Seit Dienstag steht fest, dass John Bryant künftig nicht mehr für Ratiopharm Ulm spielt. Das teilte der Verein mit. Bevor er in Frankfurt das Flugzeug in Richtung kalifornische Heimat bestieg, habe er den Clubverantwortlichen mitgeteilt, dass er nächste Saison in der Euroleague spielen möchte. Ratiopharm Ulm wird als Abschlusstabellen-Dritter erneut am Eurocup teilnehmen, aber nicht in der Euroleague spielen - und kann diese Bedingung nicht erfüllen.

Schon bei der offiziellen Mannschaftsverabschiedung am vergangenen Samstag hatte Bryant gesagt: "Ich hatte eine fantastische Zeit Ulm, die ich nie vergessen werde." Erst vor Kurzem hatte er sich das Ulmer Münster und seine Trikotnummer 54 auf den Rücken tätowieren lassen. "Einen Ausnahmespieler wie ihn drei Jahre in Ulm gehabt zu haben, war mehr als man erwarten konnte", sagt der Ulmer Manager Thomas Stoll. Sollte Bryant doch nach Ulm zurückkehren wollen, "ist er natürlich herzlich willkommen". Stoll ist sich "aber sicher, dass unsere Fans ihren Big John auch in einem anderen Trikot mit viel Applaus begrüßen würden."

In diesen Video verabschiedet sich John Bryant von den Fans:


Wie der Club weiter mitteilt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Steven Esterkamp auch in der kommenden Spielzeit das Trikot von Ratiopharm Ulm tragen wird, ebenfalls gesunken. Der Club löste den Vertrag mit dem 32-jährigen Routinier auf. Zwei Jahre lang hatte man vergeblich versucht, Esterkamp, der schon seit 2003 in Deutschland lebt, eine doppelte Staatsbürgerschaft zu ermöglichen. Das Regierungspräsidium in Tübingen hatte sich bis zuletzt mit der Begründung, die Verweigerung einer doppelten Staatsbürgerschaft habe keine erheblichen beruflichen und finanziellen Nachteile für Esterkamp, einer möglichen Einbürgerung mit Erhalt der amerikanischen Staatsbürgerschaft widersetzt. 


Dass dies bitter ist, lässt sich nun an der Entscheidung der Clubführung ablesen und ist etwa im Vergleich zu Anton Gavel, der während der Saison eingebürgert wurde und seitdem in Bamberg keinen Ausländerplatz mehr besetzt, ein "klarer Nachteil in der abgelaufenen Saison gewesen", sagt Stoll laut der Mitteilung des Vereins. "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht", meint Trainer Thorsten Leibenath, "sind allerdings zu dem Schluss gekommen, dass wir uns alle Optionen offen halten müssen".

Lance Jeter spielt in der Kaderplanung für die kommende Spielzeit zunächst keine Rolle mehr, da der Vertrag mit Tommy Mason-Griffin verlängert wurde. Man wolle allerdings in Kontakt bleiben, sagt Stoll. Jeter hatte nach Mason-Griffins Verletzung nahtlos die Lücke geschlossen und wird den Fans vor allem durch seine „Wahnsinns-Dreier“ in Erinnerung bleiben.

Zu einem Wiedersehen mit Femi Oladipo, der die komplette Saison wegen Knieproblemen ausfiel, wird es nicht kommen, teilt der Verein weiter mit. Der Vertrag des 22-Jährigen, der in Berlin weiterhin an seinem Comeback arbeitet, wird nicht verlängert. Bei Center Omar Samhan ist indes noch keine Entscheidung gefallen. Bis zum 30. Juni hat Ratiopharm Ulm eine Option, den Kontrakt mit dem 2,11-Mann, der in 19 Spielen auf durchschnittlich 4,8 Punkte und 4 Rebounds kam, zu verlängern.

Allen Spielern, die nicht nach Ulm zurückkehren, wünscht der Verein alles Gute für die weitere Karriere und bedankt sich für die tolle Zusammenarbeit.