Basketball Ulm kämpft in Bonn im entscheidenden Spiel

Die Ulmer Basketballer um Deonte Burton (Mitte) hoffen auf einen weiteren Ausrutscher der Bonner und wollen damit das Halbfinal-Ticket buchen
Die Ulmer Basketballer um Deonte Burton (Mitte) hoffen auf einen weiteren Ausrutscher der Bonner und wollen damit das Halbfinal-Ticket buchen © Foto: Schüler / Eibner-Pressefoto
SEBASTIAN SCHMID 20.05.2015
Mit Vorfreude, die in positive Energie umgewandelt werden soll, gehen die Ulmer Basketballer ins entscheidende Viertelfinalspiel. Dass sie mit Druck umgehen können, haben sie gegen Bonn schon gezeigt.

Jetzt gibt es nur noch zwei Möglichkeiten: Entweder ist die Bundesliga-Saison für Ulm beendet oder Thorsten Leibenath steht in seiner vierten Spielzeit an der Donau mit dem Ratiopharm-Team zum dritten Mal im Playoff-Halbfinale. Statistisch gesehen stehen die Chancen auf einen Sieg bei den Telekom Baskets Bonn jedoch nicht gut.

Von 39 Entscheidungsspielen, die seit 1998 stattfanden, gewann 27 Mal das Heimteam das fünfte Spiel, nur zwölf Mal kamen die Gäste weiter. Genauso sieht es für den Sieger des vierten Spiels aus – auch der feierte nur in zwölf Fällen in einem fünften Spiel einen Sieg.

Leibenath kann solchen Statistiken in diesem Fall nichts abgewinnen. Dass er vor zwei Jahren mit Ulm im fünften Halbfinale in Oldenburg unterlag, ist ebenfalls unwichtig. Bonn hat sogar die letzten drei Serien verloren, die über fünf Spiele gingen – jedes Mal hieß auch dort der Sieger Oldenburg.

Allerdings haben die Baskets (20 Uhr/live, aber kostenpflichtig auf www.telekombasketball.de) gegen die Ulmer den Heimvorteil auf ihrer Seite. Mit der Hauptrunden-Partie am letzten Spieltag ist es das sechste Duell der beiden Teams in den letzten 21 Tagen, drei davon fanden bereits im Telekom-Dome statt. Zweimal gewannen dabei die Gäste – die Ulmer wissen also, was sie erwartet und wie sie am Rhein erfolgreich sein können.

Dass sie beim Heimspiel am vergangenen Sonntag angesichts des 1:2-Rückstands in der Viertelfinal-Serie unter dem Druck des Gewinnen-Müssens standen, sieht Per Günther positiv. „Wir kennen die Situation. Für Bonn ist sie neu.“ Dem womöglichen über den Ausgang der Partie entscheidenden Duell mit Eugene Lawrence sieht der 27-Jährige gelassen entgegen. „Ich bin froh, dass es mir jetzt wieder einigermaßen gut geht.“ Ein Bluterguss im Oberschenkel hat ihm zuletzt noch zu schaffen gemacht.

Ähnlich wie sein Spielmacher sieht es auch Leibenath, dem die Vorfreude auf die Partie ganz wichtig ist. Diese Freude soll in positive Energie umgewandelt werden. Dass seine Spieler das können, haben sie beim 86:73-Sieg in Spiel vier gezeigt. „Dort haben wir die Drucksituation in positive Energie umgewandelt.“ Die Gastgeber müssen hingegen noch zeigen, ob ihnen das gelingt. Ganz ohne Druck reisen freilich auch die Gäste nicht an. „Wir erwarten von uns, dass wir das Spiel gewinnen“, stellte Leibenath klar.

Mit dem klaren Heimsieg haben die Ulmer auf jeden Fall reichlich Selbstvertrauen gesammelt, und glauben an ihre Chance aufs Halbfinale, in dem die Brose Baskets Bamberg warten. „Bei uns herrscht das Gefühl, dass das Ende der Saison jetzt zu früh wäre“, sagte Leibenath.

An Urlaub verschwendet im Team also keiner einen Gedanken. Alle sind fokussiert darauf, noch einmal so eine Leistung abzurufen, wie am Sonntag, als die Ulmer mit einer guten Defensivleistung die Baskets in Schach hielten und den bislang deutlichsten Sieg der Serie einfuhren. Dazu ist laut Leibenath „taktische Disziplin nötig“. Das Bonner Passspiel in den Griff bekommen und die Rebounds kontrollieren – was schon die ganze Serie über gilt und zuletzt geklappt hat, wird erneut der Schlüssel zum Sieg sein.

Verlassen konnten sich die Ulmer dabei zuletzt vor allem auf Center Ian Vougioukas und Will Clyburn, die als Punktegaranten glänzten. Interessant wird sein, wie Baskets-Trainer Mathias Fischer auf die personellen Änderungen reagiert, die Leibenath zuletzt an seiner Startformation vorgenommen hat.

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