Basketball Ulmer Basketballer setzen auf alte Tugenden

Javonte Green ist der fünfte und damit letzte Neuzugang von Basketball-Bundesligist Ratiopharm Ulm.
Javonte Green ist der fünfte und damit letzte Neuzugang von Basketball-Bundesligist Ratiopharm Ulm. © Foto: Imago
Ulm / Von Sebastian Schmid 26.07.2018

Eines haben Thomas Stoll und Trainer Thorsten Leibenath mit ihrer Kaderzusammenstellung in diesem Sommer geschafft: Sie müssen nicht auf die Euphoriebremse treten. Denn den meisten Fans sagen die Neuzugänge wenig bis gar nichts. Nachdem mit Javonte Green der letzte Platz im Team vergeben wurde, geht es vielen von ihnen deshalb wie Stoll: „Bin gespannt aufs neue Team“, schrieb der Geschäftsführer von Basketball-Bundesligist Ratiopharm Ulm bei Twitter. Der Zusatz „Mehr Athletik und hoffentlich mehr Defense“ entspricht der Hoffnung vieler Fans.

Eigenem Credo treu geblieben

Die Ulmer haben nach der enttäuschenden Saison und den verpassten Playoffs den angekündigten Weg konsequent durchgezogen. „Eigentlich ist ein inoffizielles Credo bei uns, dass, wenn wir einen Spieler verpflichten, Ratiopharm Ulm das Beste sein soll, was er als Profisportler bis dahin erlebt hat“, hatte Leibenath im Saison-Abschluss-Interview verkündet. Für die Neuzugänge Maximilian Ugrai (22, kam aus Jena), Gavin Schilling (22, erster Profivertrag) und Javonte Green (25, dritte Liga Spanien und zweite Liga Italien) trifft das auf jeden Fall zu. Auch Patrick Miller (25, zuletzt Gaziantep/Türkei) sowie Dwayne Evans (26, zuletzt Ludwigsburg) haben nicht die ganz großen Klubs in ihrer Vita stehen.

Der Gedanke dahinter ist klar: Die Ulmer wollen wieder Spieler, die gemeinhin „als hungrig“ bezeichnet werden. So soll verhindert werden, was in der letzten Spielzeit zu häufig der Fall war. „Vergangene Saison hat man der Mannschaft nicht immer abgenommen, dass sie sich anstrengt“, hatte Leibenath gegenüber dem Basketball-Magazin BIG gesagt. Bei der letzten Teamzusammenstellung waren die Ulmer von ihrem Credo abgewichen und hatten eher prominente Namen mit NBA- und Euroleague-Erfahrung verpflichtet. Am Ende standen mit 16 Siegen und 18 Niederlagen Rang zehn und ein frühes Saisonende zu Buche.

Der gestern verpflichtete Green wird vom Verein als Modelathlet bezeichnet, der variabel im Aufbau und auf den Flügeln einsetzbar ist. Da der Amerikaner aber nicht immer hochklassig gespielt hat, sind seine Statistiken nicht gerade sehr aussagekräftig.

Mit der Ankündigung, dass der Kader komplett ist, ist endgültig klar, dass die Ulmer auf keinen klassischen Center wie Abgang Tim Ohlbrecht (2,11 Meter) setzen. Vielmehr erinnert die Teamzusammensetzung an die Erfolgsmannschaft von vor zwei Jahren, als Raymar Morgan und Co. 27 Siege in Serie eingefahren haben. Athletischer sowie abwehr- und reboundstärker als zuletzt soll die Mannschaft besetzt sein. Ob die Kombination geglückt ist und zum Erfolg führt, zeigt sich ab dem Saisonstart Ende September.

Ulms Kader für die Saison 2018/19

Geblieben: Katin Reinhardt (G/F), Per Günther (G), Ryan Thompson (F), Ismet Akpinar (G), Isaac Fotu (F/C), David Krämer (G).

Neuzugänge: Patrick Miller (G), Dwayne Evans (F/C), Maximilian Ugrai (F), Gavin Schilling (F/C), Javonte Green (G/F).

Talente: Mate Fazekas (C), Marius Stoll (G), Christoph Philipps (F), Till Pape (F/C), Nicolas Bretzel  (F/C), Nicolas Möbus (C).

G = Guard (Aufbauspieler), F = Forward (Flügelspieler), C = Center.
Gefettete Spieler haben eine deutschen Pass.

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