Ratiopharm Ulm Ulmer Basketballer lassen Belgrad keine Chance

David schlägt Goliath: Per Günther (hier gegen Belgrads Michael Ojo) und Co. hatten gestern alles im Griff.
David schlägt Goliath: Per Günther (hier gegen Belgrads Michael Ojo) und Co. hatten gestern alles im Griff. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Sebastian Schmid 08.11.2018
Die Ulmer Basketballer liefern gegen die Serben von Roter Stern Belgrad im Eurocup ihre bislang beste Saisonleistung ab und gewinnen deutlich mit 95:80. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es allerdings aus Sicht der Hausherren.

Patrick Miller hätte aus einem sehr guten Abend einen perfekten machen können. Doch der Ulmer Aufbauspieler setzte 7,3 Sekunden vor der Schlusssirene seinen Freiwurf daneben. Damit konnte Roter Stern Belgrad den direkten Vergleich dank der auswärts mehr erzielten Zähler gerade so für sich entscheiden. Das war dann aber auch der einzige Kritikpunkt am Spiel der Ulmer, die gestern beim 95:80-Erfolg ihre bislang beste Saisonleistung abgeliefert haben.

Anfang Oktober noch hatten die Serben in eigener Halle den Bundesligisten mit 88:73 geschlagen. Dieses Mal war Ulm perfekt auf den Gegner vorbereitet und setzte die Gäste vor 5200 Zuschauern in der Ratiopharm-Arena vom Sprungball an unter Druck. Die daraus resultierenden Ballgewinne konnten Ismet Akpinar und Co. jedoch in den Anfangsminuten zu selten in Körbe ummünzen. Gegen die beste Defensive des Eurocups, die im Schnitt in den ersten fünften Spielen nur 68 Punkte zugelassen hat, mussten die Hausherren hart um jeden Punkt kämpfen.

Doch nach und nach kamen sie immer besser ins Rollen und führten nach fünf Minuten mit 10:4. Dabei war von Billy Baron und Joe Ragland, die Ulm im Hinspiel noch weh getan haben, nichts zu sehen. Auch Maik Zirbes war vor den Augen von Bundestrainer Henrik Rödl abgemeldet. Und das, obwohl bei Ulm Center Bogdan Radosavljevic wegen einer leichten Oberschenkelverletzung geschont wurde.

Aufbauend auf die starke Defensivleistung fielen bei Ulm die Würfe. Anders als noch in Bayreuth, als aus der Distanz kaum ein Versuch sein Ziel fand, waren die Scharfschützen im Team dieses Mal kaum zu stoppen. Mit dem 17:21 nach zehn Minuten war Roter Stern noch gut bedient. Beim Team von Trainer Thorsten Leibenath lief es einfach. Egal welchen Spieler der 43-Jährige aufs Feld schickte, er fügte sich nahtlos ein und sorgte dafür, dass der Vorsprung stetig anwuchs.

Nach Katin Reinhardts Dreier führten die Hausherren erstmals zweistellig (32:21). Javonte Green, der den Gegnern sechs Mal den Ball klaute, sorgte per (Windmill-)Dunk für das Highlight der ersten Halbzeit zum 35:24. Dass die Hausherren bis zur Pause 50 Punkte erzielten, ist für eine Ulmer Mannschaft nicht allzu überraschend. Dass sie gegen die topbesetzten Belgrader lediglich 33 kassierten, hingegen schon.

Jetzt kommt Ludwigsburg

„In der zweiten Halbzeit war klar, dass Belgrad das Tempo erhöhen muss“, sagte Leibenath. Das taten die Roter-Stern-Akteure dann auch tatsächlich, doch die Gastgeber hatten dank der ersten Hälfte und den beiden zurückliegenden Siegen genügend Selbstvertrauen gesammelt, um davon unbeeindruckt zu bleiben. Während bei den Gäste Ognjen Dobric mit 21 Punkten zum Topscorer avancierte (Bisheriger Schnitt in vier Eurocup-Partien: 3,8 Punkte), war Dwayne Evans nun nicht mehr aufzuhalten. Der 26-Jährige traf aus allen Lagen und war mit 23 Zählern der beste Werfer des Abends.

Zwar kam Belgrad im letzten Viertel noch auf neun Zähler heran (80:89), der Sieg der Ulmer geriet dadurch aber nicht mehr in Gefahr. Stattdessen kämpften sie um den direkten Vergleich, den sie um ein Haar noch für sich entschieden hätten.

Dank des Erfolgs liegen die Ulmer nach sechs Spieltage mit einer ausgeglichenen Bilanz von drei Siegen und drei Niederlagen auf dem dritten Platz der Gruppe A. Die vier besten Teams jeder Gruppe ziehen in die zweite Runde ein. Am Wochenende steht dann in der Ratiopharm-Arena das Derby gegen die MHP Riesen Ludwigsburg an (18 Uhr). Das Team von Trainer John Patrick hat wettbewerbsübergreifend zehn Spiele in Serie verloren.

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