Ratiopharm Ulm Tyron McCoy: Der Kevin Durant der Basketball-Bundesliga

Tyron McCoy hat kein Problem damit, dass er nach seiner Zeit in Tübingen als Chefcoach nun wieder Assistenztrainer ist.
Tyron McCoy hat kein Problem damit, dass er nach seiner Zeit in Tübingen als Chefcoach nun wieder Assistenztrainer ist. © Foto: Eibner
Ulm / Sebastian Schmid 14.08.2018
Am Dienstag startet Basketball-Bundesligist Ratiopharm Ulm in die Vorbereitung. Neben neuen Spielern gibt es mit Co-Trainer Tyron McCoy auch an der Seitenlinie eine Veränderung. Den 45-Jährigen verbindet mit Trainer Thorsten Leibenath nicht nur eine gemeinsame Zeit, sondern auch eine vernichtende Bilanz.

Es ist ein altbekanntes Sprichwort: „Wenn du sie nicht besiegen kannst, verbünde dich mit ihnen.“ Ein Rat, den auch Tyron McCoy befolgt hat. Der 45-Jährige hat als Bundesliga-Trainer eine niederschmetternde Bilanz gegen Ulms Trainer Thorsten Leibenath vorzuweisen. Sowohl mit den Artland Dragons als auch mit den Tigers Tübingen gelang ihm kein Sieg gegen den Ratiopharm-Coach. „Er ist tatsächlich der einzige Typ, gegen den ich noch nie gewinnen konnte“, sagt McCoy und ergänzt lachend: „Also habe ich mir gesagt, ich muss nach Ulm wechseln und schauen, was Thorsten so besonders macht.

Neuer Job ist keine Degradierung

Eine Vorgehensweise, die auch so mancher Profi bereits gewählt hat, wie McCoy weiß: „Ich bin quasi Kevin Durant.“ Der NBA-Superstar war mit seinem Team Oklahoma City Thunder 2016 in den NBA-Playoffs am Serienmeister Golden State Warriors gescheitert und schloss sich in der darauffolgenden Saison den Warriors um Superstars Stephen Curry an, um den Titel zu holen.

Wenn die Ulmer Basketballer am Dienstag zum ersten Mal zusammenkommen und mit den Medizinchecks sowie den Fotoshootings die Saisonvorbereitung offiziell beginnt, fängt auch für McCoy ein neues Kapitel an. In der vergangenen Saison war er beim schwäbischen Rivalen Tübingen nach zehn Niederlagen in Serie an seinem 45. Geburtstag entlassen worden. „Das war das erste Mal, dass ich entlassen worden bin – als Spieler und als Trainer“, sagt McCoy. Dass es bei Tübingen auch nach seinem Abgang nicht besser lief und am Ende der Abstieg stand, ist für ihn kein Trost: „Zwar hat man gesehen, dass ich nicht der Hauptgrund für die Niederlagen war. Aber ich war Teil des Teams und habe auch Schuld am Abstieg.“

Dass er nun an Leibenaths Seite als Co-Trainer fungiert, nachdem er in Tübingen und bei den Artland Dragons in der Bundesliga bereits als Cheftrainer aktiv war, sieht er nicht als Abstieg an. „So etwas gehört zum Geschäft. Das ist für mich kein Problem.“ Zumal er und sein Chef eine gemeinsame Vergangenheit haben. In der Saison 1999/2000 spielte der Amerikaner für den Bundesliga-Aufsteiger TV 1860 Lich, bei dem Leibenath als Assistenztrainer tätig war. Dass sich die beiden so lange Zeit kennen, war einer der Hauptgründe, warum McCoy trotz guter Angebote aus dem Ausland nach Ulm kam.

Große Ziele

Ein weiterer Punkt hängt mit den Erfolgsaussichten zusammen. „Ich bin jetzt schon so lange in Deutschland, hatte aber noch nie die Chance, etwas zu gewinnen. Diesen Traum würde ich mir natürlich gerne in Ulm erfüllen“, sagte McCoy bei seiner Vorstellung. Denn obwohl er in seiner aktiven Karriere, in der er unter anderem für Oldenburg, Leverkusen und Frankfurt auflief, durchaus erfolgreich war, mehrmals im All-Star-Team stand und einmal sogar 43 Punkte in einer Bundesliga-Partie erzielte, stand der ehemalige Shooting-Guard nie in einem Endspiel. Auf den Hinweis, dass die Ulmer nicht gerade mit einem prallgefüllten Trophäen-Schrank gesegnet sind, antwortet er lachend: „Aber immerhin waren sie näher dran als ich.“ Daraus, dass er mit dem Klub viel erreichen will, macht er keinen Hehl. „Die Ziele des Klubs und meine sind sich sehr ähnlich: Wir wollen etwas gewinnen.

Auf eines werden die Ulmer Fans allerdings verzichten müssen. Einen Drei-Punkte-Wurf aus der Coaching-Zone, wie er ihn als Trainer der Artland Dragons während des Spiels in Hagen im Korb versenkte, ist nicht geplant.

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Öffentliches Testspiel gegen Crailsheim

Am Dienstag beginnt mit dem Medizincheck die Saison-Vorbereitung der Ulmer Basketballer. Vor dem Saisonauftakt am 28.9. gegen Bayern München findet eine ganze Reihe von nicht-öffentlichen Testspielen gegen Bayreuth (24.8.), Jena (29.8.), Würzburg (30.8.) und Anwil Wloclawek (21./22. 9.) statt. Das einzig öffentliche Vorbereitungsspiel wird am 19. September gegen Bundesliga-Aufsteiger Crailsheim in Neu-Ulm stattfinden. Außerdem ist ein Trainingslager im italienischen Bormio geplant (31.8. bis 5.9.), inklusive Spielen gegen Turin und Galatasaray Istanbul.

Ansonsten wird sich das Team am 25.8. im Blautal-Center erstmals den Fans präsentieren. Die Tipoff-Gala ist für den 17.9. im Hotel Lago terminiert.

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