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Ratiopharm Ulm
Ulm / Sebastian Schmid Ratiopharm Ulm beendet die Hauptrunde mit einem Heimsieg gegen Vechta. Trainer Thorsten Leibenath verzichtet dabei auf ein Aufbauspieler-Trio.

Mission erfüllt! Die Ulmer Basketballer haben sich in einem unterhaltsamen Basketballspiel wie erhofft Selbstvertrauen für die anstehende Playoff-Serie gegen Berlin geholt. Das Team von Trainer Thorsten Leibenath besiegte im letzten Hauptrundenspiel den Tabellenvierten Rasta Vechta mit 98:94. Auswirkungen auf die Abschlussplatzierung hatte die Partie schon vorab für keinen der Klubs, weshalb es durchaus zu einem Spiel mit angezogener Handbremse hätte kommen können.

Ulm musste auf mehrere Spieler verzichten

Denn eine Woche vor dem Playoff-Start wollte kein Spieler eine Verletzung riskieren, zumal die Gäste ohnehin schon arg gebeutelt sind und in Ulm ohne drei Leistungsträger antreten mussten. Doch auch die Hausherren mussten auf einige Akteure verzichten. So fielen neben den Langzeitverletzten Max Ugrai und Ra’Shad James sowie den Talente Christoph Philipps und Nico Bretzel auch noch die Aufbauspieler Per Günther, David Krämer und Patrick Miller aus. „Wir hätten  heute eine Mannschaft nur aus Verletzten zusammenstellen können“, meinte Leibenath nach der Partie und ergänzte, dass sich gegen Vechta auch noch Bodgan Radosavljevic verletzt hat.

Allerdings ist davon auszugehen, dass zumindest die drei Point-Guards in einem Spiel von Bedeutung auf dem Feld gestanden hätten. Im Hinblick auf den Playoff-Auftakt in Berlin meinte der Ulmer Coach: „Es ist jetzt nicht so, dass ich total entspannt bin, was den nächsten Samstag betrifft.“ Dass mit der Meisterschaftsrunde aber auch eine Zeit der kleinen Tricks und Psycho-Spiele beginnt, ist kein Geheimnis. Wer wie ernst verletzt ist, zeigt sich in der Hauptstadt.

Muster ohne großen Wert

Das Spiel gegen Rasta Vechta taugte angesichts der Ausfälle nur bedingt als Muster für kommende Aufgaben. Auch, weil bei den Hausherren vor 6200 Zuschauern die Talente Till Pape und Marius Stoll in wichtigen Phasen auf dem Feld standen, was gegen Alba eher selten der Fall sein wird. Doch das Duo erledigte vor allem in der spannenden Endphase seine Aufgabe gut und erhielt dafür von Leibenath ein Sonderlob. Stoll konnte sich als Aufbauspieler bewähren, während Pape mit drei Dreiern und sechs Rebounds in nicht einmal 15 Minuten maßgeblichen Anteil am Sieg hatte.

Zu Beginn schickten aber beide Trainer ihre Bestbesetzung aufs Feld – beziehungsweise was davon übrig war. So entwickelte sich im ersten Viertel ein Duell auf Augenhöhe (23:21), ehe im zweiten Durchgang Leibenath etwas zu viel wechselte und mit Stoll, Pape sowie Gavin Schilling auf dem Feld ein wenig die offensive Durchschlagskraft fehlte. Vor allem T. J. Bray, Zweiter bei der Wahl zum besten Spieler der Saison (MVP), nutzte nun auch die defensiven Schwächen der Hausherren und initiierte einen 9:0-Lauf des Aufsteigers zum 30:23.

Dann kehrten bei Ulm die gestandenen Bundesliga-Profis zurück – und gestalteten das Spiel wieder ausgeglichen (48:49 zur Halbzeit). Ende des dritten Viertel sorgte Pape dann mit seinem ersten Dreier für die 69:66-Führung, auf die er mit zwei Dreiern im letzten Durchgang noch einen drauflegte und Ulm mit 80:76 in Front brachte.

Reinhardt trifft aus der Distanz

Vechta aber steckte nicht auf – was für eine unterhaltsame Schlussphase und einen spannenden Schlagabtausch sorgte. Vor allem Austin Hollins (26 Punkte) hatte keine Lust, mit einer Niederlage abzureisen und legte sich mächtig ins Zeug. Auf der Gegenseite zeigte sich Katin Reinhardt rechtzeitig vor dem Playoff-Start aus der Distanz treffsicher und traf fünf seiner zehn Dreierversuche. Mit seinem Distanztreffer 33 Sekunden vor dem Ende zum 94:90 sorgte er dann auch für die Vorentscheidung.

Pedro Calles, frischgekürter Trainer des Jahres, lobte sein Team für die gezeigte Moral. Leibenath stand seinem spanischen Kollegen allerdings in nichts nach: „Wie Pedro seine Mannschaft Woche für Woche zu Höchstleistungen treibt, ist beeindruckend. Deshalb bin ich stolz, dass es uns geglückt ist, dieses Team zu schlagen.“ Die Playoffs können aus Sicht der Ulmer kommen – auch wenn Viertelfinal-Gegner Alba Berlin eine andere Hausnummer als der ersatzgeschwächte Aufsteiger aus Vechta sein wird.

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