Am Freitag starten die Ulmer Basketballer in den Endspurt der BBL-Hauptrunde. Oldenburg, Berlin, Trier, Bamberg und Bonn heißen die letzten fünf Gegner. Nach dem Doppelpack ab Freitag (Oldenburg um 20 Uhr/Sport 1) und dem Heimspiel gegen Berlin (Sonntag/17 Uhr) folgt die gleiche Prozedur am darauffolgenden Wochenende: Erst geht’s auswärts nach Trier, dann kommen die Bamberger. „Ich hätte mir ja gewünscht, dass es mit dem Heimrecht eher andersherum ist“, meinte Thorsten Leibenath zu dem Rhythmus. Den Abschluss des „Monster-Aprils“ bildet schließlich das Auswärtsspiel in Bonn.

Die Telekom Baskets gehören auch zu den Mannschaften, die den wild gewordenen Oldenburgern nichts mehr entgegenzusetzen vermochten – und im Pokal-Halbfinale mit 71:77 verloren haben.

Dass der Ulmer Gegner am Freitag nach einer Woche noch immer von seinem fulminanten Pokal-Coup profitiert, daran glaubt auch der Ulmer Kommandogeber. Wie die EWE Baskets auf ihrer Homepage verkünden, werden sie den Pott beim Einlaufen vor dem Spiel stolz präsentieren und nach der Partie im Foyer der 6000 Zuschauer fassenden EWE Arena ausstellen. Im Fan-Talk werden dann Philipp Neumann und Casper Ware sitzen – das starke Duo, das in vielen Aktionen gegen Bamberg so klasse harmonierte und Oldenburg zu vielen Punkten verhalf. Aber das waren nicht die einzigen Donnervögel, die am Pokalwochenende von sich überzeugten. Neben den Allstars Ricky Paulding oder Julius Jenkins glänzte eben auch ein Maurice Stuckey. Leibenath sagt: „Der neue Trainer bindet jetzt auch andere Spieler ein.“ Mladen Drijencic, der vor zwei Wochen Sebastian Machowski bei den Norddeutschen als Coach beerbte, schaffte es innerhalb kürzester Zeit, eine große Leidenschaft im Team aufleben zu lassen. „Vorher war die Mannschaft, leicht auszurechnen“, so Ulms Trainer, „jetzt spielt Oldenburg mit einer gefährlichen Kombination aus Qualität der Einzelspieler und Kampfgeist. Sie zeigen jetzt erst ihr wahres Gesicht“, warnt der 40-Jährige. Zu den Stärken dieses Gegners zählt er zudem die Schnelligkeit, die vor allem über den Aufbauspieler Chris Kramer forciert wird sowie eine gute Dreier-Quote (Ulm: 36,9 Prozent, Oldenburg: 37,6 Prozent). Schnelligkeit und vor allem das Punkten aus der Distanz waren auch die Dinge, die bei den Ulmern bei der 67:87-Pleite gegen München nicht so funktionierten. Ian Vougioukas war da nicht zufrieden mit seiner Leistung. Der Big Man, der als Joker für den Ulmer Endspurt kam, könnte neben Centerkollege Tim Ohlbrecht jetzt mal wieder aufdrehen. Alle seien jedenfalls hochkonzentriert im Training gewesen, selbst in der ersten Woche „ohne konkretes Ziel“ hätte das Team die richtige Trainingsmoral an den Tag gelegt, bestätigt der Trainer. Zudem kehrt Isaiah Philmore wieder fit in den Kader zurück.

Um die Zukunft der Spieler-Verträge ist es zurzeit verdächtig ruhig. Leibenath meint: „Es ist alles offen. Natürlich wünsche ich mir, dass die meisten aus dem aktuellen Kader bleiben.“ Und Per Günther? Sein Agent sei lange krank gewesen – ob das tatsächlich der Grund dafür ist, dass es bislang noch keine Entscheidung gegeben hat?