Basketball Ulms Gegner Frankfurt setzt auf ein Basketball-Juwel

Isaac Bonga (r.) darf trotz seiner erst 18 Jahre im Schnitt 22 Minuten ran und erzielt dabei 6,6 Punkte. Der Aufbauspieler der Frankfurt Skyliners gilt als das deutsche Basketball-Talent und wird regelmäßig von NBA-Klubs beobachtet.
Isaac Bonga (r.) darf trotz seiner erst 18 Jahre im Schnitt 22 Minuten ran und erzielt dabei 6,6 Punkte. Der Aufbauspieler der Frankfurt Skyliners gilt als das deutsche Basketball-Talent und wird regelmäßig von NBA-Klubs beobachtet. © Foto: Eibner
Von Sebastian Schmid 17.11.2017
Die Ulmer Bundesliga-Basketballer wollen in Frankfurt endlich einen Playoff-Anwärter schlagen. Dabei trifft das Ratiopharm-Team auf einen 18-Jährigen, bei dem die NBA-Klubs Schlange stehen.

Im Zentrum bei Ratiopharm Ulm steht Per Günther. Nicht nur auf dem Platz oder in den Medien, sondern auch auf dem offiziellen Mannschaftsfoto. Der Platz in der Mitte ist dabei fast immer für den Star des Klubs reserviert. Auf dem Teamfoto der Frankfurt Skyliners gehört dieser begehrte Platz einem 18-Jährigen.

Isaac Bonga gilt als das große Talent im deutschen Basketball, als das nächste „German Wunderkind“. Regelmäßig pilgern die Talentspäher der NBA-Klubs nach Frankfurt, um den 2,03 Meter großen Aufbauspieler zu beobachten, der sich vorsichtshalber eine Ausstiegsklausel für die amerikanische Profiliga in seinen Vertrag hat schreiben lassen. Angesichts der zwölf NBA-Scouts, die sich das Frankfurter Heimspiel gegen Oldenburg angeschaut haben, scheint es nicht unrealistisch, dass Bonga im Sommer der bislang jüngste deutsche NBA-Profi wird.

Das heutige Duell von Ratiopharm Ulm mit den Frankfurt Skyliners (18 Uhr/Telekom Sport) ist aber nicht nur wegen Bonga interessant. Da wäre auch das erste Duell zweier Neuseeländer in der Geschichte der Basketball-Bundesliga (siehe extra Info). Außerdem ist Bonga in die deutsche Nationalmannschaft berufen worden, die in der kommende Woche zwei WM-Qualifikationsspiele bestreitet. Einer seiner Hauptkonkurrenten um einen Platz im deutschen Kader  ist Ulms Ismet Akpinar – beide dürften entsprechend motiviert und mit dem Willen, sich für Bundestrainer Henrik Rödl zu empfehlen, in die Partie gehen.

Keine guten Erinnerungen

Doch das sind für die Ulmer nur Nebenschauplätze. Für das Ratiopharm-Team geht es insgesamt darum, in der Tabelle weiter an Boden gut zu machen. Nach drei Siegen in Folge gegen Bremerhaven, Tübingen und Braunschweig, bekommen es Per Günther und seine Mitspieler nun wieder mit einer Mannschaft aus der oberen Tabellenregion zu tun. Dass die Skyliners auf dem sechsten Platz liegen, haben sich auch ihrer Heimstärke zu verdanken. Vier Spiele, vier Siege lautet die makellose Bilanz der Hessen.

„Wenn wir den Anspruch auf die Playoffs unterstreichen möchten, müssen wir ein Team auf einem Playoff-Platz schlagen“, sagt Trainer Thorsten Leibenath und erinnert daran, dass das gegen Berlin, Bayreuth, Bonn und Oldenburg nicht gelungen ist. „Das ist jetzt unser fünfter Anlauf.“

In den letzten Jahren waren die Hauptrundenspiele bei den Skyliners für Leibenath selten ein Vergnügen. „Jedes Jahr die selbe Scheiße in Frankfurt“, lautete beispielsweise 2012 sein Fazit nach der 62:78-Niederlage. Gegen eine der härtesten Verteidigungen der Liga ist es für ihn egal, ob die zuletzt verletzten Mike Morrisson und Niklas Kiel bei den Gastgebern dabei sind oder nicht: „Sie finden immer einen Weg, Verletzungen zu kompensieren.“ Immerhin: Die Ulmer werden in Bestbesetzung antreten.

Frankfurts Webster und Ulms Fotu im Reisestress

Ulms Isaac Fotu und Frankfurts Tai Webster stehen sich heute noch als Gegner gegenüber, morgen haben sie dann genügend Zeit, um über die Partie zu sprechen. Die beiden reisen gemeinsam von Frankfurt aus nach Neuseeland, wo sie mit ihrer Nationalmannschaft, den „Tall Blacks“, in der WM-Qualifikation Korea empfangen. Bevor sie nach Deutschland zurückkehren, geht es noch zum Auswärtsspiel nach Hong Kong.