Basketball Schicksal in eigenen Händen

Im Hinspiel wurde Ratiopharm Ulms Dwayne Evans durch die Verteidigung von Krasnodar kalt gestellt. Der Power Forward erzielte lediglich zwei Punkte gegen die Russen.
Im Hinspiel wurde Ratiopharm Ulms Dwayne Evans durch die Verteidigung von Krasnodar kalt gestellt. Der Power Forward erzielte lediglich zwei Punkte gegen die Russen. © Foto: Rudi Apprich
Alexander Finck 22.01.2019

Die Ausgangslage vor der elfstündigen Anreise nach Russland ist für die Ulmer Basketballer klar: Verlieren die Ratiopharm-Korbjäger morgen (18 Uhr/ live bei Magenta Sport) bei Lokomotive Kuban Krasnodar, und unterliegt Frankfurt heute dem Team von Asvel Lyon-Villeurbanne, so können beide deutschen Vertreter das Viertelfinale des Eurocups nicht mehr erreichen.

„Wir betrachten die Partie gegen Krasnodar als Do-or-Die-Spiel, egal wie Frankfurt spielt“, stellt Ulms Trainer Thorsten Leibenath klar: „Die Chance, dass wir in Russland gewinnen, ist extrem klein, trotzdem hoffen wir auf die Überraschung.“

Im vergangenen Heimspiel der Eurocup-Zwischenrunde gegen das Team des serbischen Trainers Vlada Javanovic blieb diese Sensation für die Ulmer Basketballer noch aus. Die Aufholjagd in der zweiten Halbzeit wurde nicht belohnt und Ulm verlor knapp mit drei Punkten Unterschied (81:84).

Aktion statt Reaktion

Nun will Ratiopharm Ulm den Favoriten auf den Eurocup-Titel in der Fremde bezwingen und die Chance auf das Weiterkommen wahren. „Krasnodar spielt auf unglaublich hohem Niveau“, sagt Leibenath: „Deshalb müssen wir das schnelle Passspiel entscheidend stören, härter verteidigen und uns in jeden Ball werfen“.

Als Mutmacher und Motivation hat Leibenath die letzten zwei Duelle der Eurocup-Gruppenphase im Hinterkopf. „Die Spiele gegen Andorra und Brescia sind nicht unbedeutend“, sagt Ulms Headcoach. Beide Partien musste Ratiopharm Ulm gewinnen, um die Zwischenrunde zu erreichen. Sowohl gegen Andorra als auch Brescia  siegte das Team von Leibenath und qualifizierte sich so für die nächste Eurocup-Runde.

Der Ulmer Trainer fordert ein konzentriertes und aktives Auftreten seiner Mannschaft. „Wir müssen in der Verteidigung mehr agieren und weniger reagieren“, sagt Leibenath. In Schach zu halten gilt es vor allem Dorell Wright und Vitaly Fridzon. Der Ex-Bamberger erzielte im Hinspiel 14 Punkte und der Shooting Guard trug mit seinen 24 Zählern maßgeblich zum Erfolg des russischen Topteams bei.

Dezimiert nach Russland

Coach Leibenath wird nicht aus dem Vollen schöpfen können und wohl mit einem dezimierten Kader anreisen müssen. „33 Prozent der zwölf Profis konnten beim letzten Training in Ulm nicht mittrainieren“, so der 43-Jährige vor der Abreise nach Süd-Russland. „Chancenlos werden wir aber dennoch nicht sein“, sagt der Ulmer Basketballtrainer: „So ein Momentum, wie wir es in der zweiten Halbzeit des Hinspiels erlebt haben, kann uns helfen, Krasnodar zu knacken.“

Riesiger Sprung nach vorn

BBU’ 01 ist zum zweitgrößten Basketballverein in Deutschland aufgestiegen. Die jährlich erhobene Statistik des Deutschen Basketball Bund (DBB) über die Mitgliedszahlen der Klubs führt den in Ulm/Neu-Ulm beheimateten Verein auf Postion zwei. Noch im vergangenen Jahr belegte BBU’ 01, das mit über 30 aktiven Jugendteams und etlichen Schulmannschaften aktiv ist, Platz 14 des Mitgliederrankings. Mit 277 neuen Teilnehmerausweisen und einer Anzahl von 744 aktiven Basketballern liegen die Ulmer nun hinter dem Verein Alba Berlin (1250). Gleichzeitig ist BBU’ 01 der in 2018 am stärksten gewachsene Verein. Insgesamt 3125 aktive und passive Mitglieder besitzt der Klub.

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