Ratiopharm Ulm hat überraschend deutlich mit 91:63 bei den Skyliners Frankfurt gewonnen und damit einen großen Schritt Richtung Playoffs gemacht. Das Team von Trainer Thorsten Leibenath bestimmte von Beginn an das Geschehen und kam dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung und dem wohl bislang besten Auftritt in der Defensive zu einem ungefährdeten Auswärtssieg. „Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment aussprechen“, sagte Leibenath, der die Main-Metropole schon häufiger mit richtig schlechter Laune verlassen hat. Doch angesichts des souveränen Auftritts seines Teams gab es gestern keinen Grund zum Mäkeln.

Fünf Spieltage vor dem Playoff-Start scheinen sich die Ulmer stabilisiert zu haben. „Das war wahrscheinlich eine unserer besten Saisonleistungen“, freute sich Leibenath.

Gegner früh unter Druck gesetzt

Sein Team begann dabei genauso furios wie am Gründonnerstag beim 82:79-Erfolg in Crailsheim. Erneut gelang es der Startformation dank einer starken Defensivleistung, die Hausherren gleich in der Anfangsphase zu Ballverlusten zu zwingen und daraus einfache Punkte zu erzielen. Wobei Leibenath seine Anfangs-Fünf ein wenig umbaute und bei den Hessen im Vergleich zur Crailsheim-Partie Ryan Thompson für David Krämer und Bogdan Radosavljevic statt Gavin Schilling zu Beginn aufs Feld schickte.

Die Frankfurter, die ebenfalls am Donnerstag noch im Einsatz waren und dabei einen überraschenden 86:79-Erfolg gegen Bamberg feiern konnten, waren gegen die furios aufspielenden Ulmer restlos überfordert. Nach einem Glücks-Dreier von Radosavljevic waren die Gäste gleich voll im Spiel. In der Abwehr wurde es den Skyliners richtig schwer gemacht, zum Korberfolg zu kommen. Im Angriff wurde der Ball gut bewegt und immer wieder der freie Mann gefunden.

Zumeist war das aber gar nicht nötig, da sich das Team von Coach Gordon Herbert alleine im ersten Viertel neun Ballverluste leistete und Ulm so zu einfachen Zählern aus dem Schnellangriff kam. Herbert konnte nicht einmal mit zwei Auszeiten den Lauf des Ratiopharm-Teams stoppen, das nach zehn Minuten mit 30:9 führte. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Hallensprecher bereits erste Durchhalteparolen ausgesprochen und das Publikum die Leistung seines Teams mit Pfiffen quittiert.

Ratiopharm Ulm kontert Frankfurt aus

Ein Akteur stemmte sich dann im zweiten Viertel gegen das drohende Desaster: Quantez Robertson. Das Frankfurter Urgestein traf erst zum 14:33 und legte dann zwei Dreier von ganz weit draußen nach. Es gab in dieser Saison schon Partien der Ulmer, die nach solch einer Sequenz gekippt sind. Doch anders als noch beispielsweise in Crailsheim ließen sich die Gäste vom ersten Aufbäumen des Gegners nicht beeindrucken, sondern konterten den Lauf der Hausherren mit einem 11:0.

Leibenath erlebte auch nach dem 50:27-Halbzeitstand einen ruhigen Nachmittag. Denn egal wen der 44-Jährige einwechselte, jeder Akteur trug seinen Teil zum Erfolg bei. Elf Spieler kamen mehr als zwölf Minuten zum Einsatz, acht davon erzielten acht Punkte oder mehr. Einen einzelnen Spieler hervorzuheben, wäre der Kollektiv-Leistung nicht gerecht. „Jeder war bereit, sich für das Team aufzuopfern. Dann kommt auch einmal ein Sieg heraus  gegen eine Mannschaft, die momentan eigentlich sehr guten Basketball spielt“, sagte Leibenath. Gegen seine Ulmer hatten die Frankfurter gestern allerdings in der einseitigen Partie keine Chance.

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