Basketball Drittes Playoff-Spiel: Ulmer Basketballer wollen die Urgewalt der Arena entfesseln

Per Günther hat momentan kein Wurfglück. Sein Trainer Thorsten Leibenath ist zuversichtlich, dass sich das bald ändert.
Per Günther hat momentan kein Wurfglück. Sein Trainer Thorsten Leibenath ist zuversichtlich, dass sich das bald ändert. © Foto: Langer / Eibner-Pressefoto
Ulm / Sebastian Schmid 13.05.2017

Bislang ist in der Viertelfinalserie zwischen Ratiopharm Ulm und den MHP Riesen Ludwigsburg von einem Heimvorteil keine Spur. Beide Teams haben ihre Partie zuhause verloren. Doch damit soll nun Schluss sein. Vor dem dritten Duell am Samstag (Beginn 18 Uhr/ab 18.30 live bei Sport 1) fordert Trainer Thorsten Leibenath: „Wir müssen alle von der ersten Minuten an voll da sein – sowohl die Mannschaft, als auch die Fans.“

Bei der 93:96-Niederlage zum Auftakt war dem Coach die Leistung seines Teams und die Stimmung in der Ratiopharm-Arena drei Viertel lang nicht Playoff-würdig. Der 42-Jährige hat dafür einen Erklärungsversuch: „Ich war vor der Serie besorgt, was die Wahrnehmung betrifft. Es war ein Mix aus: Wir sind Hauptrundenerster und kommen ohnehin ins Finale. Und: Oh je, wir spielen gegen den Angstgegner.“ Die gleichzeitige Zuversicht und Unsicherheit habe dazu geführt, dass „die Urgewalt, die unsere Halle auszeichnet, gehemmt war“. Am Samstag sollen die Gäste nun zu spüren bekommen, warum Ulm 88 seiner bislang 119 Spiele in der Arena gewonnen hat.

Der 82:76-Sieg in Ludwigsburg hat zudem zur Entmythologisierung der Riesen geführt. Von Angstgegner kann nun keine Rede mehr sein. Auch die MHP-Arena hat ihren Schrecken verloren. Deshalb will Leibenath der dritten Partie keine übermäßige Bedeutung zumessen. Zwar sei es deutlich angenehmer, in der Serie mit 2:1 in Führung zu gehen und am Dienstag (20.30 Uhr) in Ludwigsburg die Chance auf den Halbfinaleinzug zu haben, doch auch im Fall einer Niederlage am Samstag bricht keine Panik aus: „Wir haben in der Hauptrunde 27 Spiele in Serie gewonnen, dann können wir auch in den Playoffs zweimal in Folge gewinnen.“ Deutlich nerven- und kräfteschonender wäre es aber, wenn die Ulmer diese beiden Siege gleich in Spiel drei und vier einfahren.

Günthers Zeit wird kommen

Die Chancen darauf könnte Per Günther mit einer guten Leistung deutlich erhöhen. Dass der Aufbauspieler weit von seinem Leistungsmaximum entfernt ist, hat nun sogar die Basketball-Bundesliga in ihrem Newsletter dargestellt. Vor fast genau einem Jahr lieferte Günther im zweiten Viertelfinalspiel gegen Oldenburg eine Galavorstellung und mit 35 Punkten seine Karrierebestleistung ab. In Ludwigsburg fiel nur einer seiner sechs Würfe, zwei Punkte waren am Ende hinter seinem Namen auf dem Statistikbogen notiert.

Leibenath ist trotzdem mit seinem Kapitän zufrieden: „Ich brauche ihn nicht mehr so sehr in der Scorer-Rolle.“ Das heißt aber nicht, dass er es nicht gerne sehen würde, wenn der 29-Jährige mit seinen Dreiern und dem Zug zum Korb die Gegner vor größere Probleme stellt. Der „Trainer des Jahres“ ist auch hier zuversichtlich: „Das kann jederzeit kommen – und das wird es auch.“

Kostenloser Fan-Bus, ermäßigte Tickets

Etwa 300 Fans haben die Ulmer Basketballer im zweiten Viertelfinalspiel zum 82:76-Sieg in Ludwigsburg gepeitscht. Nun hoffen Ratiopharm-­Trainer Thorsten Leibenath und seine Spieler, dass die Unterstützung am Dienstag (20.30 Uhr) beim vierten Spiel der Serie mindestens ebenso zahlreich wie lautstark wie im ersten Auswärtsspiel ausfallen wird. Zumal dank der Unterstützung einiger Sponsoren drei kostenlose Busse nach Ludwigsburg fahren. Zudem erhalten alle Fans, die im Bus mitfahren, ermäßigte Tickets für das Spiel. Wer dabei sein will, kann sich noch bis Sonntag auf www.fanattackulm.de anmelden.