Basketball Ulmer Basketballer unterliegen Bamberg deutlich

Neuzugang Katin Reinhardt zeigte gegen Bamberg gute Ansätze, konnte die Niederlage aber auch nicht verhindern.
Neuzugang Katin Reinhardt zeigte gegen Bamberg gute Ansätze, konnte die Niederlage aber auch nicht verhindern. © Foto: Rudi Apprich
Ulm / Von Sebastian Schmid 12.03.2018

Der erhoffte Befreiungsschlag ist den Ulmer Bundesliga-Basketballern nicht gelungen. Ganz im Gegenteil. Beim 67:90 waren die Ratiopharm-Akteure nur ein Viertel lang den Bambergern ebenbürtig, dann brach die Mannschaft komplett ein und hinterließ ihren Trainer ratlos. „So etwas habe ich auch noch nie erlebt“, sagte Thorsten Leibenath hinterher über das zweite und dritte Viertel.

Zehn Minuten lang hatte es gegen den ebenfalls kriselnden Meister ganz okay ausgesehen. Mit Neuzugang Katin Reinhardt und Per Günther in der Startformation führte das Ratiopharm-Team nach dem ersten Viertel mit 23:20. Was dann folgte, beschrieb Leibenath wie folgt: „Uns fehlt im Moment die mentale Widerstandskraft, um uns durch Schwächephasen durchzukämpfen. Passiert ein Fehler, dann kann man davon ausgehen, dass auch ein zweiten, dritter, vierter und fünfter folgt.“

Auf dem Spielfeld sah das katastrophal aus. 7:38 Minuten lang mussten die Ulmer Fans auf den ersten Punkt ihrer Mannschaft im zweiten Viertel warten. Bamberg nutzte das zu einem 20:0-Lauf und zog auf 40:23 davon. Mit dem 31:44-Rückstand zur Halbzeit waren die Gastgeber sogar noch gut bedient, da so durchaus noch Chancen auf den Sieg bestanden. Doch die machten sie im dritten Viertel schnell zunichte, indem sie genauso weiterspielten wie zuvor.

Die Bamberger konnten, angeführt vom Ex-Ulmer Augustine Rubit (18 Punkte), in der Offensive machen, was sie wollten. Die Ulmer hingegen wussten im eigenen Angriff gar nicht, wohin mit dem Ball, hatten keine Ideen und damit auch keine Lösung gegen die Abwehr der Oberfranken. Denen war keineswegs anzumerken, dass sie am Freitagabend noch im griechischen Piräus im Einsatz waren und unter dem neuen Coach Luca Banchi erst ein paar Trainingseinheiten absolviert hatten.

Mitte des dritten Viertels sorgte Rubit erstmals für die 30-Punkte-Führung (65:35), die Partie war gelaufen. Dass Ulm im letzten Viertel Ergebniskosmetik betreiben konnte, hat keinerlei Bedeutung. Statt auf einen Playoff-Platz zu klettern, rutschen die Ulmer in der Tabelle weiter ab.

„Was soll ich dazu sagen“, fragte Leibenath nach der Partie, um dann festzustellen, dass „wir als Mannschaft heute 20 Minuten kollektiv versagt haben.“ Drei Baustellen nannte er, die für die vier Bundesliga-Niederlagen in Serie verantwortlich sind. Erstens, die Rekonvaleszenten und Neuzugänge, die integriert werden müssen. Zweitens, die Fehlerverarbeitung, an der die Mannschaft intensiv arbeiten muss. Leibenath: „Wir müssen lernen, zu akzeptieren, dass Fehler passieren.“ Dafür zieht er sogar in Erwägung, die Hilfe eines Sportpsychologen in Anspruch zu nehmen. Drittens gilt es, allgemein weniger Fehler zu machen.

Keine Trainer-Diskussion

Der Ratiopharm-Coach will an diesen Baustellen arbeiten – und bekommt dazu auch die Chance. Geschäftsführer Thomas Stoll erteilte der Diskussion um Leibenaths Job eine klare Absage. Dass dieser weiterhin das Kommando habe, „ist gar keine Frage“.

Zumal sich nicht der Eindruck aufdrängt, dass die Spieler gegen ihn spielen, sondern, dass sie es momentan schlichtweg nicht besser können. Gegen Bamberg zeigten nur Jerrelle Benimon eine ansprechende Leistung und Neuzugang Reinhardt gute Ansätze. Der Rest kann als Totalausfall bezeichnet werden. Das macht die Arbeit für keinen Trainer einfach, wie Banchi weiß. Der Italiener bedankte sich für seinen Premierensieg bei den Spielern. „Wir müssen gewinnen. Das kann mir nur gelingen, wenn meine Spieler die richtige Einstellung zeigen.“ Und die lassen die Ulmer zurzeit nicht erkennen.

Dass nun das Derby gegen Liga-Schlusslicht Tübingen ansteht, lässt zumindest mal die Hoffnung auf ein Erfolgserlebnis zu. Wobei so mancher Ulmer Fan schon befürchtet, dass es ein Duell auf Augenhöhe wird.

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