Verkleidet als geschminkte Clowns, pinke Bären, Piraten oder in ähnlichen Kostümen werden die Zuschauer am Samstag am Bonner Hardtberg erwartet. Denn die heimischen Bundesliga-Basketballer der Telekom Baskets Bonn empfangen die Mannschaft von Ratiopharm Ulm zum „Karnevalsspiel“ (20.30 Uhr/ Magenta Sport).

Bei dieser besonderen Partie verwandelt sich der Telekom Dome zu einem für die Gäste unangenehmen Spielort. Angefeuert von den 6000 Besuchern, die zum Großteil kostümiert sind und deren „jecke“ Laune durch das lokale Bier noch gesteigert wird, fügte das Bonner Team in den vergangenen zehn „Karnevalsspielen“ seinen Gegnern acht Mal eine Niederlage hinzu.

„Ich habe selbst diese leidvolle Erfahrung gemacht“, sagt Ulms Trainer Thorsten Leibenath. Der 43-Jährige Coach musste am 9. Februar 2013, bei der bislang einzigen Partie der Schwaben an Fasching am Rhein, eine knappe 94:99-Pleite hinnehmen.

Bonn bereits in Feierlaune

Nach 16-tägiger Pause ohne Pflichtspiel ist Leibenath auch dieses Mal vor den Baskets gewarnt, denn das Team von Coach Chris O’Shea hat sich schon in Feierlaune vor dem Spektakel gegen Ulm gebracht. Beim 108:75-Kantersieg gegen die Eisbären Bremerhaven „zerlegten“ die Baskets die Norddeutschen. „Bonn ist das Team, das die meisten Dreier der Liga trifft. Sie sind ein variables und kompaktes Team“, betont Leibenath. Zu den vielseitigen Bonner Basketballern zählt der Ulmer Headcoach Josh Mayo und Martin Breunig, der seit der Verletzung des Centers Charles Jackson im vergangenen November in die Bresche gesprungen ist.

Während Aufbauspieler Mayo  von jenseits der Dreierlinie ein sicheres Händchen hat, zeichnet sich der Power Forward Breunig durch seine Gefährlichkeit in Korbnähe aus.

In den vergangenen fünf Partien erzielte der 31-jährige Mayo knapp 20 Zähler, und dem 2,03 Meter großen Breunig gelang neunmal hintereinander eine zweistellige Punkteausbeute. „Mayo trifft aus allen Lagen. Breunig zieht die meisten Fouls und steht daher am häufigsten an der Freiwurflinie“, warnt Leibenath: „Da kommt auf unsere Verteidigung so einiges zu.“

Ausfälle bei den Ulmern

Wer die Defensive des Tabellensechsten beim Playoffs-Konkurrenten Bonn anführt, ist für Leibenath angesichts des dezimierten Kaders schwer zu sagen. Eine Rückkehr der verletzten Ratiopharm-Korbjägern Isaac Fotu und Katin Reinhardt in Bonn ist auszuschließen, da die beiden im Moment nur Individualtraining absolvieren. Auch Aufbauspieler Per Günther wird den Ulmern wegen seiner Knieprobleme fehlen. Ein Wiedersehen mit seinen ehemaligen Teamkollegen wird es für Ra’Shad James nicht geben. Der Ulmer Point Guard hatte sich, wie berichtet, die Schulter ausgekugelt, musste operiert werden. Heißt: Ra’Shad James fehlt nicht nur am Samstag gegen Bonn, sondern für den Rest der Saison.

Feststeht allerdings, dass der Ulmer Coach Leibenath sich als gebürtiger Rheinländer in Bonn nicht dem närrischen Treiben anpassen wird. Er wird klassisch in Anzug mit orangener Krawatte an der Seitenlinie stehen und sein Team anweisen. „Es wird aber bald noch eine Situation in einem Kostüm kommen“, verrät Leibenath, der früher den Straßenkarneval in seiner Heimat genoss.

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Ismet Akpinar empfiehlt sich für die WM


Bewerbung: Ismet Akpinar, deutscher Nationalspieler und Guard bei Ratiopharm Ulm, hat sich mit seiner Leistung in den vergangen Länderspielen für eine Teilnahme bei der WM-Endrunde in China beworben. In den zwölf Partien der Qualifikationsrunde, in denen der 23-Jährige jedes Mal auf dem Parkett stand, erzielte Akpinar im Durchschnitt 7,2 Punkte bei einer Spielzeit von 21,9 Minuten. Ob es am Ende für den Ulmer Point Guard reicht, ist noch offen. Bundestrainer Henrik Rödl kann nämlich nur zwölf Nationalspieler für die Weltmeisterschaft vom 31. August bis 15. September in Fernost nominieren. af