San Antonio San Antonio Spurs sind zum fünften Mal NBA-Champion

Ausgelassen feierten die San Antonio Spurs den NBA-Titel, in der Mitte jubelt Tim Duncan.
Ausgelassen feierten die San Antonio Spurs den NBA-Titel, in der Mitte jubelt Tim Duncan. © Foto: dpa
San Antonio / SID 17.06.2014
Zum fünften Mal sind die San Antonio Spurs NBA-Champion. Im fünften Spiel gegen Titelverteidiger Miami Heat machten die Texaner alles klar und revanchierten sich für die Finalniederlage aus dem Vorjahr.

Tim Duncan schloss Gregg Popovich fest in seine Arme. Auf dem Höhepunkt ihrer langen gemeinsamen Reise mit den San Antonio Spurs genossen der Basketballstar und sein Trainer den Moment der Erleichterung. "So kann man mit dem vergangenen Jahr leben", sagte der 38-jährige Duncan und lächelte. Ein Jahr nach der bitteren Niederlage in den NBA-Finals gegen die Miami Heat gewann das Team aus Texas die Neuauflage durch ein 104:87 im fünften Spiel mit 4:1, entthronte den Meister und feierte seinen fünften Titel.

San Antonio besiegte damit eindrucksvoll ein Trauma. Der Stachel nach dem 3:4 aus der vergangenen Saison, als am 18. Juni 2013 in Spiel sechs nur wenige Sekunden zum Titelgewinn gefehlt hatten, saß tief. Doch er war auch Ansporn. "Wir haben immer daran gedacht, was damals passiert ist, und haben es genutzt", sagte Duncan.

"Ich kann gar nicht sagen, wie viel es mir bedeutet, dass ihr nach dieser schlimmen Niederlage im Vorjahr zurückgekommen seid", lobte Popovich seine Spieler bei der Kabinenansprache: "Ich war nie zuvor so stolz auf ein Team."

Der 65-Jährige, kurz "Pop" genannt und kein Mann der vielen Worte, hat einige Spurs-Mannschaften trainiert. Seit 1996 ist der Amerikaner mit serbischen Wurzeln Chefcoach des Klubs, 1999, 2003, 2005 und 2007 führte die lebende Legende San Antonio zum Titel. Nun, 15 Jahre nach dem ersten Coup, stecken sich die Spurs wieder die Meisterringe an. Mehr NBA-Titel als Trainer haben nur Phil Jackson (11) und Red Auerbach (9) geholt.

Popovich predigt seit jeher Team-Basketball. Besser als Duncan, der als einziger Spieler bei allen fünf Titeln dabei war, kennt ihn wohl kaum jemand. "Er hat das Feuer, die Beharrlichkeit und die Liebe für das Spiel. Und das jedes Jahr aufs Neue", sagte der 14-malige Allstar.

Duncan ist erst der zweite Spieler nach John Salley, der in drei verschiedenen Jahrzehnten NBA-Titel gewann. Die Nummer fünf wäre eigentlich ein guter Zeitpunkt zum Aufhören, doch der sanfte Riese will weitermachen. Duncan: "Ich weiß, dass meine Karriere bald endet. Es ist eine sehr emotionale Zeit."

Neben Popovich und Duncan sind zwei weitere NBA-Größen untrennbar mit den Erfolgen der Spurs verknüpft: Frankreichs Europameister Tony Parker und der Argentinier Manu Ginobili, jeweils an vier der fünf Titel beteiligt. Den Preis für den wertvollsten Spieler (MVP) der Finals räumte aber ein anderer ab. Kawhi Leonard (22), bester Werfer in den Spielen drei, vier und fünf, bekam als jüngster Spieler der NBA-Geschichte den Bill Russell Award.

Während die Fans ihre Helden feierten, saß Miamis Superstar LeBron James frustriert auf der Bank. Der Traum vom Hattrick nach den Meisterschaften von 2012 und 2013 zerplatzte jäh. "King" James zog bereits zum dritten Mal nach 2007 (mit Cleveland gegen San Antonio) und 2011 (gegen Dallas mit Dirk Nowitzki) im Finale den Kürzeren, seine Zukunft ist offen.

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