Neu-Ulm Ulmer Basketballer erkämpfen 75:73-Sieg gegen Artland Dragons

Neu-Ulm / SEBASTIAN SCHMID 27.04.2014
Gegen die Artland Dragons haben die Ulmer Basketballer nicht ihren treffsichersten Tag erwischt. Da die Hausherren aber die Rebounds dominierten, reichte es gegen Quakenbrück doch zum 75:73-Sieg

Mit einem Sieg haben sich die Ulmer Bundesliga-Basketballer in der Hauptrunde aus der Ratiopharm-Arena verabschiedet, mit einem Sieg wollen sie an selber Stelle in zwei Wochen das Playoff-Viertelfinale spannend machen. Auf wen der Pokalfinalist dabei trifft, steht noch nicht fest. Nach dem 75:73 am Sonntag gegen die Artland Dragons ist nur klar, dass Ulm als Sechster oder Siebter in die Meisterschaftsrunde starten wird. Der Gegner wird dabei wohl Berlin oder Bamberg heißen.

Egal, wer es aus diesem Duo letztlich wird, auf Ulm wartet dann ein anderes Kaliber als die gestern ersatzgeschwächt angetretenen Quakenbrücker. Will die Mannschaft von Trainer Thorsten Leibenath in den Playoffs bestehen, muss sie eine konstantere Leistung an den Tag legen, als es gegen die Dragons der Fall war.

Leibenath erlebte wie die 6000 Fans im Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Klub, gegen den er als Coach der Ulmer den zehnten Sieg im zehnten Pflichtspiel feierte, ein ständiges Auf und Ab. Starken Phasen, wie beispielsweise den ersten fünf Minuten, in denen Ulm schnell auf 11:2 davon zog, folgten Schwächeperioden, wie die zweiten fünf Minuten des ersten Durchgangs. Da gelangen den Hausherren nur noch vier Zähler, den Dragons hingegen zwölf.

Gegen die Niedersachsen musste Leibenath auf Cameron Long verzichten, der am Freitag bei der 91:104-Niederlage in Hagen umgeknickt war und am Sonntag auf Krücken in die Arena humpelte. Da es sich „nur“ um eine Bänderverletzung im linken Sprunggelenk, aber keinen Knochenbruch handelt, ist ein Einsatz Longs in den Playoffs immerhin nicht ausgeschlossen.

Dafür konnte Daniel Theis nach seiner Knieverletzung wieder mitwirken. Der jüngst zum besten deutschen Nachwuchsspieler gewählte 22-Jährige zeigte mit 15 Punkten und 5 Rebounds in 17 Minuten, wie wichtig er für Ulm ist.

Zu Beginn saß Theis aber auf der Bank – wie Trent Plaisted. Leibenath setzte zunächst auf Matt Howard auf der Centerposition – und lag mit dieser Entscheidung richtig. Der Kämpfer unter dem Korb bestimmte gemeinsam mit Will Clyburn die Anfangsphase (11:2). Nach fünf Minuten war die Dominanz der Ulmer aber dahin und die Dragons führten zu Beginn des zweiten Viertels plötzlich mit 22:15.

Ein unsportliches Foul von Guido Grünheid, das Ulm zu vier Punkten in Folge nutzte, brachte Leibenaths Truppe heran. Groß absetzen konnte sich in der Folge nun kein Team mehr. Bei nur zwei erfolgreichen Dreiern aus zwölf Versuchen, hatten es die Ulmer ihrer starken Reboundarbeit zu verdanken, dass sie mit einem 35:35 in die Halbzeit gingen. Die Mehrzahl an gesicherten Abprallern sollten am Ende auch den Ausschlag zu Gunsten der Ulmer geben. Allein 17 Mal krallten sich die Ulmer am gegnerischen Brett nach einem Fehlwurf den Ball und kamen so immer wieder zu zweiten Chancen. „Die Rebounds waren der Schlüssel zum Erfolg“, sagte Dragons-Coach Tyron McCoy.

Damit kompensierte das Ratiopharm-Team die vielen Fehlwürfe, die es sich leistete. Nur fünf der 23 abgefeuerten Dreier fanden ihr Ziel. „Wir hatten nicht unseren besten Wurftag“, erkannte Leibenath. Bei den Dragons verbuchte allein Chad Topper fünf Dreier – bei fünf Versuchen. Kurios: Im dritten Viertel trafen die Artländer nur von jenseits der 6,75-Meter-Linie, erzielten also alle 15 Zähler aus dem Dreierland.

Die Ulmer dominierten aufgrund der guten Arbeit beim Offensivrebound aber unter den Brettern und erkämpften sich auf diese Weise 40 Punkte aus der Zone. Bei den Gästen waren es nur 18. Mit einem 55:50 gingen Per Günther und Co. in den finalen Durchgang, der bis zur letzten Sekunde spannend blieb. Immer wieder traf Quakenbrück von draußen, die Ulmer suchten hingegen hauptsächlich den Weg zum Korb. Als Günther zehn Sekunden vor dem Ende nur einen seiner zwei Freiwürfe zum 75:73 verwandelte, bot sich den Gästen noch die Chance zum Sieg. Doch der 15. erfolgreiche Dragons-Dreier der Partie fiel nicht, da Matt Howard den Wurfversuch des 35 Zentimeter kleineren David Holston blockte.

Teile der Fans protestieren wegen Ticketpreisen für Playoffs