Von Reisestrapazen geplagt sind die Basketballer von Ratiopharm Ulm. Noch Anfang der Woche spielte das Team von Trainer Thorsten Leibenath im Eurocup auswärts gegen Asvel Lyon-Villeurbanne in Frankreich, schon am Sonntag (15 Uhr/ live bei Magenta Sport) geht es im Bundesliga-Spiel gegen die Eisbären im gut 700 Kilometer entfernten Bremerhaven.

Innerhalb der nächsten 33 Tage, bis zum Nachholspiel bei Würzburg (14. Februar) und unmittelbar vor dem BBL-Pokalfinale, das ohne Ulm stattfindet, bestreiten die Ratiopharm-Korbjäger insgesamt elf Spiele. „Diese ganzen Trips sind sehr ermüdend und anstrengend“, gesteht Leibenath: „Wir stehen vor einer harten Aufgabe, eine gute Balance zwischen Regeneration und Vorbereitung zu finden.“ Dennoch ist der 43-jährige Trainer positiv gestimmt, diesen Spagat mit seinem tief besetzten Kader zu meistern.

Fünf Auswärtsfahrten stehen in dieser Zeit für Ulm an. Dabei ist, neben dem Trip nach Russland zum Eurocup-Spiel gegen Lokomotive Kuban Krasnodar (23. Januar), der Weg in den Norden Deutschlands der weiteste.

Mannschaft im Umbruch

Dort treffen die Ulmer Basketballer in der Bundesliga auf die Eisbären Bremerhaven, die neun Niederlagen in Serie kassiert haben und auf dem vorletzten Tabellenplatz rangieren.

Die abstiegsbedrohten Eisbären befinden sich derzeit in einem Umbruch. Anfang Dezember übernahm Dan Panaggio das Traineramt vom entlassenen Arne Woltmann. Der ehemalige NBA-Assistenztrainer Panaggio war im September Sportdirektor des BBL-Teams geworden. Dazu stieg der 64-jährige Coach mit seinem Bruder Mike, mit dem er eine Sportakademie in Florida betreibt, als Gesellschafter der Eisbären ein.

Schon 14 Spieler waren seit Saisonbeginn im Kader gelistet, drei davon sind nicht mehr im Team. Erst vorgestern verpflichtete Bremerhaven den 26-jährigen Power Forward Darious Moten, der gegen Ulm sein BBL-Debüt geben wird. Bis morgen könnte es sogar noch sein, dass ein weiterer Akteur zum Team von Panaggio stößt. Bremerhaven sucht nämlich auf dem Transfermarkt nach einem neuen und starken Shooting Guard.

Leibenath hat Respekt vor Bremerhaven

Leibenath ist dies bewusst, der Ulmer Coach hat Respekt vor dem Team aus Norddeutschland. „Sie sind eine sehr gefährliche Mannschaft“, so Leibenath: „Dazu haben sie gute Schützen in ihren Reihen und theoretisch nichts zu verlieren gegen uns.“

Schlüsselspieler der Eisbären ist der 30-jährige Chris Warren. Der Aufbauspieler erzielt durchschnittlich knapp 17 Punkte pro BBL-Partie und verteilt dazu noch mehr als fünf Assists an seine Mitspieler. „Er hat beeindruckende Quoten und zählt zu den Top-Guards der Liga“, sagt Leibenath.

Auf den Fiba-Europe-Cup-Gewinner von 2017 gilt es sich zu konzentrieren, denn Warren ist laut Leibenath „nicht ungefährlicher als Tyrese Rice in Bamberg“. Gelingt das den Ulmern, wird der Heimflug zurück nach Schwaben umso angenehmer.

Ex-Ulmer John Bryant wechselt die Seiten


Die Wahl zum diesjährigen Allstar-Game in der in der Trierer Arena (23. März) hat begonnen. Die Basketball-Fans können bis Ende Januar ihre Lieblingsakteure für das nationale oder internationale Team bestimmen. Neben Ulms Coach Leibenath, als Trainer, steht Center John Bryant, der nun im Besitz des deutschen Passes ist, zur Auswahl fürs „Team National“. Zuvor lief der Ex-Ulmer zweimal für die „Internationals“ auf (2012 und 2013).