DBB Schwethelm beendet Karriere beim Deutschen Basketball-Bund

Da staunte selbst NBA-Superstar Dirk Nowitzki (hinten). Philipp Schwethelm lieferte 2011 gegen die Türkei das beste seiner 49 Länderspiele ab.
Da staunte selbst NBA-Superstar Dirk Nowitzki (hinten). Philipp Schwethelm lieferte 2011 gegen die Türkei das beste seiner 49 Länderspiele ab. © Foto: Archiv/dpa
Ulm / SEBASTIAN SCHMID 21.05.2015
Mit Per Günther und Tim Ohlbrecht sind zwei Ulmer zur Nationalmannschaft eingeladen. Philipp Schwethelm hat wegen der Belastung seine DBB-Karriere beendet. Was bleibt, ist ein legendäres EM-Spiel.
Bundestrainer Chris Fleming hat 21 Spieler für die Leistungsdiagnostik der A-Nationalmannschaft am 25./26. Juni in Berlin eingeladen. Dennis Schröder, der mit den Atlanta Hawks noch um die NBA-Meisterschaft kämpft, und Superstar Dirk Nowitzki werden am ersten Treffen nicht teilnehmen. Dafür sind mit Per Günther und Tim Ohlbrecht zwei Akteure von Ratiopharm Ulm dabei, die im Playoff-Viertelfinale gegen Bonn eine starke Leistung abgeliefert haben. „Per hatte sicher nicht seine beste Serie. Aber es zeichnet ihn aus, dass er sie im fünften Spiel dann doch maßgeblich entscheidet“, lobte Fleming. Die Chancen, dass Günther bei der EM (5. bis 20. September) spielen wird, stehen gut.

Philipp Schwethelm wird hingegen zukünftig nicht mehr für die Auswahl des Deutschen Basketball-Bunds (DBB) auflaufen. Das hat der 26-Jährige Fleming in einem Gespräch mitgeteilt. „Es ist ein endgültiger Schritt“, so Schwethelm, der 49 Spiele für die Nationalmannschaft absolvierte. Der Dreier-Spezialist hatte bereits vergangenen Sommer wegen anhaltender Rückenprobleme auf die Teilnahme an der EM-Qualifikation verzichtet, was seiner Gesundheit gut tat. „Aktuell bin ich komplett schmerzfrei.“ Deshalb entschloss sich Schwethelm zum Rücktritt. „Ich sehe die Gefahr, dass die Chance groß ist, dass die Rückenschmerzen zurückkehren, wenn ich so weitermache wie die letzten zehn Jahre und nur zehn Tage im Jahr Pause habe.“

Die Rücktrittsgedanken hegt Schwethelm schon länger. Als Fleming vergangenen Dezember das Bundestrainer-Amt übernahm geriet er aber noch einmal ins Grübeln: „Mit ihm ist Erfolg möglich – das war in den letzten Jahren nicht immer so, wenn man zur Nationalmannschaft gegangen ist.“ Dass er in Flemings EM-Planung nicht die ganz große Rolle gespielt hat, erleichterte aber die Entscheidung. „Wenn es für die Nationalmannschaft einen großen Unterschied gemacht hätte, ob ich dabei bin oder nicht, hätte ich mich in der Verpflichtung gesehen. Aber es gibt gute Alternativen.“

Seinen großen Moment im Trikot mit dem Bundesadler kann Schwethelm keiner mehr nehmen. Bei der EM 2011 in Litauen lief er an der Seite von Nowitzki in der Zwischenrunde gegen die Türkei richtig heiß. Beim 73:67-Sieg erzielte der damals 22-Jährige in den letzten fünf Minuten vier Dreier. Legendär der Ausspruch von Kommentator Frank Buschmann, der die Trefferserie damals mit einem „Rattatata“ feierte. Für Schwethelm der schönste Moment seiner Länderspiel-Karriere.

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