Ulm/Bamberg Ulm revanchiert sich eindrucksvoll

Der Ulmer Allan Ray (links, gegen den Berliner Dean Thompson) entnervte die Albatrosse mit hoher Wurf-Präzision aus der Distanz. Foto: Rudi Apprich
Der Ulmer Allan Ray (links, gegen den Berliner Dean Thompson) entnervte die Albatrosse mit hoher Wurf-Präzision aus der Distanz. Foto: Rudi Apprich
TGO/DPA 02.04.2013
Die Brose Baskets Bamberg haben die Play-offs erreicht, die Giessen 46ers stehen schon länger als Absteiger fest. Ratiopharm Ulm hat sich gegen Alba Berlin für die Niederlage im Pokalfinale revanchiert.

Heiko Schaffartzik stapfte missmutig aus der Arena. Der Basketball-Nationalspieler von Alba Berlin suchte eine Erklärung für den leblosen Auftritt seiner Mannschaft, der zu einer deutlichen 73:92-Niederlage bei Ratiopharm Ulm geführt hatte. Nur: Der Alba-Spielmacher fand keine. "Wir hatten erst in der zweiten Halbzeit ein etwas höheres Energielevel. Ich weiß nicht, warum erst so spät", schimpfte Schaffartzik.

Beide Mannschaften, die erst eine Woche zuvor im Pokalfinale in der Hauptstadt aufeinander getroffen waren und aus dem die Berliner als Sieger gingen, hatten das erneute Duell unter das Motto gestellt: Jetzt beginnt das Rennen um die Play-offs. In den 40 Minuten in der mit 6000 Zuschauern ausverkauften Ratiopharm-Arena waren nur die Gastgeber diejenigen, die das Motto ernsthaft verinnerlicht hatten. "Es ist nicht selbstverständlich, dass man nach einer so bitteren Niederlage im Pokalfinale mit diesem Willen und Ehrgeiz zurückkommt", freute sich Ulms Trainer Thorsten Leibenath: "Ich bin sehr beeindruckt." Berlins Coach Sasa Obradovic bemängelte die fehlende Konzentration seines Teams. "Wir stecken nach dem Pokalsieg physisch und auch mental in einem Loch. Von Beginn an hat Ulm das ausgenutzt und sich mit einfachen Punkten Selbstbewusstsein geholt", bilanzierte Obradovic. Die Ratiopharm-Korbjäger beeindruckten vor allem mit 16 erfolgreichen Würfen aus der Distanz (57 Prozent). Auf das Konto des US-Guards Allan Ray, mit 21 Punkten bester Ulmer Schütze, gingen allein fünf Dreier (bei sechs Versuchen).

Wie in Ulm war auch die Stimmung in Bamberg ausgelassen. Nach acht Pflichtspiel-Niederlagen in Serie schafften die Franken mit einem 105:54-Sieg über Gießen (dem sechsthöchsten Sieg der BBL-Historie) die Trendwende und lösten als erste Mannschaft vorzeitig das Ticket für die K.o.-Runde. Bei 22 Siegen und fünf Niederlagen liegt Bamberg deutlich vor der Konkurrenz und kann nicht mehr auf Rang neun zurückfallen. "Diesen Sieg haben wir gebraucht, das Erfolgsgefühl war für uns sehr wichtig", sagte Trainer Chris Fleming.