Basketball Basketballer Raymar Morgan hinterlässt tiefe Spuren in Ulm

Energiebündel Raymar Morgan geht in die Türkei.
Energiebündel Raymar Morgan geht in die Türkei. © Foto: Eibner
Ulm / Thomas Gotthardt 01.07.2017

Die Überraschung hielt sich in Grenzen. Von den Ulmer Basketball-Verantwortlichen hatte niemand ernsthaft damit gerechnet,  dass Raymar Morgan nach zwei erfolgreichen Jahren an der Donau seinen Vertrag verlängern würde. Und der 28-Jährigen tat es auch nicht, sondern unterzeichnete einen Kontrakt beim türkischen Klub Tofas Bursa, der in der kommenden Saison sein Debüt im Eurocup geben wird. Es kann also gut sein, dass es bereits in wenigen Monaten ein Wiedersehen mit dem Energiebündel geben gibt.

Wie nur wenige Spieler vor ihm hat Raymar Morgan tiefe Spuren in Ulm hinterlassen.  Nach Stationen in Göttingen und Athen fiel der Modellathlet wegen Knieproblemen beim Medizincheck in Bamberg durch. Die Ulmer erkannten ihre Chance und griffen in bewährter Manier zu. Mit einer Rumpftruppe kamen Morgan und Co. 2016 ins Finale – und verloren gegen Bamberg. In der vergangenen Saison war im Halbfinale Schluss, aber persönlich war es für den Center dennoch eine großartige Saison.

In 117 Pflichtspielen für das Ratiopharm-Team erzielte der 2,05 Meter große „Big Man“ 1849 Punkte und schnappte sich 738 Rebounds. Mit 1443 Zählern auf nationalem Parkett reiht sich Morgan auf Rang sechs der Ulmer Allzeit-Korbschützenliste ein. An der vergangenen Rekordsaison hatte der Topscorer mit durchschnittlich 17,7 Punkten einen großen Anteil und wurde nach Ende der Hauptrunde als MVP, effektivster internationaler Spieler und bester Offensivspieler mit Ehrungen überhäuft.

„Ray hat uns zwei Jahre sehr viel Freude bereitet. Insofern hätte ich ihm den Sprung in die NBA oder Euroleague mehr als gegönnt“, kommentierte Thomas Stoll den Verlust. Über den Zeitpunkt der Entscheidung für Bursa zeigt sich der Ratiopharm-Manager erstaunt: „Dass er sich jetzt so früh schon für Bursa entschieden hat, kommt für mich überraschend.“

Auch Trainer Thorsten Leibenath fand für seinen Schützling, der wegen einiger Verletzungen in den Playoffs nicht mehr seinen besten Basketball spielen konnte, natürlich nur lobende Worte. „Ray hatte zwei fantastische Jahre in Ulm, in denen er sich zum MVP entwickelt hat. Wir haben uns sehr weit gestreckt, konnten aber das finanzielle Angebot aus Bursa leider nicht matchen. Nun wünschen wir ihm viel Erfolg und alles Gute für die Türkei“, meinte der Coach.