Der Magentasport-Zuschauer konnte Andreas Obst nur gratulieren für die klare Analyse. Defensiv zurückhaltend, in der Offensive zu viele Ballverluste, insgesamt zu wenig Emotionen, zu wenig Intensität. Und fertig war die 63:78 (26:43)-Niederlage im vorletzten Gruppenspiel des Basketball-Eurocups gegen den französischen Tabellenzweiten AS Monaco. Es war in dieser Saison das letzte Heimspiel im zweitwichtigsten europäischen Klubwettbewerb. In der kommenden Woche begeben sich die Ulmer Basketballer noch auf die letzte Auswärtsfahrt zu Maccabi Rishon, das die vorletzte Gruppenpartie in Andorra ebenfalls verloren hat und weiter Tabellenletzter ist. Ulm, das sich auch schon vor der Partie gegen Monaco nicht mehr für die nächste Runde qualifizieren konnte, hatte das Hinspiel gegen Maccabi mit 103:89 gewonnen.

Schlafmützigkeit in fast allen statistischen Bereichen

Andreas Obst entschuldigte den mehr als mauen Auftritt gegen die Franzosen mit dem Hinweis auf das Pokalviertelfinale gegen Göttingen am kommenden Samstag, auf das sich alle konzentrieren würden und vor dem sich keiner verletzten wollte. Das jedoch mochte Coach Jaka Lakovic nun gar nicht hören. Ebensowenig das Argument, die Ratiopharm-Korbjäger würden nach den zwei schweren Auswärtspartien und zwei Siegen einen müden Eindruck machen. „Das ist keine Entschuldigung, selbst wenn wir jeden Tag spielen würden“, schimpfte Lakovic. Sein Team kam von Beginn an mit einem nur viertelvollen Akku in die Partie und brauchte den Rest der Energie schnell auf. Nach rund acht Minuten im ersten Viertel lagen die Gäste bereits mit 20:10 in Führung. Ulm war von der ersten Sekunde an der Verfolger. Eine gewisse Schlafmützigkeit zeigte sich in fast allen statistischen Bereichen, zum Beispiel beim deutlich verlorenen Reboundduell.

Angst und Schrecken verbreitet

Da es unter beiden Körben für die Hausherren nichts zu holen gab, versuchten sie es aus der Distanz, was aber auch nicht gerade, und ohnehin zu selten in dieser Saison, zu den Stärken der Mannschaft zu zählen war und ist. Bei 34 Versuchen trafen 8 in den Korb. Das verbreitet nicht unbedingt Angst und Schrecken. Und so hatte Monaco keine Mühe, die Partie souverän über die 40 Minuten zu bringen. „Das Spiel war weit davon entfernt, was wir uns vorgenommen haben“, bilanzierte Lakovic schonungslos. Ulmer Punkte: Obst 9 Punkte, Briscoe, Dragic je 8, Heckmann, Willis je 7, Jerrett 6, Harvey, Philipps, je 5, Hayes, Schilling je 3, Hinrichs 2.