Steeples gewinnen nach Krimi

Daniel Berger (am Ball) war gestern mit 20 Punkten der erfolgreichste Korbjäger der Steeples beim 93:90-Erfolg gegen Würzburg.
Daniel Berger (am Ball) war gestern mit 20 Punkten der erfolgreichste Korbjäger der Steeples beim 93:90-Erfolg gegen Würzburg. © Foto: Dave Stonies
SVEN KOUKAL 01.02.2016
Bis zum Ende spannend blieb das Duell der Ehinger Basketballer gegen die Baskets Würzburg. Mit einem knappen 93:90 setzte sich Ehingen Urspring an die Tabellenspitze. Es war der fünfte Sieg in Serie.

Mit dem fünften Sieg in Folge steht das Team Ehingen Urspring nun an der Tabellenspitze der ProB. Möglich gemacht hat das gestern Abend ein irrer Schlusskrimi gegen die TG Baskets Würzburg. Trotz eines zwischenzeitlich dicken Punktepolsters wurde es am Ende noch richtig eng für die Mannschaft um Headcoach Domenik Reinboth.

"Ich selbst habe auch kein Rezept, um das Auf und Ab in der Saison zu erklären", sagte Reinboth nach dem engen 93:90-Sieg. "Manchmal ist es, wie wenn wir einen Gang rausnehmen und im Leerlauf sind." Dabei präsentierten sich die Steeples von Beginn an besonders im Abschluss konsequent.

Der Auftakt gelang nach Maß: Allen voran glänzte Christopher Wolf mit den ersten neun Punkten am Stück. Doch auch die restlichen Teammitglieder blieben nicht inaktiv und legten eine souveräne Führung von 26:20 vor. Nur kurzzeitig brach der neue Tabellenführer etwas ein und lud Würzburg ein den Abstand zu verringern. "Heute haben wir durch Unachtsamkeiten viele Einladungen verteilt", merkte der Ehinger Coach kritisch an.

Sichtlich unbeeindruckt von der Leistung seines Teams im ersten Viertel wechselte Würzburgs Trainer Peter Günschel zu Beginn der zweiten zehn Minuten alle fünf Spieler aus: "Das habe ich in meinen drei Jahren auch noch nicht erlebt. Aber ich wollte den Jungs ein klares Zeichen geben."

Geschadet haben diese kurzen Phasen der nachlassenden Konzentration auf Ehinger Seite allerdings im zweiten Viertel noch nicht. Besonders Daniel Berger setzte sich im zweiten Durchgang in Szene und lieferte acht Punkte ab. Auch Routinier Radivoj Tomasevic schaltete einen Gang nach oben und verwandelte sechs seiner sieben Versuche vom Feld - darunter zwei perfekte Würfe für drei Punkte. Mit einer 14-Punkte-Führung ging es mit dem Zwischenstand von 54:40 in die Halbzeit.

Auf das beste Viertel aus Sicht der Ehinger folgte das schwächste. Immer wieder warnte Reinboth von der Seitenlinie aus, das Spiel nicht aus den Händen zu geben. Denn der zwischenzeitliche 16-Punkte-Vorsprung schmolz kontinuierlich - am Ende des dritten Durchgangs gar auf nur noch einen Punkt. Würzburgs Forward Felix Hoffmann fand immer besser ins Spiel, mit ihm seine Teamkollegen.

"Ärgerlich, dass meine Männer in manchen Situationen gar nicht da waren vom Kopf her", bedauerte Günschel. Doch im dritten Viertel zeigten die Baskets ihre Qualitäten. "Normalerweise macht Würzburg 70 Punkte im Schnitt, heute waren es 90", lobte auch Reinboth den Gegner. Verkürzt auf 68:67 malte sich der Außenseiter Chancen auf den Sieg aus.

Zerstört wurden diese im spannenden Schlusskrimi durch die mannschaftsdienliche Leistung der Reinboth-Truppe. Bis auf Kevin Luyeye und Marko Sarac trafen alle Spieler aus den Ehinger Reihen. Auf Augenhöhe waren es am Ende die "toughen Würfe", wie es Günschel nannte, die den Unterschied machten. Wolf, Berger und Jahn sicherten durch späte Treffer den 93:90-Erfolg. "Wir haben unglaublichen Charakter gezeigt und sind als Mannschaft gewachsen", betonte Reinboth. Eine Qualität, die sich besonders in den Playoffs als wichtig erweisen wird.

Ehingen Urspring: Berger (20 Punkte), Wolf (19), Tomasevic (17), Jahn (12), Moore (10), Aghas (6), Thompson (3), Volk (3), Aminu (2), Eisele (1), Luyeye, Sarac.