Basketball Ulm kassiert zum Auftakt eine deftige 63:99-Klatsche

Bamberg / SEBASTIAN SCHMID 23.05.2015
Es gibt zwei Punkte, die den Ulmer Basketballern Mut machen. Erstens: Die 63:99-Klatsche zum Halbfinal-Auftakt bei den Brose Baskets Bamberg zählt für die Franken auch nicht mehr als ein Sieg mit einem Punkt Differenz. Zweitens: Für Ulm kann es in den restlichen Spielen kaum schlechter laufen.
Die Ulmer sind jetzt um eine Erkenntnis reicher. „Wir wissen jetzt, wie es nicht geht“, flüchtete sich Ratiopharm-Trainer Thorsten Leibenath in Galgenhumor. Dabei hatten sich die Ulmer durchaus etwas in der mit 6800 voll besetzten Brose-Arena ausgerechnet und wollten den Schwung aus dem 3:2-Viertelfinal-Sieg gegen Bonn mitnehmen.

Die große Frage vor dem Halbfinal-Auftakt lautete: „Wer hat einen Vorteil?“ Die Ulmer, weil sie im Spielrhythmus sind, oder die Bamberger, weil sie ausgeruht sind? Die Antwort war schneller gefunden, als der Mannschaft von Leibenath lieb war. Bei den Hausherren war von der über einwöchigen Pause gar nichts zu sehen. Von Beginn an hatten die Spieler von Andrea Trinchieri ihren Rhythmus gefunden und zeigten, was sie auszeichnet. Das treffsicherste Team der Liga leistete sich im ersten Viertel gerade einmal drei Fehlwürfe. Vor allem Ryan Thompson, dessen älterer Bruder Jason, der für den NBA-Klub Sacramento Kings spielt, in der Halle zusah, und Elias Harris drehten dabei mächtig auf. Das Duo war bei einer hundertprozentigen Trefferquote für 20 der 28 Baskets-Punkte im ersten Viertel zuständig. Auf der Ulmer Seite der Anzeigentafel leuchtete bis dato nur die Hälfte der Zähler auf.

Nach zwölf Minuten führten die Hausherren bereits mit 20 Punkten Differenz (34:14). Leibenath versuchte, einen Weg zu finden, den Abwehrriegel der Baskets zu knacken. Mal schickte er eine schnelle, kleine Aufstellung mit Brion Rush, Deonte Burton, Will Clyburn, Per Günther aufs Feld. Dann versuchte er es mit zwei Centern. Nichts half. Näher als bis auf 14 Punkte zur Pause (29:43) kamen die Ulmer nicht ran. Ein Rückstand, der in 20 Minuten aufzuholen ist. Allerdings nicht Bamberger in der gestrigen Verfassung. Der Hauptrunden-Primus überzeugte mit einer starken Defense, gegen die Ulm nie ein Mittel fand. Auf der anderen Seite war gegen die Baskets, die aus der Distanz einen Sahnetag erwischt hatten, kein Kraut gewachsen. 16 Dreier bei 22 Versuchen fanden ihr Ziel, was einer Trefferquote von 73 Prozent entspricht. Wer so von der 6,75-Meter-Linie trifft, kann eigentlich kein Spiel verlieren. Vor allem nicht, wenn er wie die Baskets auch das Rebound-Duell gewinnt (30:18). Als zudem Bradley Wanamaker aufdrehte, bahnte sich das Debakel an. Bamberg zog gegen teils hilflos wirkende Ulmer bis auf 40 Zähler Unterschied davon (99:59) und schickte die Gäste mit einer deftigen Klatsche nach Hause.

Bis zum Heimspiel am Mittwoch (20.30 Uhr/Sport 1) müssen sich die Ulmer viel einfallen lassen, wenn sie diese Bamberger stoppen wollen.

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