Basketball Ratiopharm Ulm: Debakel statt „Pflichtsieg“

Weißenfels / Christian Kern 09.04.2018
Ratiopharm Ulm muss beim Mitteldeutschen BC eine 69:80-Klatsche hinnehmen. Damit sinken die Playoff-Chancen der Basketballer auf ein Minimum.

Es waren nur einige Sekunden gespielt, als die Korbjäger von Ratiopharm Ulm zum ersten Mal den Ball verloren. Aufbauspieler Per Günther traf bei seinem missglückten Zuspiel nur das Bein von seinem Mitspieler Isaac Fotu. Von dort kullerte der Ball ins Aus.

Dieser Spielzug war gleich zweierlei symptomatisch für den Auftritt der Ratiopharm-Korbjäger bei der herben 69:80-Niederlage gegen den Mitteldeutschen BC aus Weißenfels bei Leipzig: Zum einen für die vielen Ballverluste, die die Ulmer produzierten, zum anderen für die vielen Unkonzentriertheiten der Gäste. Diese legten die Spieler aus der Donaustadt zu keiner Zeit in der Partie ab. Das Resultat war eine unterirdische Leistung des Playoff-Aspiranten. Die Ulmer trafen offene Würfe nicht, in der Defensive wurden sie besonders bei schnellen Gegenangriffen der Gastgeber regelmäßig ausgehebelt, und auch bei der Rebound-Arbeit unter dem Korb waren sie deutlich unterlegen.

So ließ der Tabellenneunte sein Können lediglich am Anfang des Spiels am Anfang der Partie vereinzelt aufblitzen. Nach ungefähr fünf Minuten fand aber Weißenfels deutlich besser in die Partie und überzeugte vor allem mit Würfen von außerhalb der Dreipunktlinie und einer starken Abwehrleistung. Somit ging auch die Zehn-Punkte-Führung des MBC am Ende der ersten Hälfte (39:29) durchaus in Ordnung.

Nach der Pause zeigte sich Ulm ein wenig verbessert und verkürzte Mitte des dritten Viertels den Vorsprung noch einmal auf vier Punkte. Doch danach verfiel das Team von Trainer Thorsten Leibenath wieder in die alten Muster (53:46). Für Trainer Leibenath war dies vor allem ein mentales Problem in seiner Mannschaft: „Ich wünschte, wir hätten mit derselben Einstellung gespielt, wie unsere Fans uns angefeuert haben.“

Kerusch dreht wieder auf

In den letzten zehn Spielminuten ließen die Hausherren aus Sachsen-Anhalt keine Zweifel mehr an dem Sieg aufkommen. Dabei überzeugte vor allem ihr Flügelspieler Sergio Kerusch, der schon im Hinspiel gegen Ulm mit 25 Punkten eine überzeugende Leistung abgeliefert hatte. Dieses Mal trug der 29-Jährige 20 Zähler zum Weißenfelser Sieg bei.

Nach der Partie schlichen die Ulmer Spieler mit gesenkten Köpfen in die Kabine. Kapitän Günther fand für das Ulmer Auftreten deutliche Worte: „ Heute hat es bei uns an allem Möglichen gemangelt“, sagte der 30-Jährige. Ulm hat nun vier Punkte Rückstand auf einen Playoff-Platz.