Basketball Ratiopharm Ulm verliert 81:84 gegen Lokomotiv Kuban Krasnodar

Ulm / dpa 16.01.2019
Die Ulmer Basketballer haben in der Eurocup-Zwischenrunde erneut eine Niederlage kassiert. Der Bundesligist verlor sein Heimspiel gegen Mitfavorit Lokomotive Kuban Krasnodar mit 81:84 (41:53).

Es war keine Entscheidung, keine Vorentscheidung, aber doch ein Fingerzeig für die Kräfteverhältnisse in der Gruppe F der Top-16-Runde im Eurocup. Am dritten Spieltag unterlagen die Basketballer von Ratiopharm Ulm im Heimspiel gegen Mitfavorit Lokomotive Kuban Krasnodar am Ende knapp mit 81:84 (41:53). Mit einem Sieg aus drei Partien sind die Ulmer in der Gruppe Dritter und müssen nun langsam um den Einzug in die K.o.-Runde bangen. Das Rückspiel findet am 23. Januar in Krasnodar statt.

Ulmer müssen zwei Spieler-Ausfälle kompensieren

Mit dem ersten Sprungball gingen beide Mannschaften sofort auf Konfrontationskurs. Keine Eingewöhnungsphase in der Ratiopharm-Arena, sondern gleich Volle-Pulle-Basketball – vor allem allerdings von den Russen. Ulms Trainer Thorsten Leibenath hatte sich eine taktische Marschroute überlegt. Vor allem galt es, die zwei Ausfälle im Ratiopharm-Team zu kompensieren. Isaac Fotu musste erneut wegen Rückenproblemen zuschauen. Schlimmer ist es bei Katin Reinhardt, der wegen einer Verletzung am linken Fuß aussetzen musste. Bei der Ausfallzeit des Amerikaners rechnet Coach Leibenath eher mit Wochen denn mit Tagen.

Des Trainers Vorgabe, seine Mannschaft möge angesichts des Größenunterschiedes, besser Größendefizits den Ball vom Korb weghalten und die Russen vermehrt zum Dreierschießen zu bewegen, ging von Beginn an nur bedingt auf. Fotus 203 Zentimeter fehlten einfach. Die Gäste konnten angesichts fehlenden Widerstandes, Größe und Wille bei Ulm, viel zu unbedrängt aus dem angebotenen Bereich jenseits der 6.75 Meter über die Verteidigung werfen. Und sie trafen halt auch hochprozentig.

Respekt vor dem Gegner

Für Leibenath war die Leistung in den ersten zehn Minuten vor allem eine Einstellungsfrage. „Wir hatten zu Beginn zu viel Respekt vor dem Gegner und  haben dem Ball eher hinterher geschaut.  Erst mit mehr Aggressivität in der zweiten Hälfte waren wir in der Defensive besser.“

Ende des ersten Viertels kamen die Russen innerhalb  von 90 Sekunden zu drei Offensivrebounds, was Leibenath an der Linie nach außen hin noch cool hinnahm. Aber im Innern brodelte es vermutlich mehr als im Vesuv zu seinen heißesten Zeiten.

Zur Halbzeit und einer 53:41-Führung der Russen zeigte die Statistik, was den Ausschlag gab. Krasnodar angelte sich in den ersten 20 Minuten 21 Rebounds, Ulm nur 12. Die Gäste trafen aus dem Dreierbereich mit 56 Prozent erstklassig, die Ulmer mit 50 Prozent aber auch, nahmen jedoch weniger Würfe.

Knappe Niederlage

Mit diesen Werten hatten die Gäste im zweiten Viertel kontinuierlich ihren Vorsprung vergrößert und auf knapp über zehn Punkte einpendeln lassen. Ulm schien erledigt zu sein. Auch die Körpersprache ließ nicht erahnen, dass  es noch einmal richtig spannend werden würde.

Wurde es aber, weil die Russen auf den großen Positionen plötzlich Probleme bekamen und die Ulmer mit mehr Wucht und Selbstvertrauen zu Werke gingen. Eine lange Phase in den letzten zehn Minuten schafften es die Russen, einen Fünf-Punkte-Vorsprung zu halten. Zwei Minuten vor dem Ende lagen die Ulmer nach zwei verwandelten Freiwürfen von Thompson nur noch einen Punkt zurück (76:77). Dann spielten Dorell Wright  und Johnson, der von Schilling nicht verteidigt werden konnte, ihre ganze Erfahrung mit Punkte aus. Und brachten Ulm damit doch endgültig auf die Verliererstraße. Am Freitag geht es mit dem Heimspiel gegen den MBC weiter.

Das könnte dich auch interessieren:

Themen in diesem Artikel
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel