Basketball Ulmer Basketballer gewinnen gegen Bayreuth mit 92:74

Neu-Ulm / HELEN WEIBLE 21.04.2014
Im viertletzten Spiel der Hauptrunde in der Basketball-Bundesliga erwischten die Ulmer gestern einen Sahnetag. Gegen die Gäste aus Bayreuth sicherte sich Leibenaths Team einen souveränen 92:74 (50:35)-Sieg.

Für die Oberfranken scheint Ulm ein verfluchtes Pflaster zu sein. Auch im fünften Gastspiel der Basketball-Bundesliga zogen die Bayreuther den Kürzeren. Dabei ging Ratiopharm Ulm beim 92:74 (50:35)-Sieg personell geschwächt aufs Parkett. Thorsten Leibenath musste auf seinen amerikanischen Guard Cameron Long verzichten, dem seit dem Ludwigsburg-Spiel ebenso wie dem fehlenden Daniel Theis das Knie zwickte. Bei Long handele es sich allerdings „nur“ um eine Prellung.

Den Ausfall dieser beiden kompensierte das Ulmer Team aber bestens. Allen Akteuren war anzumerken, „dass sie mit der richtigen Einstellung in das Spiel gingen“. So sah sich Leibenath sichtlich versöhnt mit den durchwachsenen Auftritten der beiden vorausgegangenen Duelle. Der Zittersieg gegen Braunschweig vor eineinhalb Wochen war beim 82:86 in Ludwigsburg am Gründonnerstag mental und physisch noch nicht ganz abgehakt gewesen. Nun aber habe sein Team „einen Schritt in die richtige Richtung gemacht“. Das bedeutet: Dieser 18. Ulmer Saisonerfolg und die gleichzeitige 89:78-Niederlage des Mitteldeutschen BC in Bonn, garantierten den Donaustädtern einen Platz in der „Post-Season“, also den Playoffs um die deutsche Meisterschaft.

Die „solide Vorstellung“, die Leibenaths Team gestern in der ausverkauften Ratiopharm-Arena ablieferte, schlug sich vor allem in den zwei starken ersten Vierteln nieder (25:16, 25:19) und in 17 Ballverlusten, die sie den Gästen zufügten. In der Start-Fünf der Oberfranken fehlte Guard Kevin Hamilton, der sich beim 75:78 gegen die Artland Dragons den angeschlagenen Fuß umgeknickt hatte. In der Tat schien dieser Ausfall den Gegner so sehr zu schwächen, dass ihnen nur wenige Aktionen gelangen. Bis zur 50:35-Halbzeitpause sahen die paar trommelnden Fans der Gästetribüne eine böse Klatsche auf sich zukommen. Doch immerhin im letzten Durchgang hatte Bayreuth das Momentum auf seiner Seite. Trainer Michael Koch zeichneten sich allerdings schon sehr früh Sorgenfalten auf der Stirn ab, die Schultern ließ er hinunterhängen. „Wir haben die Spannung nicht gefunden. Wir waren platt und leer“, analysierte der Coach die Pleite seines Teams nüchtern. Seine Bankspieler, die zweite „Fünf“ habe noch am ehesten das gezeigt, was gegen einen Gegner wie Ulm von Nöten war. „Einen frühen Rückstand konnten wir dann einfach nicht mehr einholen“, sagte der ehemalige Bundesliga-Spieler, der erst seit diesem Jahr die Fäden in der Hand hält, um den Klassenerhalt für die Oberfranken zu sichern.

Von Anfang an agierte Ulm auch souverän unterm Korb, holte 14 offensive Rebounds (9 waren es bei Bayreuth). Philipp Schwethelm, der sich bereits am Morgen „richtig gut gefühlt“ habe, eröffnete mit einem Drei-Punkte-Wurf zum 13:10 den wichtigen Neun-Punkte-Lauf auf den 19:10-Zwischenstand. Und diesen Vorsprung hielten die Ulmer auch bis Ende des ersten Viertels (25:16). Schwethelm mit 16 Punkten nach Edgar Sosa treffsicherster Werfer, wurde auch in regelmäßigen Abständen wunderschön bedient. Zum 40:26 oder zum 50:35 be-„dunkte“ er sich bei seinen Mitspielern dafür.

Die Automatismen – Kombinationen und schnelle Pässe – sie funktionierten nicht nur bei dem 24-Jährigen. Auch ein Ian Hummer brachte sich ins Spiel ein (zum Beispiel beim 66:44 mit einem Dreier). Selbst Youngster Till-Joscha Jönke wirbelte die Defensive der Gäste durcheinander. Auf ihn war insbesondere im letzten Durchgang Verlass, als sich Bayreuth etwas zu rehabilitieren wusste. Er legte auf einen Dreier von Edgar Sosa jenseits der 6,75-Meter-Linie gleich einen nach (zum 85:61) und er war es auch, der die letzten zwei Punkte für Ulm durch zwei verwandelte Freiwurf-Körbe markierte.

Da seit Montag feststeht, dass Ratiopharm Ulm zum dritten Mal in Folge in den Playoffs steht, gibt es ab Dienstag, 12 Uhr, bereits Tickets an allen Vorverkaufsstellen oder Online unter www.basketball-ulm.com/tickets zu kaufen.