Ulmer Basketballer: Nach verlorenem Pokalfinale zurück zur Normalität

SEBASTIAN SCHMID 04.04.2014
Alles wie immer oder ein Kurzurlaub im Allgäu. Die Ulmer Basketballer haben auf unterschiedliche Weise versucht, die Pokalfinal-Niederlage zu verarbeiten. Viel Zeit bleibt nicht, am Sonntag kommen die Bayern.

Der Pokal-Wahnsinn ist passé, nun gilt die Konzentration der Basketballer von Ratiopharm Ulm der Bundesliga. Sieben Spiele warten noch auf das Team von Thorsten Leibenath, das als Siebter zwei Siege Vorsprung auf einen Nicht-Playoff-Platz hat. Ein Sieg im Heimspiel am Sonntag (17 Uhr/Sport1) gegen Bayern München wäre ein großer Schritt Richtung Meisterschaftsrunde. Dass die Ulmer den Tabellenführer schlagen können, haben sie im Pokal bewiesen. Im Halbfinale besiegte das Ratiopharm-Team den Favoriten mit 90:72. Es war eine Energieleistung, der die Hausherren keine 24 Stunden später im Endspiel Tribut zollen mussten. Bei der 80:86-Finalniederlage gegen Berlin reichten die Kräfte für eine weitere Überraschung nicht mehr aus.

Nach dem Endspiel bemühten sich die Ulmer, möglichst schnell zur Normalität zurückzukehren. Leibenaths Weg führte ihn deshalb am Montagmorgen wie immer in sein Büro. "Es war nichts groß anderes als sonst", stellte der 38-Jährige klar. Da erstmals seit langer Zeit unter der Woche kein Spiel anstand, wartete auf ihn etwas weniger Arbeit als sonst. Ganz abgehakt war die Finalniederlage für Leibenath aber natürlich nicht: "Die Gedanken, die einen beherrschen, hatten schon noch mit dem Wochenende zu tun." Deshalb setzten sich alle Beteiligten nach den zwei trainingsfreien Tagen zu Wochenstart zusammen, um über den Pokal zu reden. "Ich fand es wichtig, dass man nicht ohne darüber zu sprechen zur Tagesordnung übergeht."

Dabei ging es auch um die Frage, was in einer ähnlichen Situation anders gemacht werden kann, damit es nächstes Mal erfolgreicher ausgeht. Dass die Berliner "einen Tick besser waren" hatte für Leibenath viele Gründe. Einer davon war, dass Edgar Sosa wegen einer Schulterverletzung nicht so treffsicher wie zuletzt war. Der Dominikaner blieb im Endspiel bei fünf Versuchen ohne Treffer von der Dreierlinie. "Das Finale zu verlieren und Berlin beim Feiern zuschauen zu müssen, war hart", sagte Sosa, der nach dem Pokal ebenfalls schnell wieder im Alltag angekommen ist.

Teamkollege Philipp Schwethelm nahm sich Anfang der Woche eine spontane Auszeit vom Alltag und checkte kurzfristig in ein Hotel im Allgäu ein. "Ich wollte aus der Stadt raus", erklärte Schwethelm, der sich nach dem emotionalen und anstrengenden Top Four "körperlich und vom Kopf her müde fühlte" und bei zwei Tagen Wellness die leeren Akkus wieder auflud.

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