Basketball Ratiopharm Ulm trifft auf ausgeruhte Oldenburger

Gavin Schilling (Nr.34) und die Ulmer Basketballer haben gegen Galatasaray Istanbul die Muskeln spielen lassen. Heute zeigt sich, ob sie sich von dem Kraftakt gut erholt haben.
Gavin Schilling (Nr.34) und die Ulmer Basketballer haben gegen Galatasaray Istanbul die Muskeln spielen lassen. Heute zeigt sich, ob sie sich von dem Kraftakt gut erholt haben. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Von Sebastian Schmid 13.10.2018

Dass seine Spieler am Mittwochabend noch zwei Verlängerungen im Eurocup gegen Galatasaray Istanbul spielen mussten, während die Akteure des heutigen Gegners Oldenburg die gesamte Woche spielfrei hatten, nimmt Thorsten Leibenath gerne in Kauf. Der Trainer von Ratiopharm Ulm ist sich zudem sicher: „Wenn Oldenburg könnte, würden sie gerne mit uns tauschen.“

Doch das Team von Coach Mladen Drijencic hatte keine Wahl. Nachdem die Niedersachsen in den zwei Jahren zuvor in der Champions League, dem Konkurrenz-Wettbewerb der Euroleague, gestartet waren, durften sie diese Saison nicht mitspielen. Ihr Pech: Bamberg, bei dem alle mit einem Eurocup-Start gerechnet hatten, sicherte sich für fünf Jahre das Startrecht in der Champions League. Da die weiteren deutschen Vertreter Ludwigsburg, Bayreuth und Bonn in der Tabelle besser als die siebtplatzierten Oldenburger waren, erhielten sie den Vorzug. Fünf deutsche Klubs waren den Ausrichtern zu viel, also gingen Philipp Schwethelm und Co. leer aus.

Im Pokal an Jena gescheitert

Der Eurocup wollte die Abtrünnigen nicht aufnehmen und belohnte stattdessen Ulm für die Treue der letzten Jahre, obwohl das Ratiopharm-Team nur Zehnter war. Ein Vorgang, bei dem sogar Leibenath von einem „faden Beigeschmack“ spricht. Was aber nicht heißt, dass er darüber nicht erfreut ist. Ganz im Gegenteil: Nach dem Drama gegen „Gala“ sagte der 43-Jährige: „Ich möchte eine Lanze für den Eurocup brechen. Was wir gemessen an der Zahl der Partien in den letzten Jahren an tollen Spielen gesehen haben, ist beeindruckend.“

Dass die Doppelbelastung Spuren hinterlässt, nimmt Ulm gerne in Kauf. Zumal ein Auftritt wie gegen Istanbul einen Schub geben kann. Die Hausherren gehen hingegen mit dem Ärger über die 91:94-Heimniederlage im Pokal gegen Jena in das Duell mit Ulm (20.30 Uhr/Telekom Sport). Leibenath hat sich das Achtelfinale angeschaut und warnt: „Oldenburg hat in der ersten Halbzeit herausragenden Basketball gespielt und war die bessere Mannschaft – nur zum Schluss halt nicht.“ Für ihn gibt es nur einen Weg, um an der Hunte zu bestehen: „Was ich erwarten kann und muss, ist, dass wir mit derselben Intensität auftreten.“

Die wird nötig sein, um zwei Akteure zu stoppen: Dauerbrenner Rickey Paulding und Neuzugang Will Cummings. Vor allem mit Paulding hat Ulm in den vergangenen fünf Jahren schlechte Erfahrungen gemacht: Im Schnitt schenkte der inzwischen 35-Jährige dem Ratiopharm-Team 20 Punkte pro Partie ein. „Für ihn gibt es wenige Klubs, gegen die er lieber spielt“, sagt Leibenath. Dass Oldenburg Cummings verpflichten konnte, bezeichnet er als „Königstransfer“. Der 26-Jährige, der vom Eurocup-Sieger Darussafaka Istanbul kam, zeigte beim 100:64-Auftaktsieg in Braunschweig mit 26 Punkten, warum Leibenath von ihm so viel hält.

Keine gute Auswärts-Bilanz

Oldenburg? Da war doch was. Genau, und zwar eine der bittersten Niederlagen der Ulmer Basketball-Geschichte. Im Mai 2017 verspielte das Ratiopharm-Team eine 27-Punkte-Halbzeitführung und verlor das zweite Halbfinalspiel mit 103:107 nach Verlängerung. Am Ende wurde die Serie trotz Heimvorteil im fünften Spiel verloren. Auch wenn Thorsten Leibenath behauptet, dass die Partie keine Rolle mehr spielt, erwähnt er sie vor dem Gastspiel in der EWE-Arena von sich aus. Insgesamt sieht die Ulmer Bilanz in Oldenburg nicht gut aus: 15 Niederlagen stehen sechs Siege gegenüber. Einen davon sicherte Emega Ereke 2007 mit seinem Treffer von der Mittellinie zum 73:72.

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