Basketball Merlins gewinnen erneut erst im Schlussspurt

Vorne und hinten zu finden. Sherman Gay (Nr. 33) erzielt 22 Punkte für die Merlins.
Vorne und hinten zu finden. Sherman Gay (Nr. 33) erzielt 22 Punkte für die Merlins. © Foto: Günter Gottlieb
Michael Wiedmann 18.12.2017
Die White Wings Hanau bleiben eine harte Nuss für die Crailsheim Merlins. Am 14. Spieltag erkämpft sich der Tabellenführer der Pro A erst in den Schlussminuten den knappen 82:78-Erfolg

Für die Hanauer war die Partie gegen den Tabellenführer bereits das „Weihnachtsspiel“. Für die Crailsheim Merlins folgt das „Spiel der Spiele“ bekanntermaßen erst kommende Woche. Nicht minder gefordert waren die „Zauberer“ in der Auswärtspartie beim Play-off-Kandidaten jedoch, der es sich auf die Fahnen geschrieben hatte, die Offensivpower der Merlins zu stoppen.

Die Crailsheimer um Center Sherman Gay durchkreuzten diese Pläne früh, erspielten sich ihre Chancen und nutzten diese (4:9). Ebenso funktionierte aber auch die gegnerische Offense gut, und die Gastgeber hielten die Partie offen. Teils überhastete Aktionen der Hanauer sorgten jedoch dafür, dass die Gäste zumindest nicht ins Hintertreffen gerieten und mit Cleverness die Führung behielten (15:23).

Neben Gay und Frank Turner sorgten erneut die Akteure von der Bank für Akzente. Chase Griffin forcierte das Umschaltspiel seines Teams, und Martin Bogdanov netzte zu Beginn des zweiten Abschnitts fünf Zähler in Folge ein (17:28). Abgesehen von einem schön herausgespielten Cuffee-Dreier konnten die Merlins in der Folge aber nichts mehr auf das Parkett zaubern, sodass die Hausherren Morgenluft witterten (32:33). Auch eine Auszeit brachte nicht die erhoffte Wirkung, und nicht einmal Freiwürfe wollten fallen. Die Folge war ein 38:41-Rückstand zur Pause.

Griffin punktet zuverlässig

Den „psychologisch wichtigen“ Treffer zum Ausgleich konnte Konrad Wysocki zu Beginn des dritten Viertels erzielen, der Turn­around gelang den Crailsheimern allerdings nicht – zu selbstbewusst traten die Gastgeber um ihren bärenstarken Center Chris Brady in der eigenen Offense an.

Dieses Selbstvertrauen sorgte für einen erneuten Lauf der Hanauer um den guten Point Guard Chase Adams, dem die Merlins erst zum Ende des dritten Viertels wieder etwas entgegenwirken konnten (60:55). Die erste Niederlage nach zehn Siegen in Folge schwebte über den Zauberern, als Hanau erstmals auf zehn Zähler davonziehen konnte (65:55).

Einzig Chase Griffin scorte zuverlässig, sorgte für die ersten sieben Merlins-Punkte im Schlussviertel. Vom Routinier mitgerissen, zeigten die Zauberer wieder einmal viel Charakterstärke und sorgten für ungläubige Blicke beim Heimpublikum, als White-Wings-Coach Simon Cote nach dem 68:69 für die Merlins zur Auszeit rufen musste.

Absetzen konnte sich nun keines der Teams mehr. Mehrfach legten die Hausherren vor, mehrfach zogen die Merlins nach. Erst zwei Freiwürfe von Sherman Gay sorgten für das Polster, das den Crailsheimern am Ende zum Sieg reichen sollte (76:80). Zwar wurde es nach einem unsportlichen Foul gegen Chase Griffin noch einmal brenzlig, doch die Gastgeber konnten nur noch Ergebniskosmetik betreiben. Die Merlins hatten zum wiederholten Mal in dieser Saison eine Partie im Schlussviertel gedreht.

„Heute hätte eigentlich Hanau den Sieg verdient gehabt. Bis ins Schlussviertel hat mir die Energie bei unseren Jungs gefehlt. Dann jedoch haben wir wie so oft in dieser Saison mit einem Kraftakt noch mal das Spiel gedreht“, freute sich Crailsheims sportlicher Leiter Ingo Enskat über den glücklichen Erfolg.

So spielten sie:

Hanau – Crailsheim

78:82

Viertelergebnisse: 15:23, 26:15, 19:17, 18:27

Hanau: Adams (14), Albrecht (12), Eichler (1), Jönke (12), Choice (17), Long, Fintel (3), Nicolay (2), Brady (17)

Crailsheim:  Smith, Turner (11 Punkte), Griffin (19), Bogdanov (7), Herrera (5), Wysocki (6), Jost (2), Cuffee (8), Gay (22), Flomo (2)