Basketball Spiel gegen FC Bayern Basketball: Ulms derzeit größter Herausforderer

Drei Mal standen Raymar Morgan und Co.  dem FC Bayern gegenüber. Als Ulm im Audi-Dome siegte, waren die Münchner noch nicht auf der Höhe ihres Schaffens angelangt.
Drei Mal standen Raymar Morgan und Co. dem FC Bayern gegenüber. Als Ulm im Audi-Dome siegte, waren die Münchner noch nicht auf der Höhe ihres Schaffens angelangt. © Foto: Volkmar Könneke
Helen Weible 08.04.2017

Sportlich gesehen ist der Tabellenführer Ratiopharm Ulm diese Saison voll auf Augenhöhe mit den großen „Bs“. Finanziell gesehen natürlich noch lange nicht. Was die Klubs im Budget unterscheidet, lässt sich schnell mit einem Blick auf den Kader und punktuelle Nachverpflichtungen ausmachen.

Allein, was das Nachrüsten im Jahr 2017 angeht, hat der FC Bayern München mächtig die Muskeln spielen lassen. Der Gegner (18 Uhr, Arena/Telekombasketball.de) von Ratiopharm Ulm im absoluten Spitzenspiel der Basketball-Bundesliga hat das nötige Kleingeld für taktisch kluge und qualitativ hochwertige Einkäufe in der zweiten Saisonhälfte. Nicht zuletzt betont Karsten Tadda vor dem Spiel gegen den Hochkaräter: „Sie haben eine enorm lange Bank, mit elf oder zwölf Vollprofis.“

Im Januar holten die Bayern Maik Zirbes vom Euroleague-Topteam Maccabi Tel Aviv. Der Center kam auf Leihbasis und sollte im Eurocup und natürlich in der deutschen Liga zum Erfolg verhelfen. Im europäischen Wettbewerb kamen die Bayern immerhin weiter als die Ulmer. Jetzt war gegen Malaga im Viertelfinale Schluss. Auch die Verantwortlichen von Ratiopharm Ulm waren im Frühjahr auf dem Transfermarkt tätig, allerdings notgedrungen durch den Ausfall von Tim Ohlbrecht auf der Centerposition. Der von Alba Berlin gekommene Jonas Wohlfarth-Bottermann musste erst um sein Comeback nach einer Verletzung schuften. Im Kampf um den Achtelfinaleinzug im Europcup konnte er den Ulmern darum noch nicht weiterhelfen.

Die Bayern waren eigentlich schon im Januar auf der Suche nach einem BBL-erfahrenen Point Guard. Den lotsten sie schließlich Mitte März aus Weißrussland nach München. Der flinke und treffsichere Dru Joyce ist ein geschätzter Aufbauspieler in der BBL, 2007 bis 2009 stand er in den Diensten von Ulm, außerdem zwei Jahre in Trier, später noch für Oldenburg, Braunschweig und Würzburg auf dem Parkett. Beim jüngsten Sieg der Bayern gegen Jena gehörte Joyce zu den auffälligeren Spielern mit zehn Punkten und sieben Assists zeigte er sich in seinem dritten Spiel im Münchner Trikot voll integriert.

Prather muss bereit sein

Mit solch’ namenhaften Nachverpflichtungen können die Ulmer nicht aufwarten. Der Neue Casey Prather, der als Rückversicherung für die Playoffs geholt wurde, kommt weit her aus Down Under. Der 25-jährige US-Amerikaner ist sicher ein versierter Guard. Die Fans müssen sich aber erst mal ein noch komplett unbeschriebenes Blatt gewöhnen. Ins Team hat er sich in den wenigen Tagen, in denen er in Ulm ist, schon prima integriert. „Mich erinnert er ein bisschen an eine Mischung aus Dominique Sutton und Will Clyburn“, sagt Thorsten Leibenath nach seinen ersten Trainingseindrücken. „Ich glaube, dass er in der Lage ist, in mehrere Rollen zu schlüpfen.“

Der Coach betont, dass Prather nicht nur im Verletzungsfall eingesetzt werde, sondern auch die Möglichkeit bestünde, ihn als Entlastung des Stammkaders aufs Feld zu bringen. Am Samstag gegen Bayern wird ihm wohl noch die Beobachterrolle zuteil. Aber schon bei den kurz aufeinanderfolgenden Doppelspieltagen ergeben sich Chancen auf seinen ersten Einsatz im Ratiopharm-Trikot.

Noch zwei Süd-Derbys in der Hauptrunde

Das Restprogramm der Ulmer Basketballer in der Bundesliga-Hauptrunde liest sich relativ harmlos: Am Gründonnerstag geht’s zum Tabellen-14. Würzburg, am Ostersonntag kommt der Neunte Gießen. Am 22. April gastiert der Zehnte Frankfurt in der ausverkauften Arena, das vorletzte Spiel findet beim derzeit Siebten im Ranking, Ludwigsburg statt. Am 1. Mai gastiert der Vorletzte Tübingen. hel