Basketball Ratiopharm Ulm will in Bayreuth den ersten Saisonsieg

Javonte Green freut sich über den zweiten Eurocup-Sieg. Haben die Ulmer auch morgen Grund zum Jubeln?
Javonte Green freut sich über den zweiten Eurocup-Sieg. Haben die Ulmer auch morgen Grund zum Jubeln? © Foto: EIBNER/Florian Achberger
Ulm / Von Sebastian Schmid 03.11.2018

Die Gefühlswelt war am vergangenen Wochenende in Ulm und Bayreuth ähnlich. Während das Ratiopharm-Team im letzten Viertel eine Zwölf-Punkte-Führung gegen Gießen noch aus der Hand gab und mit 91:92 verlor, kam es für das Team von Coach Raoul Korner genauso dick. Im Frankenderby führte seine Mannschaft bereits mit 20 Punkten (42:22), unterlag am Ende in Würzburg aber noch mit 69:73.

Unter der Woche konnten die Ulmer dann mit einem 83:82-Sieg im Eurocup gegen Brescia endlich wieder etwas Selbstvertrauen tanken, während die Bayreuther in der Champions League mit 67:74 in Bologna unterlagen und damit international nach vier Partien ohne Sieg dastehen. Eine Bilanz, die Ulm in der Bundesliga aufweist. Kurz zusammengefasst: Vor dem Duell am Sonntag (15 Uhr/Sport 1) könnte die Stimmung bei beiden Klubs besser sein.

Angesichts der zurückliegenden Partie sind die Ulmer aber etwas besser gelaunt, wobei auch sie meilenweit von einer Euphorie entfernt sind. Dass gegen Brecsia der zweite Pflichtspielsieg der Saison gelungen ist, freut zwar alle, doch eine Garantie auf den Aufschwung ist das nicht. „Nur weil man einmal gewonnen hat, heißt das nicht automatisch, dass es jetzt so weitergeht“, stellt Leibenath klar. Zumal für ihn auch in den bisherigen Partien die positiven Aspekte die negativen überwogen, sich das aber in den Ergebnissen nicht niedergeschlagen hat. Deshalb zählt für ihn in Bayreuth vor allem eins: „Wir müssen weiter daran arbeiten, die Phasen, in denen wir keinen guten Basketball spielen, zu reduzieren.“ Leibenaths einfache Rechnung: Je kürzer die Zeit ist, in denen sein Team schlecht spielt, desto höher steht die Chance auf einen Sieg.

In Bayreuth wird dazu auch gehören, Hassan Martin unter Kontrolle zu bringen. Was keine einfache Aufgabe ist, wenn man Leibenaths Vergleich Glauben schenkt. „Er erinnert an eine Mischung aus Raymar Morgan und Augustine Rubit.“ Der 22 Jahre alte Amerikaner ist zwar „nur“ 2,01 Meter groß, doch das hinderte ihn nicht daran, gegen Würzburg 16 Rebounds einzusammeln. Auch offensiv ist er brandgefährlich. Mit 14 Punkten im Schnitt ist der Korners bester Werfer. „Das ist eine Waffe, eine Bombe“, warnt Leibenath martialisch.

Abweichung von der Routine

Im Zusammenspiel mit Andreas Seiferth, den Leibenath als Martins „Konterpart“ bezeichnet, und ergänzt  durch De`Mon Brooks  kommt auf Ulm vor allem unter dem Korb eine Menge Arbeit zu. Kurios: Alle drei Akteure sind Linkshänder, was für ihre direkten Gegenspieler eine kleine Herausforderung darstellt, da es eine Abweichung von der Norm und damit der Defensivroutine darstellt.

Nach vier spielfreien Tagen (Leibenath: „Das war verrückt.“) treffen die Ulmer bei ihrem Unterfangen, im fünften Anlauf den ersten Bundesliga-Sieg einzufahren, auf einen prominenten Namen. Aufbauspieler David Stockton ist nach einem Jahr in der NBA bei den Utah Jazz seinem Bruder Michael (BG Göttingen) in die Bundesliga gefolgt. Die beiden sind die Söhne von John Stockton, dem die meisten Assists (15 806) und Steals (3265) in der NBA-Geschichte gelangen.

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