Ulm / Ludwigsburg Ulmer Niederlage gegen Ludwigsburg: Playoff-Kampf bleibt spannend

Ulm / Ludwigsburg / HELEN WEIBLE 18.04.2014
Mit 82:86 mussten sich die Basketballer von Ratiopharm Ulm in Ludwigsburg geschlagen geben. Obwohl der Kampf um die Playoffs dadurch weiter spannend bleibt, gehört den Ulmern immerhin der direkte Vergleich.

Forward Matt Howard lag flach auf dem Boden, als die Schlusssirene ertönte und der 82:86-Niederlage der Ulmer bei den Riesen Ludwigsburg besiegelt war. Adam Waleskowski hüpfte auf einem Bein zu seinen Teamkollegen, um mit ihnen und den Fans einzuklatschen. Obwohl er nach nur viereinhalb Minuten Spielzeit umgeknickt war und ausgewechselt werden musste, strahlte er nun glücklich.

Der Ludwigsburger Sieg im Schwabenderby – er schien nur auf den ersten Blick ein Erfolg auf ganzer Linie für die MHP Riesen. Denn im Kampf um die Playoffs braucht das Team von John Patrick dennoch zwei Siege mehr als die Ulmer, um sie zu überholen. Dank des 104:99-Erfolgs im Hinspiel hat Thorsten Leibenaths Mannschaft den direkten Vergleich (+1) für sich entscheiden können.

Obwohl die Donaustädter in der mit 4430 Zuschauern nicht ganz ausverkauften MHP Arena einen Großteil der 40 Minuten hinten lagen, behielten sie in der entscheidenden Schlussphase des Spiels die Nerven. „Dass mein Team noch zehn Punkte Rückstand auf vier aufholen konnte, spricht für eine gute Moral. Das wird ihm in den kommenden Spielen helfen“, sagt Leibenath, der sich bewusst ist, dass es noch „ein paar Siege“ dazu braucht, um das Ziel Playoffs zu erreichen. Einen nächsten Schritt kann Ulm bereits am Montag zuhause (16 Uhr) gegen Medi Bayreuth machen. Ludwigsburg bekommt es ebenfalls am Montag mit dem Tabellen-16. aus Würzburg zu tun. Sowohl Bayreuth als auch die s.Oliver Baskets wollen vier Spieltage vor Ende der Hauptrunde verhindern, noch in die Abstiegszone zu rutschen. Coach Patrick ist mit Leibenath einig, wenn er sagt: „Jedes Spiel ist jetzt wichtig. Die Gegner sind alle motiviert und es wird genau so ’intense’ werden wir heute.“

Ein intensives, rasantes Derby sahen die Trainer und Zuschauer am Gründonnerstag in der Tat. Aus Ulmer Sicht mit einem enttäuschenden Ende, aber leistungsmäßig zeigten sie immerhin eine Steigerung zum knappen 81:79 gegen Braunschweig vor einer Woche. Das Rebound-Duell verlief diesmal deutlich besser. Insgesamt holte Ulm 35 Abpraller unterm Korb, 36 erreichte Ludwigsburg. Im Bereich der Offensivrebounds hatte aber der Gastgeber mit 14 die Nase vorn (gegenüber 10 von Ulm). Mit 25 Defensivrebounds verteidigte Ulm aber etwas effektiver als die Riesen (22). „Die großen Jungs traten couragierter auf als noch gegen Braunschweig. Deren Guards hätten aber noch besser ausgeblockt werden können“, analysierte Leibenath das Verhalten seiner Big Men. Insbesondere mit Calvin Harris (8) und Korbjäger Keaton Grant (26 Punkte!) hatten Trent Plaisted und Co. Schwierigkeiten. Plaisted machte in der Offensive aber eine gute Figur und verbuchte schon zur Halbzeitpause 15 Zähler.

Die restlichen Ulmer Akteure, die sich mit dem erneuten Fehlen von Nationalspieler Daniel Theis (Knie) im Laufe des Duells immer besser arrangierten, ließen die Barockstädter aber vor allem im ersten Viertel mit 28:21 Punkten zu sehr gewähren. Das habe sich in der zweiten Halbzeit deutlich gebessert, so Leibenath – das dritte Viertel hatten sie sogar auf ihrer Seite (23:17), das letzte war mit 22:22 ausgeglichen.

In einer besonders heißen Phase beim Stand von 52:50 nach 25 Minuten hatte Adam Hess mit zwei Dreiern die Ulmer wieder hauchdünn herangebracht, dann ließ Michael Stockton mit einem Korbleger und einem Freiwurf den Abstand wieder größer werden. Auch das Ende des dritten Durchgangs beim 64:60 nach einem gelungenen Drei-Punkte-Wurf durch Per Günther ließ die Hoffnung auf eine Wende aufkeimen. Schließlich waren es nur noch Kleinigkeiten, die den Ausschlag geben sollten. „Einen Tick mehr vom Spiel“ hatten die Gastgeber laut Leibenath letztlich, der auch den beiden U-23-Nationalspielern Till-Joscha Jönke und Jonathan Maier Einsätze gewährte. „Sie haben die anderen entlastet. So hatten sie sogar noch Körner in den Schlussminuten.“ Seiner kämpfenden Mannschaft sei am Ende die Zeit ausgegangen, um das Spiel noch zu drehen.

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