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Ratiopharm Ulm
Ulm/Berlin / Sebastian Schmid Bei Alba trifft das Ratiopharm-Team im letzten Durchgang über acht Minuten den Korb nicht und unterliegt am Ende deutlich mit 81:92.

Wie man sich in nur einem Viertel die starke Leistung von 30 Minuten zerstört, haben die Ulmer Bundesliga-Basketballer am Dienstagabend bei Alba Berlin gezeigt. Dank einer engagierten und couragierten Vorstellung machte das Team von Trainer Thorsten Leibenath den Hauptstädtern bis zum 72:69 das Leben richtig schwer – und leistete sich dann viertelübergreifend über neun punktlose Minuten, die Alba zum entscheidenden 20:0-Lauf auf 89:72 nutzte.

Ein Einbruch, der Ismet Akpinar an alter Wirkungsstätte etwas ratlos zurückließ. „Gute Frage“, meinte er bei Magentasport, als er nach den Gründen für die Schwächephase gefragt wurde. „Das ist die Qualität von Berlin. Sie haben am Ende in der Verteidigung angezogen.“ Dabei hatten die Ulmer, die ohne den verletzten Per Günther antraten, noch zu  Beginn die Gastgeber mit ihren Defensivqualitäten überrascht.

Starker Start der Gäste

Javonte Green blockte in der ersten nennenswerten Aktion Martin Hermannsson, im Gegenzug zog Ryan Thompson erfolgreich zum Korb. Nach drei Minuten kassierte der 30-Jährige allerdings bereits sein zweites Foul, was noch zum Problem werden sollte. Zunächst tat sich Alba aber ab der Mitte des ersten Viertels schwer. Nach dem 14:13 durch Luke Sikma war es David Krämer, der mit fünf Punkten einen Lauf einleitete, dank dem Ulm mit 26:19 den Durchgang gewann. Der 22-Jährige war mit 15 Punkten bester Werfer seines Teams. Für seinen starken Auftritt erhielt er bereits zur Halbzeit Lob von Bundestrainer Henrik Rödl, der unter den 7032 Zuschauern in der Arena war: „Es hat mich sehr gefreut, dass David Krämer so gut gespielt hat und so einen Impuls gegeben hat.“

Im zweiten Viertel war es dann der erwartete offensive Schlagabtausch. Nachdem Thompson per Dreier das 35:23 erzielt hatte, war es Nationalspieler Johannes Thiemann, der Alba im Spiel hielt. Joshiko Saibou gelang sogar der 41:41-Ausgleich. Mit drei Dreiern konnte sich Ulm aber erneut absetzen (52:45). Bis dahin fiel der Distanzwurf der Ratiopharm-Akteure deutlich besser aus als zuletzt. Einer der Gründe, warum sie beim Eurocup-Finalisten zur Halbzeit mit 53:49 führten.

Alba erhöht den Druck

Nach der Halbzeit zog Berlin das Tempo an, Krämer jedoch verhinderte mit vier Punkten, dass seine Mannschaft allzu sehr ins Hintertreffen geriet. Im Gegenteil: Obwohl Thompson und Patrick Miller, der eine deutlich schwächere Partie als zuletzt gegen Braunschweig ablieferte, Foulprobleme hatten, eroberte sich Ulm die Führung zurück. Akpinars Treffer zum 72:69 war allerdings für lange Zeit das letzte Erfolgserlebnis. Dabei erarbeitete sich der Außenseiter mit schönen Aktionen durchaus einige freie Würfe, doch unter anderem scheiterte Katin Reinhardt zweimal ganz frei aus der Distanz.

Die letzten zehn Minuten waren dann zum Vergessen. Den Ulmern fiel nicht mehr viel ein. Von der Dreierlinie wollten sie den Sieg erzwingen, Aktionen unterm Korb endeten zu häufig mit einem Ballverlust. Berlin nutzte die Schwäche eiskalt aus, erhöhte den Druck weiter und brachte die Leibenath-Truppe damit zur Verzweiflung. Erst nach über acht Minuten erzielte Dwayne Evans die ersten Ulmer Punkte des letzten Viertels. Die Partie war zu diesem Zeitpunkt (74:89) längst entschieden.

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