Basketball Ulmer Härtetest vor dem Pokal-Kracher

Isaac Bonga (Mitte, beim Wurf) gilt als eines der größten Talente im deutschen Basketball. Mit den Frankfurt Skyliners gastiert der 18-Jährige am Mittwoch in der Ratiopharm-Arena.
Isaac Bonga (Mitte, beim Wurf) gilt als eines der größten Talente im deutschen Basketball. Mit den Frankfurt Skyliners gastiert der 18-Jährige am Mittwoch in der Ratiopharm-Arena. © Foto: Eibner
Ulm / Sebastian Schmid 13.02.2018

Nie aufgeben! Was im Sport allgemein gilt, sollten sich die Ulmer Basketballer für das morgige Heimspiel gegen Frankfurt (19 Uhr) ganz besonders zu Herzen nehmen. Denn den Skyliners geht am Ende gerne mal die Luft aus. Das war im Hinspiel so, als Ulm das Schlussviertel dank eines überragenden Trey Lewis mit 31:16 gewann und die Partie mit 89:75 für sich entschied. Aber auch Ludwigsburg drehte zuletzt mit einem 25:9 in den letzten zehn Minuten einen Rückstand noch in einen 88:81-Erfolg. Noch ein Beispiel gefällig? Das letzte Bundesliga-Spiel verloren die Frankfurter mit 74:77 in Braunschweig – die Löwen gewannen das letzte Viertel 28:14.

Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass die Mannschaft von Trainer Gordon Herbert drei Viertel lang richtig Gas geben kann. Da wäre es hilfreich, wenn die Ulmer anders als bei der 90:95-Niederlage gegen die Gießen 46ers nicht wieder eine Halbzeit benötigen, um aufzuwachen und den Kampf anzunehmen.

Härtetest für den Pokal-Kracher

Deshalb stellt Trainer Thorsten Leibenath klar, dass seine Spieler dieses Mal von Beginn an die Härte des Gegners annehmen und mit mindestens ebenso viel Engagement kontern muss. Eine der besten Defensivreihen der Liga dient dabei als guter Härtetest für das Pokalhalbfinale am Samstag gegen Bayern München (16 Uhr).

Dass das Saisonhighlight bereits eine Rolle spielt, bestreitet Nationalspieler Ismet Akpinar erst gar nicht: „Natürlich ist das Top Four in unseren Hinterköpfen.“ Es darf aber nicht dazu führen, dass sich die Spieler für den Pokal-Kracher schonen. „Wir können es uns nicht leisten, mit angezogener Handbremse zu agieren. Das können wir in keiner Partie“, warnte Leibenath.

Vor allem auf vier Frankfurter muss sein Team achten: Philip Scrubb, der allerdings gerade erst nach einer wochenlangen Pause wegen einer Knieverletzung zurückgekehrt ist, Tai Webster, A.J. English und Skyliners-Dauerbrenner Quantez Robertson, der seine neunte Saison bei den Hessen spielt. „Jeder von ihnen kann ein Spiel im Alleingang entscheiden – und hat das auch schon getan“, sagte Leibenath, den weiterhin Personalsorgen plagen, und der sich wie gewohnt nicht in die Karten schauen ließ, wer morgen auflaufen kann und wer nicht.

Einer, der statistisch gar nicht so sehr auffällt, ist Isaac Bonga. Trotzdem werden die Blicke auf ihn gerichtet sein – vor allem die des NBA-Scouts der Detroit Pistons, der sich für die Valentinstags-Partie angekündigt hat. „Ich gehe davon aus, dass er seinen Weg gehen wird“, ist sich Leibenath sicher. Athletik, Größe, Spielübersicht und Spielverständnis – der 18 Jahre alte deutsche Nationalspieler bringt ein interessantes Gesamtpaket mit. „Da springen alle drauf an“, sagte Leibenath, der Bonga zutraut, im Sommer beim Draft von einem NBA-Klub ausgewählt zu werden.

Alle Pokal-Halbfinalisten am Mittwoch im Einsatz

Gleiche Chancen für alle Pokal-Halbfinalisten: Neben den Ulmer Basketballern sind am Mittwochabend auch Ratiopharm-Gegner Bayern München (gegen Göttingen), Medi Bayreuth (gegen Bonn) und Alba Berlin (gegen Oldenburg) im Einsatz. Zwar wäre es dem Ulmer Trainer Thorsten Leibenath lieber gewesen, sich eine Woche lang auf das Pokal-Wochenende in der Neu-Ulmer Arena und den Kracher am Samstag gegen Tabellenführer München (16 Uhr) vorzubereiten, doch auch der 42-Jährige findet es gut, dass zumindest alle vier Teilnehmer mit einem Heimspiel derselben Belastung ausgesetzt sind.