Basketball Trainer Leibenath startet mit komplett neuem Team in die Vorbereitung

Alles an seinem Platz: Die neuen orangen Heimtrikots und die Sporttaschen mit der Teamausrüstung liegen für die Basketball-Profis bereit.
Alles an seinem Platz: Die neuen orangen Heimtrikots und die Sporttaschen mit der Teamausrüstung liegen für die Basketball-Profis bereit. © Foto: BBU ’01
SEBASTIAN SCHMID 18.08.2015
Auf Thorsten Leibenath wartet viel Arbeit. Bis auf Per Günther konnten die Ulmer Basketballer keinen Leistungsträger der vergangenen Runde halten. Nun muss ein neues schlagkräftiges Team geformt werden.

Am Montag war es genau 14 Jahre her, dass in Ulm ein neues Kapitel Sportgeschichte aufgeschlagen wurde. Am 17. August 2001 wurde die Basketball Ulm GmbH gegründet, zu deren Gründungsväter Thomas Stoll und Andreas Oettel gehörten. Das Duo leitet vor der anstehenden 15. Saison noch immer die Geschicke der Basketballer und kann auf eine Erfolgsgeschichte zurückblicken: Erstliga-Aufstieg 2006, Vizemeisterschaft 2012, Eurocup 2013, zwei (verlorene) Pokalfinals (2013/2014) – wenn Stoll zurückdenkt, fallen ihm viele schöne Momente ein. „Aber das ganz große Highlight fehlt ja noch“, sagt der Manager von Ratiopharm Ulm, der seit Jahren davon träumt, einen Titel auf dem Münsterplatz zu feiern.

Diese Woche starten die Ulmer den nächsten Anlauf. Angesichts der scheinbar übermächtigen Bundesliga-Konkurrenz aus Bamberg, München und Berlin ist das Ratiopharm-Team allerdings Außenseiter. Am größten sind die Chancen noch auf den Pokalsieg. Doch so weit will Stoll gar nicht denken. Bereits vor der ersten Trainingseinheit am Dienstag wundert er sich vielmehr: „Die Euphorie bei den Fans ist sehr groß. Ich weiß manchmal gar nicht warum.“ Scheinbar haben er und Trainer Thorsten Leibenath in den Augen der Fans bei der Kaderzusammenstellung ein paar Dinge richtig gemacht.

Allerdings steht Leibenath vor einer kniffligen Aufgabe, denn er muss ein komplett neues Team auf die Saison vorbereiten. Bis auf ein paar talentierte Jugendspieler ist aus dem Kader der vergangenen Spielzeit nur noch Dauerbrenner und Identifikationsfigur Per Günther dabei. Der Umbruch im Team war in diesem Umfang ungewollt. „Das ist ein Prozess, der so nicht geplant war“, sagt Stoll. Bis zuletzt habe der Klub versucht, Leistungsträger zu halten. Doch die hatten andere Gehaltsvorstellungen als der Eurocup-Teilnehmer gewillt ist zu zahlen. Während es Tim Ohlbrecht vorzog mit Frau und Hund nach Sibirien zu ziehen und für Krasnojarsk zu spielen, ist sich Stoll sicher, dass der eine oder andere Akteur mittlerweile darüber nachdenkt, ob er nicht lieber das Ulmer Angebot hätte annehmen sollen. Will Clyburn, dem Stoll „völlig überzogene Gehaltsvorstellungen“ nachsagt, steht ebenso wie Deonte Burton, Maarten Leunen, Jaka Klobucar und Ian Vougioukas noch ohne neuen Arbeitgeber da.

Doch der Ulmer Kader ist komplett und auf Leibenath wartet bis zum Saisonstart am 1. Oktober bei Alba Berlin genügend Arbeit, um aus der Ansammlung von Neuzugängen ein funktionierendes Team zu formen. Damit der ungewollte Umbruch kein jährliches Ritual wird, haben die Ulmer vorgesorgt. Zwar sind langfristige Verträge anders als im Fußball oder Handball im Basketball eher selten, doch die Klub-Verantwortlichen haben zumindest für ein wenig Planungssicherheit gesorgt. Außer Günther, der vergangene Runde für zwei weitere Spielzeiten zugesagt hat, haben auch die Neuzugänge Philipp Neumann, David Brembly, Raymar Morgan, Augustin Rubit für zwei Jahre unterschrieben. DeAndre Kane hat einen Vertrag für eine Saison plus eine Option für eine weitere. Nur Da’Sean Butler, Carlon Brown und Taylor Braun haben nur für die kommende Runde zugesagt. Stoll: „Wir haben einen relativ starken Kern, der für zwei Jahre ausgelegt ist.“

Die diesjährige Mannschaft ist „vier, fünf Prozent“ (Stoll) teurer als das Team zu Beginn der vergangenen Saison. Wie hoch der Etat genau ist, wollte der Ulmer Manager nicht verraten, nur so viel: „Es ist uns – wie jedes Jahr – gelungen, den Etat ein wenig zu steigern.“ Vergangene Runde standen den Ulmern 5,4 Millionen Euro zur Verfügung.

Damit liegen man laut Stoll hinter den drei Titel-Favoriten mit Oldenburg, Bonn, Frankfurt und Aufsteiger Würzburg in etwa gleichauf. Geht es nach dem Manager soll in den kommenden Jahren der Etat auf acht Millionen gesteigert werden. Zahlen, die ebenfalls die Erfolgsgeschichte des Ulmer Basketball in den vergangenen Jahren belegen. Als Stoll und Oettel den Klub nach der Insolvenz 2001 gründeten, lag der Ulmer Etat für die Zweite Liga bei 150.000 Mark. Es ist viel passiert in den letzten 14 Jahren.

Info Am Dienstag gibt es ab 8 Uhr auf www.basketball-ulm.com/tickets Karten für die Eurocup-Saison mit den Duellen gegen Valencia, Venedig, Nancy, Saragossa und Charleroi.

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