Jubiläum Seit zehn Jahren Vollgas beim Basketball-Fanclub

Ulm/Neu-Ulm / Miriam Baitinger 29.09.2017
Passend zum Saisonauftakt der Basketball-Bundesliga am Samstag feiert der Fanklub der Ulmer Basketballer „Fan-Attack Ulm“ sein 10-jähriges Bestehen.

„Wir sind drei Basketball-Verrückte, die sich gesucht und gefunden haben.“ So beschreibt Josef Jahl, Vorsitzender beim Fanklub Fan Attack Ulm, sich und seine Gründerkollegen Christian Conzelmann und Ralf Wagner.

Schon lange bevor die drei den Klub vor zehn Jahren ins Leben gerufen hatten, tourten Jahl, Conzelmann und Wagner quer durch die Republik, um kein Spiel der Ulmer Basketballer zu verpassen. Josef Jahl erinnert sich: „Auf einer vierstündigen Autofahrt fängt man an Pläne zu schmieden. Unser Plan X: Einen neuen Fanclub für Ratiopharm Ulm zu gründen.“ Die flammende Leidenschaft für den Ulmer Basketball traf auf den Unmut über den damals einzigen Fanklub, die Magic Sparrows. Als eingetragener Verein waren die Sparrows verpflichtet, ihre Erlöse in Förderprojekte zu stecken. Für Fan-Aktionen sei meistens nicht viel übrig geblieben.

Über 360 Mitglieder

Aus der Auto-Träumerei wurde bald schon Wirklichkeit: Bei der Gründungsversammlung am 27. September 2007 hatten die drei Männer 16 Mitglieder zusammengetrommelt – heute sind es 362. „Wir sind kein Verein, sonder eine Interessengemeinschaft“ betont der Nersinger. Dadurch könne Fan-Attack ihre Mitgliedsbeiträge zu 100 Prozent in Fan-Aktionen und verbilligte Auswärtsfahrten stecken. „Wir müssen nichts abgeben und wir geben nichts ab“, versichert er.

Dieser Eifer machte sich in den letzten Jahren auch in der Arena sichtbar: Riesige Fanblocks mit bis zu 1300 Menschen, eine Ulmer Skyline aus Pappe, die aus den Fan-Reihen empor ragt oder eine XXL-Fahne auf der Per Günther im Einstein-Look die Zunge raus streckt – mit diesen und vielen anderen kreativen Ideen heizte der Klub den Spielern, Fans und Zuschauern in den vergangenen zehn Jahren ordentlich ein. Nicht umsonst seien die Fans von Ratiopharm Ulm zu den besten Fans der Bundesliga gekürt worden, sagt der Vorstandvorsitzende grinsend: „Das geht natürlich runter wie Öl.“

Elf Fanbusse fuhren zum Derby in Tübingen

Zu den persönlichen Highlights  beim Fanklub zählt für Josef Jahl ein Derby in Tübingen, zu dem elf Fan-Busse aus Ulm angerückt seien. Auch an das Weißwurstfrühstück an einer Raststätte während der Spielfahrt nach Bonn erinnert er sich gern zurück. Allem voran, ist er stolz auf die 440 Quadratmeter große Blockfahne, die vom Ulmer Unternehmen Digital Druck Braun gesponsert wurde. Geschäftsführer Joachim Braun, Mitglied bei Fan Attack, fertigte für den Klub bereits zahlreiche Fahnen und Banner kostenlos an. „Ohne Herr Braun würde es uns in der Form nicht geben. Mein ganzer Dank gilt diesem Mann“, sagt er.

Fan Attack Ulm sei aber noch viel mehr: „Wir sind eben Gleichgesinnte, bei uns sind Freundschaften und Ehen entstanden, auch ich habe meine Frau dort kennengelernt“, erzählt Jahl. Ganz besonders am Herzen liegt ihm nicht nur der Zusammenhalt im Klub, sondern auch der freundschaftlichen Umgang mit den Fans der Gegnermannschaft. „Bei fast jedem Spiel werden die gegnerischen Fans begrüßt und einen gute Heimreise gewünscht. So etwas wäre beim Fußball undenkbar.“

Boot beim Nabada

Eine weitere Besonderheit des Klubs sind die von Mitgliedern gestalteten Themenboote fürs Ulmer Nabada. Mit dem diesjährigen „Ulmer-Spinner-Boot“ ergatterten sie zum vierten Mal in Folge den ersten Platz. Josef Jahl, der hauptberuflich als Fensterbauer tätig ist, gibt trotz allen Erfolgen zu: „Ich verspüre eine gewisse Amtsmüdigkeit.“ Deshalb werde er seinen Posten nächstes Frühjahr abgeben, jedoch weiterhin im Fanklub aktiv bleiben.

Und mit welchen Aktionen wird  Fan Attack Ulm die Spieler und Fans in der neuen Saison überraschen? Zum ersten Heimspiel gegen Berlin am Samstag werde es wieder ein großes Plakat geben, verrät Jahl. Thema: Das 10-jährige Jubiläum des Fanclubs. „Damit die Leute auch wissen, wer hier seit zehn Jahren Vollgas gibt.“

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