Basketball Trikot-Streit spaltet Ulmer Basketballer

Andreas Oettel mit dem Corpus Delicti in der Hand: das Benzing-­Trikot.
Andreas Oettel mit dem Corpus Delicti in der Hand: das Benzing-­Trikot. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Sebastian Schmid 18.12.2017
2010 fiel die Geschäftsführer des Basketball-Bundesligisten eine Entscheidung, die sie gerne rückgängig machen würden.

Es ist wie so oft. Am Ende will es keiner gewesen sein. Und so schieben sich die beiden Geschäftsführer von Basketball-Bundesligist Ratiopharm Ulm, Thomas Stoll und Andreas Oettel gegenseitig den Schwarzen Peter zu. „Da sind wir uns wohl zum ersten Mal in 16 Jahren uneins“, stellte Oettel fest.

Was war geschehen? Der Fehler passierte am 13. Juli 2010, vor den Augen der örtlichen  Presse. Es war der Tag der Grundsteinlegung für die neue Multifunktionshalle auf dem Neu-Ulmer Volksfestplatz und der Bekanntgabe, dass diese künftig Ratiopharm-Arena heißen wird.

Im Grundstein aus Beton befindet sich eine Edelstahlkassette – und in ihr die lokalen Tageszeitungen des 13. Juli 2010, Euro-Münzen, die Ratsprotokolle der Beschlüsse, eine Ausgabe des Vereinsmagazins „OrangeZone“ der Basketballer (mit dem damaligen Trainer Mike Taylor auf dem Titel) sowie ein Trikot der Ulmer Basketballer.Der (nicht ernst gemeinte) Streit zwischen den beiden Geschäftsführern ist an der Frage entbrannt, wer damals die Entscheidung gefällt hat, das Trikot von Robin Benzing in den Grundstein zu legen. „Das war der Andi. Ich war für Per Günther“, stellt Stoll am Rande des Heimsiegs gegen Würzburg klar. Oettel hat das ganz anders in Erinnerung: „Der Thomas war für Benzing. Ich hätte Pers Trikot genommen.“

Wer auch immer es war, der Fehler ist nicht wiedergutzumachen. Jedenfalls nicht, solange die Arena steht. Die Hoffnung, die wohl hinter der Wahl stand, nämlich dass Benzing eines Tages als erster Deutscher, der für Ulm gespielt hat, in der NBA landet, hat sich nicht erfüllt. Und Daniel Theis war noch nicht in Sicht.

Günther, der 2008 ein Jahr vor Benzing nach Ulm kam, soll noch heute leicht verärgert auf die Wahl reagieren. Seine 22 Punkte beim 72:69 gegen Würzburg (mit Benzing) können also als Statement verstanden werden. Die Aussicht, dass nach seinem Karriereende das Trikot mit seiner Nummer „6“ ziemlich sicher in Ulm nicht mehr vergeben und unter dem Hallendach hängen wird, dürfte ihm ein Trost sein. Unter der Arena liegt aber für immer Benzings „21“.

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