Ratiopharm Ulm Ulmer Basketballer hilft nur noch ein Wunder

Jerrelle Benimon (Mitte) sucht nach einem Weg durch die Braunschweiger Defense. Doch wie zuletzt so häufig, fehlte den Ulmer Spielern bei den Niedersachsen der nötige Durchblick.
Jerrelle Benimon (Mitte) sucht nach einem Weg durch die Braunschweiger Defense. Doch wie zuletzt so häufig, fehlte den Ulmer Spielern bei den Niedersachsen der nötige Durchblick. © Foto: Daniel Reinelt/Eibner
Ulm / Von Sebastian Schmid 16.04.2018

Nach der zweiten Blamage in Serie und der vierten Niederlage in Folge hat sich das Thema Playoffs für die Ulmer Bundesliga-Basketballer so gut wie erledigt. Das räumte Trainer Thorsten Leibenath nach dem 73:80 bei den Löwen Braunschweig auch ein. „Realistisch betrachtet hilft uns nur ein Wunder“, sagte der 43-Jährige sichtlich bedient.

Dabei hätte sein Team das Rennen um den letzten Playoff-Platz mit einem Erfolg beim Tabellenzwölften noch einmal spannend machen können. Denn auch wenn sich Spitzenreiter Bayern München lange Zeit schwer tat, leistete er mit dem 87:83-Sieg in Frankfurt den Ulmern Schützenhilfe. Doch die nutzten die Chance nicht, bis auf einen Sieg an die Skyliners und damit an Playoff-Platz acht heranzurücken.

Vielmehr setzte sich fort, was letzte Woche beim 69:80 in Weißenfels zu sehen war: Zu viele Akteure im Team erreichten gegen eine qualitativ schlechter besetzte Mannschaft nicht einmal Normalform und bauten mit Fehlern den Gegner auf. Der witterte seine Chance, hatte nichts zu verlieren und spielte befreit auf, während die Ratiopharm-Spieler immer mehr verkrampften und jegliche Struktur im Angriff sowie vernünftiges Defensivverhalten vermissen ließen.

Einen Unterschied zur Partie beim MBC gab es dann aber doch: Während es Ulm letzte Woche  nach einem schlechten Start nicht gelang, einen frühen Rückstand aufzuholen, konnte dieses Mal eine Führung nicht verwaltet oder gar ausgebaut werden. Nach einem 13:0-Lauf führten die Gäste mit 13:4, zeigten sich zunächst engagiert und hatten Braunschweigs Topscorer Scott Eatherton im Griff. Leibenaths Mannen hätten nach dem ersten Viertel zwar höher als 22:15 führen können, hatten aber alles im Griff.

Wie man einen schwächelnden Gegner aufbaut und zurück ins Spiel bringt, zeigte der letztjährige Hauptrundensieger im zweiten Viertel. Als Tim Ohlbrecht auf dem Feld war, konnte Eatherton seine ersten Akzente setzen. Auch, weil die Ulmer Abwehr insgesamt nicht mehr so engagiert den Pass unter den Korb verteidigte. Im Gegenzug trafen die Gäste in der Offensive immer häufiger schlechte Entscheidungen, was die Löwen nutzten und auf 30:32 herankamen. Die Partie war wieder offen.

Zu Beginn des dritten Viertels keimte kurz die Hoffnung auf, dass sich das Ratiopharm-Team noch einmal berappelt, als Per Günther zum 42:33 traf. Doch daraus wurde nichts, vier Minuten später führten die Hausherren mit 46:45. Es entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe, was nicht für die Ulmer spricht, die erneut auf Da’Sean Butler verzichten mussten. Während sich das Ratiopharm-Team im umkämpften letzten Viertel zu jedem Korberfolg quälen mussten, spielten die Braunschweiger nun befreit auf und sorgten für die Highlights des Abends. Beispielsweise als Anthony Morse nach feinem Zuspiel hinter dem Rücken von DeAndre Lansdowne zum 53:52 traf.

Letzte Führung durch Fotu

Knapp zwei Minuten vor dem Ende gingen die Ulmer durch Isaac Fotu ein letztes Mal in Führung (68:67), danach trumpfte Nemanja Jaramaz auf. Der 26-Jährige, der im Schnitt bis dahin 5,7 Punkte erzielt hat, führte mit insgesamt 20 Zählern Braunschweig zum überraschenden Sieg und begrub damit wohl die letzten Playoff-Hoffnungen der Ulmer. Die müssen am Freitag in Bayreuth und am Sonntag zu Hause gegen Ludwigsburg ran. Mit zwei weiteren Auftritten wie gestern, ist das Verpassen der Playoffs in einer Woche bereits Realität.

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