Spiele der Ulmer Basketballer gegen türkische Klubs bringen immer ein besonderes und heißes Flair in die Ratiopharm-Arena. Eingefleischte Fans der Ratiopharm-Korbjäger erinnern sich gern an das Frühjahr 2013 zurück, als die Ulmer den Spitzenklub Galatasaray Istanbul mit 91:70 aus der Halle fegten.

Am Mittwoch um 19.30 Uhr im dritten Eurocup-Duell in der Runde der Letzten 32 (live auf www.swr.de/sport) kommt zwar kein türkisches Team von solchem Star-Status ins Neu-Ulmer Rund. Dennoch sollte man die Basketballer von Banvit Bandirma, die schon das sechste Mal in Folge den Eurocup spielen und Vierter ihrer Liga sind, nicht unterschätzen. Während Ulm beide Duelle verloren hat, schlug sich das Team aus der Hafenstadt am Marmarameer zwei Mal grandios. Gegen Bayern München gab es nur eine knappe 83:85-Niederlage und Bilbao musste sogar eine 76:85-Pleite einstecken, weil Bandirma zu Gast bei den Spaniern in der Schlussphase noch einmal richtig mit Power zur Sache gegangen waren. Das hat den Ulmer Trainer Thorsten Leibenath bei einer ersten Videoanalyse durchaus beeindruckt: „Bandirma ist eine kontrolliert spielende Mannschaft, die dann gegen Ende noch mit sehr viel Energie auftritt. Mit Courtney Fortson haben sie einen Spieler in ihren Reihen, der offensiv und defensiv über das ganze Spiel hinweg wie eine Maschine Druck ausübt“, spricht Leibenath gleich die Geheimwaffe der Gäste an. Jener Spielmacher Fortson wurde vergangenes Jahr zum MVP der osteuropäischen VTB-League gewählt.

Zudem verfügt Banvit über weitere klasse Spieler, „die höchsten Ansprüchen genügen“, außerdem Euroleague erfahren und gute Schützen sind. Besondere Aufmerksamkeit ziehen auch die beiden großen Akteure Gasper Vidmar aus Slowenien und Adrien Moerman aus Frankreich auf sich. Moerman ist zweitbester Rebounder der türkischen Liga (12,4 Korbabpraller). Den entsprechenden Masterplan, den unerschrockenen und temporeich spielenden Halbfinalisten des Vorjahres nicht ins Spiel kommen zu lassen, hat sich der Ulmer Coach aber schon zurecht gelegt. „Wir haben variable Big Men, die keine Probleme haben, die Jungs aus der Zone zu schieben“, sagt Leibenath, der auch auf das zuletzt erfolgreiche teamorientierte Spiel und auf den Heimvorteil setzt. Dass das  Duell möglichst siegreich gestaltet werden sollte, damit hat sich die Mannschaft schon am Sonntag nach dem Erfolg gegen Bonn befasst. „Wir dürfen uns keinen weiteren Ausrutscher mehr erlauben“, heißt die Devise, wenn die Ratiopharm-Basketballer in der schweren Gruppe G ihre Chance auf das Weiterkommen noch wahren wollen. Der siebte Ausländer Ulms wird dabei wieder auf der Bank Platz nehmen müssen – ob das wie in Bonn Carlon Brown sein wird, zeigt sich am Mittwoch Abend.

 

Schnell genommene Würfe unterbinden

Beim Vergleich der statistischen Werte schenken sich die beiden Eurocup-Konkurrenten Ratiopharm Ulm und Banvit Bandirma nichts. Während die Basketballer von der Donau geringfügig mehr Punkte erzielen und dabei leicht besser im Zweier- und Dreierbereich abschneiden, lassen die Türken weniger gegnerische Treffer zu.

Auch am Brett arbeitet Bandirma nur wenig effektiver – Ulm weist dagegen scheinbar Vorteile in der Ballbewegung auf: 17,5 Assists gegenüber 14 sprechen klar für ein funktionierendes Ulmer Teamwork. „Banvit nimmt oft die schnellen Würfe. Diese gilt es, von Anfang an zu unterbinden“, sagt der Ulmer Trainer Thorsten Leibenath, der beim Bundesliga-Duell in Bonn deutliche Fortschritte in der Verteidigungsleistung ausgemacht hat.

Wer die Ulmer Basketballer am Mittwoch (19.30 Uhr) beim Eurocup-Heimspiel unterstützen möchte, kann sich an der Abendkasse noch ein Plätzchen in der Arena sichern.