Basketball Thorsten Leibenath: Regelfrust und Siegeslust

Probleme am Knie und geschwächt von einer Grippe: Tim Ohlbrecht (rechts) droht am Sonntag erneut auszufallen.
Probleme am Knie und geschwächt von einer Grippe: Tim Ohlbrecht (rechts) droht am Sonntag erneut auszufallen. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Christian Kern 07.04.2018

Thorsten Leibenath ist sauer. „Wir sind als Trainer immer die Deppen“, schimpfte der Trainer von Ratiopharm Ulm. Sein Groll richtete sich einmal mehr gegen die Unparteiischen in der Bundesliga. „Beim unseren Spielen gegen Bonn und München gab es vonseiten der Referees für mich nicht nachvollziehbare Entscheidungen“, sagte 43-Jährige weiter. Über diese könne sich der Coach zudem im Nachhinein kaum beschweren. Sonst drohten die Ulmer erneut von den Schiedsrichtern benachteiligt zu werden.

Dass Leibenath die vermeintlichen Fehlentscheidungen der Spielleiter in dieser Phase der Saison besonders ärgern, ist nachvollziehbar. Schließlich steht sein Team sieben Spieltage vor Schluss nur auf Platz neun in der Tabelle und hat weiterhin zwei Punkte Rückstand auf einen Playoff-Rang. „Mit jeder Niederlage werden unsere Playoff-Chancen geringer“, skizzierte der Ulmer Trainer die angespannte Lage. Das Auswärtsspiel der Ulmer am Sonntag beim Mitteldeutschen BC bekommt da bereits den Charakter eines Endspiels. Coach Leibenath wollte dies zwar nicht bestätigen, schob jedoch zumindest die professionelle Floskel hinterher: „Wir wollen das Spiel am Sonntag unbedingt gewinnen.“

Ein Selbstläufer wird es keinesfalls. Denn der Aufsteiger aus Weißenfels steckt als Tabellenvierzehnter noch im Abstiegskampf und wird den Ulmern entsprechend harte Gegenwehr bieten. Besonders Lamont Jones, der Aufbauspieler der Weißenfelser, könnte für die Gäste aus der Donaustadt unangenehm werden. Der 27-Jährige gilt mit im Schnitt 16,3 Punkten pro Spiel als absoluter Leistungsträger des Teams aus Sachsen-Anhalt. „Er ist der wichtigste Spieler beim MBC“, meint auch Leibenath. Deswegen scheint der Plan der Gäste klar: Möglichst früh attackieren und schnell einen deutlichen Vorsprung herausarbeiten, um Jones & Co. gar nicht erst ins Spiel kommen zu lassen. „Wir wollen einen schnellen Start hinlegen“, sagte Leibenath.

Ohlbrecht weiter verletzt

Verzichten muss der Ulmer Coach wohl auf Center Tim Ohlbrecht, der sich nach wie vor mit Problemen am Knie plagt, dazu durch eine Grippe geschwächt ist. Auch der Einsatz von Flügelspieler Da’Sean Butler ist ungewiss. Entwarnung gibt es hingegen bei Per Günther. Der etatmäßige Aufbauspieler von Ratiopharm Ulm zog sich beim Spiel gegen Bayern am vergangenen Mittwoch zwar eine Rippenprellung zu. Dennoch sind die Ulmer Verantwortlichen „sehr optimistisch“, dass der 30-Jährige in Weißenfels auf dem Parkett stehen wird.

Ob auf diesem die von Leibenath ins Visier genommenen Schiedsrichter ein Faktor sein werden, hängt laut dem Trainer vor allem von seiner Mannschaft ab: „Wir werden hoffentlich früh im Spiel eine Entscheidung erzwingen. Dann sollten wir auch keine Probleme mit den Unparteiischen haben“, so Leibenath.

Das Rennen um den letzten Playoff-Platz

Bamberg, Ulm und Gießen: Unter diesen drei Mannschaften wird sich voraussichtlich entscheiden, wer am Ende der regulären Saison Rang acht und damit den letzten Playoff-Platz belegt. Die Brose Baskets aus Bamberg haben mit aktuell zwei Punkten Vorsprung und einem Nachholspiel in der Hinterhand die besten Chancen auf die Endrunde. Gießen und Ulm
folgen punktgleich dahinter. Direkte Duelle der drei gibt es keine mehr.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel