Selbst das Idol Per Günther tat sich nach der Saison 2017/18 schwer auf die Frage zu antworten, was er von diesem Team in Erinnerung behalten werde. Wie dem Ratiopharm-Kapitän geht es vielen Ulmer Basketball-Fans. Vor allem, weil die Mannschaft nicht hielt, was sie vor dem Bundesliga-Start angesichts der namhaften Neuzugänge versprochen hatte. So viele NBA- und Euroleague-Spiele hatte noch nie ein Ratiopharm-Kader an Erfahrung zusammengebracht, wie das Team um Toure Murry, Luke Harangody, Ryan Thompson und Trey Lewis.

Umso größer war die Enttäuschung, dass zum ersten Mal unter Trainer Thorsten Leibenath, der 2011 an die Donau kam, die Playoffs verpasst wurden. Als Zehnter (16 Siege/18 Niederlage) wurde die Bundesliga-Saison beendet, die im Gegensatz zu den vorangegangenen an Höhepunkten arm war. Und auch im Eurocup war zum ersten Mal unter Coach Leibenath nach der ersten Runde Schluss.

Dass die Ulmer im Pokal Bronze holten, war kein Trost. Zumal das Ratiopharm-Team als Gastgeber für das Halbfinale gesetzt war, dort aber am späteren Pokalsieger und Meister Bayern München mit 73:84 scheiterte. Es war der letzte Pokal mit einem Top-Four-Turnier. Im neuen K.o.-Format lief für Ratiopharm Ulm nicht besser, gleich in der ersten Runde war in Frankfurt Endstation.

Das Achtelfinal-Aus passte zum verkorksten Saisonstart, mit dem die Ulmer im Oktober nahtlos an die vorangegangenen Saison anknüpften. Zwar hatte es das Auftaktprogramm mit Titelverteidiger München, Oldenburg und Vizemeister Berlin in sich, doch durch Niederlagen wie im Pokal gegen Frankfurt oder daheim gegen Gießen kamen die Ratiopharm-Akteure auch gegen vermeintlich schwächere Gegner nicht in Fahrt.

Erst im Dezember lief es besser. Dank vier Bundesliga-Siegen in Serie gelang noch vor der Weihnachtspause der Anschluss an die Playoff-Plätze. Und im Eurocup sicherten sich die mit einer Wildcard gestarteten Ulmer das Ticket für die zweite Gruppenphase. Die Hoffnung, das es 2019 besser als zuletzt läuft, begleitet das Ratiopharm-Team ins neue Jahr.