Ulm Ulm vor Playoff-Start: "Bonn ist der Favorit"

Center Tadas Klimavicius (l.) führt die Telekom Baskets Bonn bei den Punkten und den Rebounds an.
Center Tadas Klimavicius (l.) führt die Telekom Baskets Bonn bei den Punkten und den Rebounds an. © Foto: Eibner
Ulm / SEBASTIAN SCHMID 05.05.2015
Vieles deutet darauf hin, dass es eine spannende Playoff-Viertelfinalserie zwischen Ulm und den Baskets Bonn geben wird. Umso ärgerlicher, dass die Ratiopharm-Basketballer ein paar Verletzungssorgen plagen.

Früher als erwartet starten die Bundesliga-Basketballer von Ratiopharm Ulm in die Playoffs. Da am kommenden Samstag, dem eigentlichen Auftakt-Termin der Meisterschaftsrunde, Comedian Bülent Ceylan im Telekom-Dome auftritt, wurde die Viertelfinal-Serie der Bonner nach vorne gezogen. Kurios: Die Baskets sind Eigentümer der Halle, in der neben dem Auftritt von Ceylan dieses Jahr nur noch eine Karnevals-Messe stattfindet. Da ist es doch ein wenig verwunderlich, dass ausgerechnet zum bereits seit Monaten bekannten Playoff-Start eine Veranstaltung eingeplant ist.

Thorsten Leibenath ist das vor dem am Mittwoch stattfindenden Spiel eins (18.30 Uhr/Sport1) nicht nur egal, er ist sogar „froh darüber“. „Es wäre schwieriger, wenn zwischen den zwei Spielen neun Tage liegen würden“, so der Ulmer Trainer. So sind die Eindrücke aus dem letzten Saisonspiel vom vergangenen Donnerstag noch frisch, als das Ratiopharm-Team am Rhein mit 93:87 siegte. Dass im Gegenzug zwischen dem Heimspiel am Samstag (18.30 Uhr) und dem zweiten Auswärtsspiel in Bonn am Freitag, den 15. Mai, eine fast einwöchige Pause liegt, gefällt Leibenath weniger. „Damit tue ich mich ein bisschen schwer.“ Einen Vorteil hat der Spielplan: Die ersten drei Partien werden von Sport1 übertragen.

Es könnte aber auch sein, dass der Ratiopharm-Coach froh ist, dass die Pause Zeit zur Regeneration bringt. Vor dem Start der Viertelfinalserie, in der drei Siege zum Halbfinaleinzug nötig sind, hat der 40-Jährige Verletzungssorgen. Per Günther plagt sich nach einem Pferdekuss mit Muskelproblemen im rechten Oberschenkel herum und war beim Hauptrundenspiel in Bonn noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Bis morgen dürfte da aber alles wieder in Ordnung sein.

Anders könnte es bei Maarty Leunen und Brion Rush aussehen. Leunen hatte zuletzt in Bonn nur achteinhalb Minuten gespielt, da ihm eine Rückenverletzung zu schaffen machte. Gestern trainierte der Amerikaner das erste Mal seit Donnerstag, wie es für morgen aussieht, vermochte Leibenath nicht zu sagen. Rush, der sich bei den Baskets am Fuß verletzt hat, konnte seitdem ebenfalls nicht trainieren.

Auf der anderen Seite kehrt bei Bonn Tadas Klimavicius zurück. Der 32 Jahre alte Center fehlte aus privaten Gründen am Donnerstag. Mit ihrem besten Punktesammler (12,8 im Schnitt pro Partie) und besten Rebounder (6,2 im Schnitt pro Partie) werden die Hausherren noch stärker sein. Leibenath ist in Alarmbereitschaft: „Mit Klimavicius hat ihr bester Mann gefehlt, und trotzdem kam unser Sieg nur knapp zustande.“

Die Frage, was der 93:87-Sieg sowie der 82:77-Hinspiel-Erfolg wert sind, ist nicht ohne weiteres zu beantworten. „Es ist ein gutes und wichtiges Gefühl, dass wir Bonn dieses Jahr zweimal geschlagen haben und das auch in deren Halle“, sagt Leibenath, der gleichzeitig warnt. „Das Resultat zuletzt, bei dem sie in der Tabelle weder nach vorne noch nach hinten kommen konnten, muss man mit Vorsicht genießen.“

Nicht nur angesichts der vergangenen sechs Partien, die alle mit einer Differenz von sechs Punkten oder weniger ausgegangen sind, ist mit einer spannenden Playoff-Serie zu rechen. Gut möglich, dass die Ulmer am 20. Mai ein drittes Mal nach Bonn fahren müssen. Die direkten Duelle zwischen den einzelnen Spielern versprechen ebenfalls Spannung. Sei es das Aufeinandertreffen von Spielmacher Günther mit seinem Bonner Pendant Eugene Lawrence oder der Kampf unter den Körben, bei dem es Tim Ohlbrecht mit Dirk Mädrich und Ian Vougioukas mit Klimavicius, der von der Bank kommt, zu tun bekommen.

Angesichts der Ausgeglichenheit ist schwer auszumachen, wer das Rennen machen wird. Zu sagen, dass die Chancen 50:50 stehen, will Leibenath aber nicht: „So einfach mache ich es den Bonnern nicht, die haben schließlich den Heimvorteil. Bonn ist Favorit – aber wir haben die Chance, sie zu schlagen.“

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