Basketball  Ratiopharm: Rückschlag im Einigungsprozess

Der Ulmer Jerrelle Benimon (links) hat den Kampf gegen den Münchner Center Maik Zirbes aufgenommen.
Der Ulmer Jerrelle Benimon (links) hat den Kampf gegen den Münchner Center Maik Zirbes aufgenommen. © Foto: Schulz
Ulm / Thomas Gotthardt 02.01.2018
Zum Ende der Hinrunde in der Basketball-Bundesliga ist die Serie der Ulmer Korbjäger von acht Siegen in Folge gerissen.

In der Halbzeitpause der Begegnung der Ratiopharm-Basketballer gegen Erfurt vor eineinhalb Wochen sagte Ulms Manager Thomas Stoll in einem Interview bei Telekomsport: „Dass eine neue Mannschaft Zeit braucht, ist normal. Langsam aber sollten die Rädchen besser ineinander greifen.“

Ein kleiner Warnschuss Richtung Mannschaft und Trainer nach 25 Pflichtspielen? Angesichts des bisher eher durchwachsenen Saisonverlaufs des letztjährigen Playoff-Halbfinalisten kann der Satz nicht anders verstanden  werden. Nach der Partie gegen den super starken, souveränen Tabellenführer FC Bayern kann die Frage aber auch lauten: Ist es nicht doch eher fehlende Qualität in der Mannschaft und eben nicht nur fehlendes Eingespieltsein?

Die Münchner haben dem Gastgeber klar die Grenzen aufgezeigt und deren Serie von acht Spielen in Folge ohne Niederlage beendet. Vor allem im ersten Viertel, in dem die Spielweise der Ulmer an die Startphase dieser Saison erinnerte. 10:29 nach zehn Minuten – zum Teil nahm Trainer Thorsten Leibenath die Schuld auf sich für die Art, wie sich Günther & Co. präsentierten. Fehlpässe, Fehlwürfe, eine zögerliche Defensive, Schläfrigkeit beim Rebound. All das erlaubte dem FC Bayern, ein nahezu perfektes Startviertel zu absolvieren.

Leibenath, der auf Luke Harangody verzichtete, hatte sein Team angehalten, den Ballführenden zu doppeln, um den Spielaufbau und die schnellen Pässe der Bayern zu unterbinden. Der Plan ging in die Hose, weil die Münchner sich nicht unter Druck setzen ließen.  „Wir sind vielleicht etwas zu naiv an die Sache rangegangen und haben viel mit Doppeln agiert, was München sehr gut ausgenutzt hat. Sie hatten zu viele offene Räume, weil sie den Ball schnell bewegt haben“, sagte Leibenath.

 Die Ulmer gewannen die folgenden drei Viertel zwar allesamt knapp. Das jedoch nahm nicht einmal Leibenath zum Anlass, die Leistung schönzureden. „München war die bessere Mannschaft über vier Viertel hinweg, auch wenn wir drei Viertel gewonnen haben“, sagte der Coach, betonte jedoch: „Trotzdem bin ich stolz auf die Mannschaft, die sich auch dank der Fans zurück in die Partie gekämpft und nicht aufgegeben hat. Das ist wichtig für unser Selbstvertrauen in der Zukunft und wichtig für unsere Fans, die uns unheimlich gepusht haben.“

Mit den strukturellen Mängeln in dieser Mannschaft werden Fans und Zuschauer in dieser Saison wohl leben müssen. Was nicht ausschließt, dass es vielleicht doch noch einige Überraschungen zum Beispiel im Pokal geben wird. Diese Mängel (nicht nur im Vergleich zu den Bayern oder Bamberg) sind laut Leibenath festzumachen an: Physis, Größe und Skills (Fähigkeiten). In diesen drei Punkten seien die Bayern ganz weit vorne. Um zum Beispiel bei der Größe etwas aufzuholen, ließ der Coach  phasenweise Isaac Fotu  und Rückkehrer Tim Ohlbrecht zusammen auf den Positionen vier und fünf spielen. „Wir brauchen einfach Größe im Spiel“, sagte Leibenath.

Mit dem Beginn des neuen Jahres  kommt auf die Ulmer Basketballer ein anderer Rhythmus zu. Im Januar wird das Team insgesamt nur dreimal gefordert: am kommenden Sonntag in Bamberg (19 Uhr), am 20. Januar beim Rückrundenspiel in München und am 27. Januar gegen Jena. „Wir werden viel trainieren“, sagte Leibenath. Das klang durchaus nach Drohung.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel