Basketball Rückschlag zur Unzeit für Ulmer Basketballer

Isaac Fotu (Nr. 42) und seine Teamkollegen schleichen nach der Braunschweig-Pleite enttäuscht vom Feld.
Isaac Fotu (Nr. 42) und seine Teamkollegen schleichen nach der Braunschweig-Pleite enttäuscht vom Feld. © Foto: Daniel Reinelt/Eibner
Ulm / Sebastian Schmid 17.04.2018

Rein rechnerisch sind die Playoffs für die Ulmer Basketballer zwar noch nicht gelaufen, doch nach vier Niederlagen in Serie ist selbst bei den kühnsten Optimisten die Hoffnung auf die Meisterschaftsrunde auf ein absolutes Minimum gesunken. Nach der 73:80-Niederlage in Braunschweig sprach Trainer Thorsten Leibenath davon, dass jetzt nur ein Wunder noch helfe.

Doch da solche recht spärlich gesät sind, wird das Ratiopharm-­Team wohl nach sechs Teilnahmen in Serie und zwei Vizemeisterschaften unter Leibenath erstmals nicht an den Playoffs teilnehmen. Die Folgen stürzen die Ulmer zwar nicht in den Ruin, werden die Arbeit der Verantwortlichen im Sommer aber deutlich erschweren. Ohne den Eurocup stellt sich zum einen die Frage, welche Spieler des aktuellen Kaders in Ulm bleiben wollen. Zum anderen wird es schwieriger werden, starke Neuzugänge zu überreden, an die Donau zu wechseln. Das internationale Geschäft und die Bühne, die sich den Akteuren dort  bietet, war in den vergangenen Jahren ein Pluspunkt bei der Akquise.

Finanziell werden sich die Einbußen in Grenzen halten. Auf den Achtplatzierten warten wohl die Bayern, die Ulm in dieser Saison inklusive Pokal schon dreimal besiegt haben – wobei München zweimal in der Ratiopharm-Arena gewann. Gut möglich also, dass das Viertelfinale nach drei Partien beendet wäre, Ulm folglich nur ein Heimspiel mit Eintrittsgeldern winkt. Entgangenen Sponsoreneinnahmen, die an das Erreichen der Playoffs geknüpft sind, steht gegenüber, dass sich Ulms Finanzboss Andreas Oettel die Prämien der Spieler und Trainer für die Meisterschaftsrunde spart.

Die schwerwiegendsten Folgen könnte das frühzeitige Saisonende für den Orange Campus haben. Denn eine der großen Bedenken des Ulmer Gemeinderats ist, dass die langfristig angelegte Finanzierung des ehrgeizigen Projekts wegen des ausbleibenden sportlichen Erfolgs nicht gewährleistet ist. Deshalb wäre das Verpassen der Playoffs vor allem im Hinblick auf das geplante Jugendleistungszentrum ein Rückschlag zur Unzeit – davon abgesehen, dass es für die in den letzten Jahren erfolgsverwöhnten Fans bislang eine ganz bittere Saison ist.

Gegen die Playoff-Teams sieht es schlecht aus

15 Niederlagen haben die Ulmer in dieser Spielzeit in der Bundesliga bereits kassiert (bei 14 Siegen) und belegen damit fünf Spieltage vor dem Ende der Haupt­runde den zehnten Rang, womit die Playoffs verpasst würden. Die Bilanz gegen die Teams auf den acht Playoff-Plätzen ist niederschmetternd: In zwölf Partien gelang lediglich ein Sieg (89:75 in Frankfurt), ansonsten setzte es Niederlagen. Gegen München, Bonn und Bamberg unterlag das Ratiopharm-Team im bisherigen Ligabetrieb sogar schon zweimal. Hinzu kommen die Niederlagen zu Hause gegen Gießen, in Jena sowie zuletzt in Weißenfels beim Mitteldeutschen BC und am Sonntag in Braunschweig.

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