U19 DER URSPRINGSCHULE IN DEN USA

SWP 22.12.2014

Von den Basketball-Turnieren des Urspringer U19-Teams in den USA berichtet Trainer Domenik Reinboth. In seinem ersten Reisebericht schreibt er: Nico Drmota und ich freuen uns auf das erste gemeinsame Turnier. Ein besonderer Gast wird uns unterstützen, meine Frau Jenny. Als Spieler mit dabei sind unsere Urspringer Lars Berger, Janic Staiger, Nikolaus Schäfer, Marko Sarac, Noah Aghas, Victor Habrich und Maxi Eisele, letzterer kommt allerdings erst an Heilig Abend dazu. Den USA-Roster komplettieren Kristers Zoriks aus Lettland, Bruno Levanic aus Kroatien, Lukas Wank aus Jena, Noah Kamdem und Nico Philipp aus Nürnberg. Erster Stop nach Frankfurt ist Detroit. Dort gibt es das erste Fast Food für die Jungs. Ihre Wahl fällt auf Taco Bell. Ach ja, endlich wieder WLAN, Smartphones raus und los. Nur der Flug nach Nevada selber, kommt uns länger als "nur" 4,5 Stunden vor. Aber das liegt einfach an den 16 Stunden, die wir mittlerweile unterwegs sind.

Las Vegas. Geschafft! Lichter, Farben, Menschen, Autos und Musik. Die Jungs sind sprachlos und jeder macht Fotos oder Videos. Palace Station Hotel wird unser Domizil für die nächsten Tage sein. Abends dann das erste Highlight. Ein College Spiel von UNLV, University of Nevada Las Vegas gegen University of Portland. Mittlerweile ist es 1 Uhr nachts in Vegas.

Der 2. Tag beginnt nach einer kurzen Nacht. So richtig konnte keiner schlafen. Noch ist kein Rhythmus drin. Die neun Stunden Zeitunterschied machen sich doch sehr bemerkbar. Erst mal geht es in ein typisches amerikanisches "Restaurant" zum Frühstück bei Denny's. Pancakes mit Ahornsirup und Rührei mit Speck. Dr. Schubert sollte jetzt lieber wegschauen. Allen schmeckt es.

Endlich zur Halle. Wir haben heute zwei Einheiten hintereinander in zwei verschiedenen Hallen. Erst geht es zum YMCA Heinrich, wo auch Turnierspiele stattfinden und dann zum IMPACT Trainingszentrum, eine Einrichtung in der auch NBA-Spieler und Colleges trainieren. Die Jungs sind beeindruckt von beiden Hallen. So etwas gibt es zuhause nicht in der Form. Drei Felder, Kraftraum, Schwimmbad und und, und, und. Auf dem Weg bekommen die Jungs das berühmte "Welcome to Las Vegas"-Schild zu sehen und einen tollen Blick auf die Skyline. Aber heute steht nur Basketball auf dem Programm. Morgen ist das erste Spiel. 90 Minuten später sind alle fertig. Nicht nur mit dem Training, auch sonst. Jetzt schlägt der Jetlag gnadenlos zu.

Doch der Tag ist noch lange nicht zu Ende. Zurück im Hotel und erst mal in den Pool und ein chinesisches All-You-Can-Eat-Buffet. Gestärkt geht es direkt weiter in die UNLV-Arena, das beeindruckende Thomas & Mack Center. Alles was jetzt schon großartig war, wird noch übertroffen. Besonders Victor, als leidenschaftlicher Geigenspieler, ist von der tollen Musikkapelle fasziniert. Typisch für College-Basketball ist, dass das Schulorchester immer seine Mannschaft anfeuert und für gute Stimmung sorgt. So eine Halle und Atmosphäre hat noch keiner der Jungs jemals erlebt. Man bekommt auf dem Oberrang fast Höhenangst, so steil ist es. Das Spiel ist leider nicht so gut, aber spannend.

Auch der 3. Tag begann mit Pancakes bei Denny's. Danach ein kurzes Training, wir spielen erst um 21:50 Uhr. Ausgeschlafen und bereit geht es stadtauswärts zur Bishop Gorman Highschool. Ein unglaubliches Schulgelände erwartet uns. Dazu ein riesige Halle mit Platz für mindestens 1000 Zuschauer. Es sind aber "nur" gut 300 Leute da. Immer wieder werden wir gefragt: "Where are you from?" Besonders Noah Aghas hat es den Amerikanern mit seinen 2,10 Meter angetan. Unser Gegner kommt aus Oklahoma City, der erwartet schwere Gegner. In der Verteidigung haben wir mit den schnellen kleinen Spielern immer wieder Probleme und auch mit der hartnäckigen Zonenverteidigung. Doch Mitte der ersten Hälfte schaffen wir es, uns abzusetzen. Durch unnötige Ballverluste kommt OKC wieder auf ran. In der zweiten Hälfte brechen wir komplett ein. Nichts funktioniert mehr. Kurz vor Schluss besiegeln zwei Dreier in Folge die Niederlage. Morgen ist ein neuer Tag.

Zum Frühstück geht es am 4. Tag nicht ins Denny's, wir testen das Frühstücksbuffet im Golden Coast Hotel. Im Spiel gegen die Neuseeländer starten wir gut, verlieren aber unseren Rhythmus. Doch am Ende bleiben wir ruhig und entscheiden das Spiel mit unserer Treffsicherheit von der Freiwurflinie. Sieg Nummer 1. Die Freude ist groß. Zur Belohnung geht es zum Shoppen in eine Outlet Mall. Weiß nicht genau, wer sich mehr freut, meine Frau Jenny oder die Jungs. Auf jeden Fall haben alle viel Spaß und fast jeder findet auch gleich auf Anhieb etwas. Nur Noah Aghas findet nichts, aber mit Schuhgröße 51 ist das sogar in den USA nicht immer einfach. Zum Glück warten noch mehr Malls auf uns.

Und dann passiert das, was ich schon lange befürchtet habe: Wir verfahren und verlieren uns. Nico mit seinem Van, Jenny mit ihrem und ich verloren in Vegas. Doch zum Glück kann man sich leicht an der Skyline orientieren und so finden wir alle wieder sicher den Weg zum Hotel zurück. Auf den Schreck gönnen wir uns erst mal einen Burger bei In-and-Out-Burger. Die Jungs sind begeistert und schlagen richtig zu. Schließlich kostet hier ein riesiger, doppelter Cheeseburger nur gut drei Dollar. Mit dicken Bäuchen geht es ins Hotel. Heute war ein guter Tag. So kann es weitergehen.

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