Mund abwischen und weitermachen! So lautet das Motto der Basketballer von Ratiopharm Ulm vor dem Eurocup-Auswärtsspiel. Nach der 91:100-Niederlage gegen Brose Bamberg in der Bundesliga, trifft das Team von Headcoach Thorsten Leibenath heute (20.45 Uhr/live bei Telekomsport) auf Asvel Lyon-Villeurbanne.

„Wir sind in diesem Spiel eher der Außenseiter“, bekennt Ulms Trainer Leibenath an, der den Matchplan für die Partie gegen Villeurbanne in der Nacht nach dem Bamberg-Spiel entwickelt hatte: „Wir sind aber dennoch nicht chancenlos und wissen, wie wir Lyon schlagen können.“

Als Schwäche der Gastgeber hat Leibenath das geringe Wurfverhalten von jenseits der Dreierlinie entdeckt. Kein anderes Team nahm in dieser Eurocup-Spielzeit weniger Drei-Punkte-Würfe als Asvel (193). Ulm warf 61-mal mehr aus der Distanz. Dennoch warnt der 43-Jährige: „Sie sind nicht darauf angewiesen. Lyon trifft mehr als alle anderen Teams aus dem Zwei-Punkte-Bereich.“

Der Klub ist momentan Tabellenführer in Frankreich und sorgte mit dem knappen 67:65-Auswärtssieg im ersten Spiel der Eurocup-Zwischenrunde beim russischen Spitzenteam Lokomotive Kuban Krasnodar für ein dickes Ausrufezeichen im internationalen Wettbewerb.

Der Klub, dessen Präsident NBA-Legende Tony Parker (viermal NBA-Meister mit den San Antonio Spurs) ist, ist für Ulm kein unbeschriebenes Blatt. Schon in der vergangenen Eurocup-Saison traf Leibenath mit seinem Ulmer Team auf die Franzosen und unterlag beide Male. „Lyon ist eine extrem athletische Mannschaft, die physisch und stark spielt“, sagt Leibenath: „Mit ihrer Athletik haben sie uns letztes Jahr den Zahn gezogen.“

Der 18-malige französische Meister startet dank Wildcard in den kommenden zwei Jahren in der Euroleague und hat die Qualität seines Kaders bereits erhöht. Dazu gehörte auch die Verpflichtung von Alexis Ajinca, der Ende des Jahres zum Team stieß, bislang aber noch nicht zum Einsatz kam. Sollte der 2,16 Meter große Center, der 296 NBA-Spiele absolviert hat, gegen Ulm sein Debüt geben, wird es noch schwieriger. Mit dem kroatischen Center Miro Bilan und dem litauischen Aufbauspieler Mantas Kalnietis, der vergangene Saison für Euroleague-Starter Mailand auf dem Parkett stand, sind vor der Saison bereits zwei neue Akteure hinzugekommen, die maßgeblich das Spiel von Coach Mitrovic Zvezdan prägen. Bilan verzeichnet mehr als zehn Zähler und sichert durchschnittlich knapp sechs Rebounds pro Eurocup-Spiel.

Der 32-jährige Kalnietis gilt, in Leibenaths Augen, als „sehr abgebrühter Spieler“. Der Litauer treibt Lyons Offensive mit mehr als elf Punkten und sechs Assists im Eurocup von Sieg zu Sieg. „Wir werden ihn früh attackieren“, verspricht Ulms Coach Leibenath: „Es wird von Vorteil sein, ihn als Schlüsselspieler zunehmend unter Druck zu setzten.“ Das wird auf Ulmer Seite vor allem Patrick Miller übernehmen.

Um den zweiten Erfolg nach dem 70:63-Sieg gegen Frankfurt  in der Eurocup-Zwischenrunde feiern zu können, muss Ulm über die vollen 40 Spielminuten konzentriert spielen. „Das war im letzten Spiel gegen Bamberg nicht der Fall“, sagt Leibenath: „Das muss geändert werden. Dann können wir zukünftig auch wieder die Topteams schlagen.“

Doppelspieltag im Februar


Verlegung Gestern hat die Bundesliga die Termine für die Nachholspiele der Ulmer Basketballer bekanntgegeben. Die ausgefallene Partie des 2. Spieltags in Würzburg wird am Donnerstag, den 14. Februar um 20.30 Uhr stattfinden. Damit das möglich ist, wird das Heimspiel der Ulmer gegen Jena vom 13. auf den 12. Februar (19 Uhr) verlegt.