Basketball Ulmer Basketballer empfangen Würzburg zum Duell der Serientäter

Robin Benzing hat sich nach seinen zwei Jahren in Spanien eindrucksvoll zurückgemeldet. Momentan ist er Liga-Topscorer.
Robin Benzing hat sich nach seinen zwei Jahren in Spanien eindrucksvoll zurückgemeldet. Momentan ist er Liga-Topscorer. © Foto: Eibner
Ulm / Sebastian Schmid 16.12.2017
Das Momentum spricht ganz klar für Ulm. Während das Ratiopharm-Team zuletzt sechsmal in der Liga gewonnen hat, haben die Würzburger sechs ihrer sieben letzten Spiele verloren. Am Samstag stehen sich die beiden Serientäter gegenüber.

Ein wenig erinnern die Würzburger Basketballer mit ihrem Saisonstart an Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund. Beide Teams sind fulminant in die Runde gestartet. Gerade als sich alle die Frage stellten, wie man diese Mannschaften stoppen soll, landeten beide hart auf dem Boden der Realität und legten eine Pleitenserie hin. Trotz dieser Parallele gibt es aber einen großen Unterschied: Während in Dortmund inzwischen Trainer Peter Bosz durch den Ex-Kölner Peter Stöger ersetzt wurde, sitzt Dirk Bauermann trotz sechs Niederlagen aus den vergangenen sieben Spielen fest im Sattel. Dabei wäre auch in der Basketball-Bundesliga beim Tabellenschlusslicht (Tübingen) erst kürzlich ein Trainer (Tyron McCoy) freigeworden.

Vorbild Ratiopharm Ulm

Doch der 60 Jahre alte Ex-Bundestrainer wurde für langfristige Ziele geholt und soll Würzburg für die Zukunft fit machen. Vorbild ist dabei Ratiopharm Ulm. Das Team um Identifikationsfigur und Lokalheld Per Günther  hat sich unter Trainer Thorsten Leibenath und dank des Hallen-Umzugs in der Liga-Spitze etabliert. „Die Vision ist, da zu sein, wo beispielsweise Ulm jetzt ist“, stellte Bauermann jüngst klar.

Die Rolle als Gesicht des Vereins ist dabei einem Ex-Ulmer zugedacht: Robin Benzing, der drei Tage nach dem EM-Aus der deutschen Nationalmannschaft im Sommer etwas überraschend gleich für drei Jahre in Würzburg unterschrieben hat – eine Win-win-Situation. Benzing war nach seinen starken Jahren bei Ratiopharm Ulm 2011 zu Bayern München gewechselt, wo seine Karriere nach einer Weile ins Stocken geriet, und von wo aus er nach Spanien ging. So weit erinnert der Werdegang an einen anderen Ex-Ulmer. Doch während John Bryant auch in Valencia nicht in Tritt kam, nahm Benzings Laufbahn in Saragossa (an der Seite von Ulms Isaac Fotu) wieder an Fahrt auf. Nach zwei Jahren folgte nun die Rückkehr nach Deutschland.

Benzing ist Liga-Topscorer

Das Vertrauen, das Bauermann in Benzing setzt, zahlt der 28-Jährige mit Punkten eindrucksvoll zurück. Mit 19,6 Zählern pro Partie ist er momentan sogar Topscorer der Liga. Eine Seltenheit in der Bundesliga – und nicht die einzige: Mit Maurice Stuckey (11,3 Punkte) und dem gebürtigen Kroaten Kresimir Loncar (10,9) sind drei Spieler mit einem deutschen Pass die besten Punktesammler ihres Teams. „Was die deutschen Spieler betrifft, hat Würzburg den besten Output der Liga“, sagt Leibenath. In dieser Hinsicht müsse sich der Klub nicht vor den Bayern oder Bamberg verstecken.

Leibenath rechnet für das heutige Heimspiel (18 Uhr/Telekom Sport) mit einem „hochkonzentrierten Gegner, der alles daransetzen wird, die Negativspirale der letzten Wochen zu durchbrechen.“ Für ihn und sein Team gilt es hingegen, genauso weiterzumachen, wie zuletzt in der Bundesliga. Denn die Ulmer bilden quasi das Gegenstück zur Würzburger Serie. Nach einem verkorksten Saisonstart haben sie zuletzt sechs Mal in Folge gewonnen. Das Momentum ist ganz klar auf Seite von Ratiopharm Ulm.

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