Würzburg Spielmacher flüchtet

Chester Frazier hat sich gestern ins Flugzeug gesetzt und ist zurück in die USA geflogen.
Chester Frazier hat sich gestern ins Flugzeug gesetzt und ist zurück in die USA geflogen.
DPA/TGO 24.05.2012

Bundesligist Würzburg Baskets muss mitten im Kampf um den Einzug ins Meisterschaftsfinale einen personellen Nackenschlag hinnehmen. Gestern packte Aufbauspieler Chester Frazier seine Sachen und flog zurück in die USA. Heute (20.20 Uhr/live Sport 1) empfängt der Aufsteiger in der zweiten Halbfinalpartie den Hauptrunden-Zweiten Ratiopharm Ulm. Die erste Begegnung in der Serie "Best of five" (drei Siege nötig), in der Frazier mit 14 Punkten zweitbester Werfer seiner Mannschaft war, haben die Ulmer gewonnen.

"Wir hatten mit Chester vereinbart, dass er zumindest bis zum Ende der Halbfinal-Serie gegen Ulm bleibt", sagte Würzburgs enttäuschter Geschäftsführer Jochen Bähr. "Warum er sich entschlossen hat, jetzt schon in die USA zurückzukehren, hat er uns nicht mitgeteilt." Möglicherweise hatte der Amerikaner die Aussicht, an einem College-Basketball-Team in Kansas Assistenzcoach zu werden und musste das Angebot sofort annehmen.

Ratiopharm-Trainer Thorsten Leibenath sieht die "Flucht" des 26-Jährigen mit gemischten Gefühlen. Auf der einen Seite könne das eine Schwächung sein, auf der anderen Seite könne auch ein Jetzt-erst-recht-Effekt die Folge sein.