer im NBA-Draft an Position vier von den Memphis Grizzlies ausgewählt wurde. Für Schilling waren die Duelle mit dem 2,11­­ Meter großen 18-Jährigen ein optimales Training: „Ich habe jeden Tag gegen ihn gespielt. Wir haben uns gegenseitig gepusht und uns dadurch alle verbessert.“ Nun will er in der Bundesliga zeigen, was er am College gelernt hat.

Patenonkel holte bei Olympia Silber

Dass Gavin Schilling als Basketballer sein Geld verdient, ist angesichts der familiären Umstände eher ungewöhnlich. Sein Vater Andreas Schilling spielte unter anderem für den VfL Bad Schwartau in der Handball-Bundesliga, Gavins Patenonkel Rüdiger Neitzel gewann mit der deutschen Handball-Nationalmannschaft 1984 in Los Angeles Olympia-Silber. Gavin selbst wollte nie in die Fußstapfen seines Vater treten und hat es stattdessen mit Baseball, Fußball, Football und Basketball probiert. Am Ende blieb er beim orangenen Lederball. Angesichts seines Werdegangs sicherlich nicht die schlechteste Entscheidung. seb

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