Basketball-Bundesliga Ratiopharm Ulm verliert gegen Science City Jena mit 90:97

Ulmer Basketballer verlieren Heimspiel gegen Jena.
Ulmer Basketballer verlieren Heimspiel gegen Jena. © Foto: Volkmar Könneke
Neu-Ulm / Von Thomas Gotthardt 13.02.2019
Ratiopharm Ulm verliert daheim: Die Basketballer von Trainer Thorsten Leibenath haben beim Bundesliga-Spiel am Dienstag in der Ratiopharm-Arena gegen Science City Jena verloren. Die Ulmer Spieler mussten am 21. Spieltag mit 90:97 in ihrer Spielstätte in Neu-Ulm geschlagen geben.

Diese Mannschaft kann einen Fan oder einen nur halbwegs Interessierten schwer irritieren. Ratiopharm Ulm hat in dieser Saison in der Bundesliga und im Eurocup tolle Leistungen gezeigt und einen großen Mist gespielt. Oder irgendwas dazwischen. Nach der schwachen Startphase gab es die zwei extremen Gesichter in schöner Regelmäßigkeit.

Aktuell ist die Mannschaft von Trainer Thorsten Leibenath mal wieder in einer Lebenslage, in der – vorsichtig formuliert – einige Grundprinzipien eines jeden Sports abhanden gekommen scheinen. Zum Beispiel: Einsatz zeigen. Und zwar über 40 Minuten. Egal wie der Gegner heißt. Egal, ob er gegen den Abstieg spielt oder mit um die Playoff-Plätze.

Per Günther hat Vertrag verlängert

Im gestrigen Heimspiel gegen Science City Jena haben die Ratiopharm-Korbjäger nach einem unglaublich schlechten ersten Viertel mit 90:97 verloren. Dass gerade die ersten zehn Minuten so daneben waren waren, kam überraschend. Schließlich gab der Klub kurz vorher bekannt, dass Per Günther seinen auslaufenden Vertrag um ein Jahr, also bis 2020, verlängert hat. Der 31-Jährige, seit 2008 in Ulm, der auch noch kurz vor seinem 400. BBL-Spiel steht, wollte keinen länger laufenden Vertrag. „Ich glaube, das ist eine faire Lösung. Wenn es mir in einem Jahr noch gut geht, verlängere ich vielleicht nochmal. Wenn nicht, ist auch gut“, meinte das Urgstein. Dass um die Verlängerung kein größeres Theater gemacht wurde, war ganz in Per Günthers Sinn: „Ich wollte das möglichst flach halten.“

Basketballer waren verunsichert

Diese Nachricht wirkte jedenfalls auf die Ulmer Spieler (inklusive Günther mit vier Minuten Einsatzzeit) eher lähmend. Leibenaths Theorie zu diesem indiskutablen Auftritt im ersten Viertel, der einen 20-Punkte-Rückstand (12:32) zur Folge hatte, der im zweiten Viertel sogar noch auf 15:39 anwuchs: Das schlechte Spiel in Gießen habe die Mannschaft verunsichert und gelähmt. Das Team habe ein Problem, so eine Niederlage mental zu verarbeiten. Es komme im folgenden Spiel auch zu keinem Aufbäumen, sondern allenfalls nehme die Verunsicherung noch zu. Wie eben gegen Jena in den ersten zehn Minuten.

Blowout gerade noch vermieden

Die Ulmer haben es in den folgenden 30 Minuten wenigstens noch geschafft, ein Blowout zu vermeiden, also eine richtig böse und hohe Niederlage. Sie konnten die Partie sogar fast noch spannend gestalten, als sie Mitte des letzten Viertels nur noch fünf Punkte Rückstand hatten (74:79). Aber vor allem Reggie Williams, der ehemalige NBA-Spieler in Reihen der Thüringer, war die personifizierte Antwort auf die Ulmer Einholversuche. Williams traf die Dreier aus allen Lagen (Quote 71 Prozent) und sorgte mit dafür, dass Jena als völlig verdienter Sieger die offiziell ausverkaufte Arena verließ, in der es jedoch etliche freie Plätze gab.

Das Ulmer Team muss nun ganz schnell den Reset-Knopf drücken. Am Donnerstag steht das nächste Auswärtsspiel in Würzburg auf dem Programm (20:30).

Punkte

Ratiopharm Ulm: Evans 24, Green 24, Ugrai 16, James 10, Akpinar 8, Miller 5, Thompson 2, Radosavljevic 1
Science City Jena: Williams 26, Jenkins 16, McElroy 11, Joyce 10, Wolf 9, Allen 6, Reyes-Napoles 6, Roberts 4, Theis 4, Marin 3, Mackeldanz 2

Zuschauer: 6200

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